Depot-Auswertung
Geldverwalter liefern miserable Ergebnisse

Fast alle Mischfonds haben in den fünf Jahren der Finanzkrise sehr wenig Rendite eingebracht. Die Ergebnisse stehen im krassen Gegensatz zur Vorperiode und sind eine Ohrfeige für Fondsmanager.
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FrankfurtFast alle breit anlegenden Geldverwalter haben in den fünf Jahren der Finanzkrise schlechte Erträge abgeliefert. Das zeigt eine Auswertung der Mischfondsergebnisse, die das Fondsanalysehaus Feri Eurorating für das Handelsblatt (Montagausgabe) erstellt hat.

Bei den weltweit anlegenden Depots mit einem Kapital von 192 Milliarden schafften je nach grundsätzlicher Anlagestrategie nur zwischen 1,9 und 5,2 Prozent der Fonds mehr Rendite als der Vergleichsindex. Bei den flexibel anlegenden Depots ist die Gewinnerquote mit 1,9 Prozent am geringsten, bei den konservativ agierenden Mischfonds mit 5,2 Prozent noch am höchsten.

Experten wie Kai Wiecking, Leiter Research beim Fondsanalysehaus FWW, sind „schockiert“. Die Ergebnisse stehen in krassem Gegensatz zu den Resultaten der Vorperiode von 2002 bis 2007. In diesem Zeitraum mit ruhigen Börsen und steigenden Aktienkursen schlugen unter den Mischfonds mit großen Anlagefreiheiten noch 84 Prozent den Index.

In den Jahren der Finanzkrise jedoch, so glauben Experten, haben die Verwalter bei der Aufteilung des Kapitals auf die wichtigsten Vermögensformen Aktien und Anleihen schiefgelegen. Auf den Aktieneinbruch Anfang 2008 beispielsweise dürften die wenigsten Verwalter vorbereitet gewesen sein.

Das Ergebnis trifft die Anlagebranche auch deshalb so hart, weil Mischfonds als die Königsdisziplin für Fondsmanager gelten. Vor allem auf diesem Feld, im richtigen Mix aus Aktien, Anleihen und weiteren Vermögensformen, wollen die Verwalter ihr Können beim umfassenden Geldmanagement beweisen.

Kommentare zu "Geldverwalter liefern miserable Ergebnisse"

Alle Kommentare
  • Dieses Ergebnis überrascht mich nicht. Inzwischen haben wir schon eine Situation, wo ehemalige TV-Journalisten meinen, sie hätten das Zeug dazu, Fondsmanager zu spielen. Ökonomische Ausbildung: Fehlanzeige! Aber: einen Draht zu einem Fernsehsender, der den (dämlichen) Weisheiten eine Plattform bietet. Beispiel: Stephan Riße und der Sender n-tv.

    So ist das inzwischen in dieser Branche: Man muss nur einen guten Drahlt zu den Medien haben und eine große Klappe haben. Das recht schon aus, um Fondsmanger zu werden. Das Geldeinsammeln kommt dann von alleine.

  • Nun ja, während der Krisenjahre und den Achterbahnfahrten politisch getriebener Märkte haben nur wenige geglänzt. Das zeigt doch schon das schlechtere Ergebnis der flexiblen gegenüber den passiven Strategien. Wer nichts getan hat und einfach nur auf Besserung gehofft, der hatte weniger Transaktionskosten, weniger Kopfschmerzen und am Ende auch noch mehr Depotwert.

    Die Kontroll- und Steuerungsillusionen von Politikern und Experten, Schwätzern und Zockern sind doch am stärksten abgestraft worden. Insofern kann nicht das Ergebnis schockieren, sondern nur die Schockreaktion. Denn die Schlussfolgerungen sind unterbelichtet: es wäre zu fragen wie die Wahrscheinlichkeiten für noch schlechtere Ergebnisse ausgesehen hätten: vielleicht waren die Manager aktiv flexibler Fonds ganz großartig, sonst wären die Resultate noch schlechter, bzw.: wie unterscheiden sie sich von Zufallergebnissen (random walk, der dart Pfeile werfende Affe ua.)

  • Auch wenn der Beitrag mit Fakten untermauert sein soll, so kann es doch nur eine Wahrheit geben.
    Hat Herr Schäuble uns nicht erklärt, dass die Spekulanten an allem Schuld sind und jetzt derartige Fakten, dass die Spekulanten nichts verdient haben?

    Es kann doch nur eines stimmen! Und was Herr Schäuble da gesagt? Hat er schon wieder gelogen? Kann Frau Merkel noch weiter mit ihm zusammen arbeiten, sich auf ihn verlassen? Mit jemandem, der schon wieder lügt?

  • Leider ein schlecht recherchierter Artikel:
    1. Wie viele Mischfonds gab es 2002 und wie viele seit 2007?
    -> Aufgrund der Einführung der Abgeltungssteuer wurden viele Mischfonds aufgelegt, ohne dass es entsprechend viele gute Fondsmanager dafür auf dem Markt gab. -> der Vergleich ist daher unsinnig.
    2. Viele Mischfonds haben keine richtige bzw. passende Benchmark, so dass ein derartiger Vergleich m. E. immer etwas irreführend ist und vom Zufall abhängt.
    3. Mein Fazit: Vergleichen Sie (Herr Kai Wieking) nur die Ergebnisse der Fonds die bereits 2002 aufgelegt waren.
    Dass keine 10% der Fonds mehr Rendite als ihr Vergleichsindex erreichen ist keine Überraschung, da die meisten Fonds schlecht gemanagt, zu teuer oder beides sind. Das gilt aber auch für andere Fonds wie Rohstofffonds (m. E. noch schlechtere Ergebnisse) und Aktienfonds. Insgesamt gibt es m. E. nur ganz wenige sehr gute Fondsmanager auf dieser Welt, die ihr Geld wert sind und die Fonds mit entsprechend dauerhaft (=länger als 5 Jahre) guten Ergebnissen managen. Die Quote von 5% über die letzten 5 Jahre halte ich für die richtige Auswahl sogar noch für zu hoch. Neben der Performance sollte bei Mischfonds noch das mögliche Verlustrisiko berücksichtigt werden (bitte nicht mit Volatiltät gleich setzten). Historisch kann man das am max. Verlust prüfen, für die Zukunft nur aufgrund vieler Daten und Kenntnisse abschätzen. Bitte auf keinen Fall die Volatilität mit mehr als 25% dafür berücksichtigen. Banken und "Depotoptimierungsprogramme" verwenden oft die Formel Risiko=Volatilität, was völliger Quatsch ist.

  • Nur wenige Fondsmanager sind wirklich auch für den Anleger erfolgreich, das trifft eigentlich für alle Anlageklassen zu, wenn man schaut, welche Fonds ihren Index übertreffen. Das liegt vermutlich auch an der Gebührenstruktur, die den Mehrerfolg aufzehrt zugunsten der Fondsgesellschaft, nicht aber zum Wohle des Anlegers. Nur ein Beispiel: der hochgelobte Mischfonds Carmignac Patrimoine erzielt seit 3 Jahren eine Rendite p.a. von 3,83%. Der lediglich auf einem Indexkonzept basierende ARERO Weltfonds schafft im gleichen Zeitraum p.a. 4,82%. Vergleicht man die Gebührenstruktur: Ersterer 4% Ausgabeaufschlag, TER 1,65%, Perfomance-Fee 10%; Zweiter Ausgabeaufschlag 0%, TER 0,5%, Perfomance-Fee 0% wird deutlich, wo der Erfolg eines Fondsmanagers landet.

  • Das Beispiel ist schlecht gewählt und unpassend:
    1. Hier wurden 5 Jahre betrachtet und Sie nehmen nun einen Zeithorizont von 3 Jahren, was grundsätzlich für eine Fondsanlage mit teilweise Aktien zu kurz ist.
    2. Die Performance Fee von 10% kam nicht zu tragen, weil der Patrimoine seinen Index nicht übertraf.
    3. Das Agio ist laut Prospekt max. 4%. Wer ist heute noch so dumm und zahlt volles Agio?
    4. Aber entscheidend und die absolute Stärke ist beim Patrimoine das Risikomanagement. Wenn man sein Geld in diesem Fonds hat, kann m. E. erheblich besser schlafen als in einen "dummen" Indexfonds, da das Management des Patrimoine Risiken bisher sehr gut erkannt und entsprechend gehandelt hat. Siehe dafür z. B. die Performance 2008, die Sie wohl absichtlich ausgeblendet haben. Aber auch 2001 bis 2003 hat sich der Fonds sehr gut verhalten.
    Mein Fazit für Mischfonds: Sie sollen vor allem mögliche Verluste in schlechten Phasen möglichst gering halten, damit Anleger nicht aus Angst ihre Positionen glatt stellen und damit Verluste realisieren. Auf der anderen Seiten sollen sie auch mittelfristig (mindestens 5 Jahre) ein vernünftige Rendite nach Kosten erzielen (aktuell wären m. E. 4% p.a. o.k.)

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