Zwölfs-Monats-Vergleich
Europa-Nebenwertefonds schreiben tiefrote Zahlen

Eine der wichtigsten Regeln für Anleger von Investmentfonds besteht darin, dass sie aus der Wertentwicklung der Vergangenheit keine Schlüsse auf die künftige Entwicklung ziehen sollten. Ein gutes Beispiel dafür liefert der Ennismore European Smaller Companies Fund.

HAMBURG. Vor genau einem Jahr gehörte er mit einem Zwölf-Monats-Minus von 0,91 Prozent zu den Schlusslichtern unter den Aktienfonds mit Schwerpunkt auf europäischen Nebenwerten, während die Fonds der Kategorie im Schnitt um 18 Prozent zugelegt hatten.

In der aktuellen Auswertung von Feri Rating & Research kommt der Fonds dagegen mit einem Minus von 6,23 Prozent weitaus glimpflicher davon und belegt Rang vier von 101 Fonds (Tabelle). Zum Vergleich: Im Schnitt verbuchten die Fonds mit 20,62 Prozent tiefrote Zahlen.

Zuletzt kam Fondsmanager Geoff Oldfield seine generell eher konservative Strategie zugute. Der ehemalige Gartmore-Manager und Mitbegründer der britischen Investmentboutique Ennismore Fund Management verfolgt mit dem Fonds einen auf absolute Erträge ausgerichteten Ansatz (Absolute Return). Um dies zu erreichen, setzt er unter anderem über Derivate auf fallende Kurse. Zu seinen Favoriten zählen vor allem deutsche Aktien, die er derzeit mit rund 18 Prozent gewichtet. Dazu gehört auch die Kölner Immobiliengesellschaft GAG.

Weniger gut auf deutsche Immobilienaktien ist dagegen James Hordern zu sprechen: "Das Engagement in diesem Bereich hat uns in den vergangenen zwölf Monaten hohe Verluste beschert", so der Manager des Melchior European Opportunities. Der Fonds verbuchte mit 47,17 Prozent das höchste Minus seiner Vergleichsgruppe.

Im Vergleich zu Oldfield fährt Hordern eine wesentlich offensivere Strategie, auch die Wetten auf Einzelaktien fallen höher aus: So hält der Berater der Investmentgesellschaft Dalton Strategic Partnership lediglich rund 30 bis 40 Aktien im Fonds, während Oldfield das Portfolio derzeit auf 86 Aktien verteilt hat. Auch regional ist er derzeit aggressiver aufgestellt und ist auch am zuletzt arg ins Straucheln geratenen türkischen Aktienmarkt mit einem Anteil von rund vier Prozent investiert, im Februar waren es sogar rund 13 Prozent.

Detlef Glow gibt dem Ennismore-Fonds den Vorzug vor dem Melchior European Opportunities: "Geoff Oldfield weist die Zweifler an seiner Strategie seit Ende 2007 in die Schranken, insgesamt zeichnet sich der Fonds durch ein unterdurchschnittliches Risikoprofil aus", so der Deutschland-Chef der Ratingagentur Lipper. Wer jedoch größtmöglichen Ertrag suche, sei mit dem Fonds falsch bedient.

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