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06.07.2006 

So erging es auch den Longs, die ihrem spanischen Anlageberater und einem Freund aus London vertrauten, der den Briefmarken-Markt als „stabil und sicher“ bezeichnete. In Madrider Vierteln köderten clevere Afinsa-Makler auf diese Weise ganze Häuserblocks. Sie verkauften Briefmarken zwischen Tür und Angel als seriöse Altersvorsorge.

„Es ist ein Albtraum, wir brauchten das Geld als Anzahlung für einen Hauskauf“, sagt Long. Sie fühlt sich hintergangen. Ihr Anlageberater sagt, er habe dem System selbst blind vertraut und 180 000 Euro bei Afinsa angelegt. Nun bangt er mit seinen Kunden um das Ersparte. Denen hatte er den Tipp gegeben: „Nirgendwo können Sie das Geld besser anlegen als in Briefmarken. Banken sind doch in Spanien nicht sicher.“


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Für die Longs war das damals ein schlagkräftiges Argument. Selbst Pensionsfonds schienen dem britischen Unternehmer nicht sicher: „Mein Schwiegervater hat sein ganzes Geld dort angelegt. Als der Fonds dann Pleite ging, bekam er nur die Hälfte von dem, was man ihm versprochen hatte.“ Er habe nicht gewollt, dass es ihm genauso ergehe. Jetzt wäre er froh, wenn er nur die Hälfte seines Einsatzes verloren hätte.

Vermögen lockt Vertreter an

Wohlstand: In den vergangenen Jahren haben die Spanier wegen des enormen Wohlstandzuwachses (s. Grafik) und des starken Anstiegs der Immobilienpreise mehr Geld als je zuvor zur Verfügung gehabt. Das hat dazu geführt, dass immer neue Kapitalanlagefirmen auf den Markt kamen. Die meisten Spanier haben bisher in Immobilien investiert, sehr viele auch in die Börse und immer mehr in bewegliche Güter wie Briefmarken, Kunst, Wein oder Holz.

Anlagen: Der Markt der beweglichen Güter unterliegt derzeit in Spanien keiner Kontrolle. Der Wert vieler Gegenstände ist wenig transparent. Auch das bereits relativ große Unternehmen Bosques Naturales, das die Anlage in Edelholzbäume ermöglicht, steht derzeit im Verdacht, keine Rücklagen für den Rückkauf der Anlagen gebildet zu haben.

Kontrolle: Seit dem Skandal um Afinsa und Fórum Filatélico überlegt die spanische Regierung, den Markt der beweglichen Güter ebenfalls unter die Kontrolle einer Finanzaufsichtsbehörde zu stellen oder ein eigenes Organ dafür zu schaffen.


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