Zwölfs-Monats-Überblick
Europafonds-Manager spekulieren mit Derivaten

Europäische Aktien gerieten in den vergangenen zwölf Monaten tief in die roten Zahlen: So verlor beispielsweise der MSCI Europe 13,43 Prozent. Von den 366 bei Feri Rating & Research gelisteten Europafonds gelang es nur dem AW Stocks Alpha Plus OP, nicht ins Minus zu rutschen. Es zeigt sich: Hohe Liquidität sowie Einsatz von Futures und Optionen retten Erfolgsbilanz.

HAMBURG. AW Stocks Alpha Plus OP legte sogar um 2,28 Prozent zu (Tabelle). "Das Plus verdanken wir vor allem dem Einsatz von Futures und Put-Optionen, ohne diese Derivate wäre das Minus des Fonds lediglich zwei bis 2,5 Prozentpunkte niedriger als im Marktdurchschnitt ausgefallen", sagt Fondsberater Andreas Winkel.

Der Inhaber der gleichnamigen Vermögensverwaltung aus Berlin hat die Aktienquote zuletzt häufig gesteuert: So hatte Winkel die Quote im Juli vergangenen Jahres auf 15 Prozent heruntergeschraubt und bis Dezember wieder auf 94 Prozent erhöht. Aktuell hält er rund 85 Prozent des Portfolios in rund 50 Aktien, die er in etwa gleich gewichtet. Bei der Titelauswahl innerhalb des DJ Stoxx 600-Universums nutzt Winkel vier Strategien: "Die Hälfte der Aktien wählen wir nach Kriterien wie günstigen Fundamentaldaten und starken Gewinnperspektiven aus, jeweils zehn Titel werden unter anderem anhand der Dividendenrendite und einer geringen Korrelation zum Gesamtmarkt herausgefiltert", so Winkel. Die restlichen fünf Aktien stammen aus dem deutschen Leitindex Dax und bieten die höchste erwartete Dividendenrendite bei niedrigen Kursen. Zu diesen Unternehmen zählt Winkel derzeit unter anderem die Deutsche Telekom und die Lufthansa.

Ausschließlich auf den Substanzwert-Ansatz (Value) konzentriert sich dagegen Steffen Schäfer, der das Minus des Bardusch Gehrsitz Universal Aktienfonds auf 2,32 Prozent begrenzen konnte. Sein Fonds setzt sich hauptsächlich aus den 130 Aktien zusammen, die im Dax, MDax und Eurostoxx 50 gelistet sind. "Der hohe Deutschland-Anteil ist derzeit nicht nur Resultat unserer Fundamentalanalyse, er wird von unseren Anlegern zurzeit auch gern gesehen", so der Fonds- und Portfoliomanager der Vermögensverwaltung Bardusch & Gehrsitz aus Ettlingen. Auch er setzt in unruhigen Marktphasen auf Derivate und Kasse, um die Schwankungen der Aktienmärkte zu nutzen. Aktuell stecken 73 Prozent des Portfolios in Dividendenpapieren.

Nach Ansicht von Christian Michel sind beide Fonds nur für Anlegern, die vor allem auf Verlustbegrenzung in schwachen Börsenphasen Wert legen: "Beide werden mit einem vermögensverwaltenden Ansatz gemanagt, der sich in der Regel vor allem in schwachen Marktphasen auszahlt", so der Feri-Analyst. Beide Fonds hätten vor rund einem Jahr nicht voll von der damaligen guten Lage an den Aktienmärkten profitiert.

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