Gut behauptet haben sich Technologiewerte in diesen unsicheren Börsenzeiten. Seit Jahresanfang hat der Index TecDax etwas weniger verloren als sein großer Bruder Dax. Für einige Tech-Werte bleiben Analysten positiv gestimmt - während andere Aktien doch lieber verkauft werden sollten. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.
DÜSSELDORF. In einigen Analysen wird die aktuelle Situation an den Börsen mit dem Beginn der Baisse im Jahre 2000 verglichen. Damals fiel der Startschuss für einen Kursrutsch, der drei Jahre dauerte. Doch es gibt einen grundlegenden Unterschied: Damals fielen die Kurse der Technologiewerte sofort deutlich, erst später zogen die größeren Standardwerte nach. Das ist aktuell anders. Seit Jahresanfang gab beispielsweise der TecDax um 12 Prozent nach und der Dax liegt mit einem Minus von 13 Prozent fast gleich auf.
Einige Technologiewerte haben seit Anfang 2008 sogar deutlich zulegen können. Beispielsweise stieg in diesem Zeitraum die Aktie des Windanlagenherstellers Repower von 140 auf zwischenzeitlich 220 Euro. Auf dem Chart ist von einem Einbruch an den Börsen nichts zu sehen. Mittlerweile sind die Experten aber skeptisch. Das Kursziel der Analysten liegt mit 138 Euro mehr als 36 Prozent unter dem aktuellen Kurs von 216 Euro.
Basis für die Berechnungen ist das Analystencheck-Tools von Handelsblatt.com und dpa-afx, der Agentur für Finanznachrichten. In der Online-Anwendung werden Studien aller namhaften Banken sowie unabhängiger Research-Institute ausgewertet und daraus ein durchschnittliches Kursziel errechnet.
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Zusätzlich zeigt das Tool ein gewichtetes Kursziel: Dabei werden aktuelle Analysen stärker gewichtet, ältere Studien, die sich dem Ende ihres Zeithorizonts nähern, werden nur noch marginal gewertet. Beispielsweise hat die Aktie des Solartechnik-Unternehmens Conergy ein durchschnittliches Kursziel anhand von 13 Analysen in Höhe von 21,99 Euro. Das gewichtete liegt aber nur bei 15,37 Euro, weil es in den vergangenen Wochen fünf Verkaufsempfehlungen mit gesenkten Kurszielen gab.
Generell sind die Experten derzeit für Unternehmen rund um das Thema alternative Energien nicht mehr so positiv gestimmt. So gibt es für Q-Cells, noch in Monaten Februar und März eine der Lieblingsaktien der Experten, mittlerweile auch Empfehlungen, den Titel nur noch zu "Halten" oder zu "Verkaufen". Das gewichtete Kursziel liegt mit 82,70 knapp zehn Prozent über dem aktuellen Kurs von 74,95 Euro.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Viele Kaufempfehlungen für Kontron
und Software AG
Gleich fünf Kaufempfehlungen gab es am vergangenen Montag für Kontron
. Als Technologieführer dürfte das Unternehmen von dem Auslagerungstrend bei Embedded Computer Techology-Lösungen (selbständig handelnde, intelligente Elektronikgehirne zur Steuerung von Anlagen und Applikationen) profitieren, schrieb beispielsweise Sal.-Oppenheim-Analyst Jürgen Wagner in einer Studie. Der eingeschlagene Wachstumspfad dürfte fortgesetzt werden. Angesichts der Wachstumserwartungen für die kommenden Jahre sei die Bewertung des Titels recht niedrig. Behalten die Experten Recht, hat die Aktie ein deutliches Nachholpotenzial. Bei einem aktuellen Kurs von 10,36 und einem gewichteten Kursziel von 16,12 Euro hat der Titel noch mehr als 55 Prozent "Luft nach oben".
Auch der Übernahmekampf um Freenet
hat die Analysten beschäftigt. Experten erwarten höhere Kurse sowohl bei der Aktie des Telekommunikationsanbieter Freenet
, der jetzt Debitel übernehmen hat, als auch für United Internet
, die Freenet
übernehmen wollte. So hat die Commerzbank aktuell ihre Kaufempfehlung für Freenet
bekräftigt. Das gewichtete Kursziel aller Studie liegt mit rund 16 Euro deutlich über dem aktuellen Kurs von 10 Euro.
Und auch United Internet
billigen die Analysten ein Kurspotenzial von 25 Prozent zu. Die Übernahmenachricht dürfte zu einer kleineren Kursschwäche führen, da der Markt eher Konsolidierungsnachrichten für den deutschen DSL-Markt bevorzuge, schrieb Sal.-Oppenheim-Analyst Marcus Sander in einer Studie vom Montag. Kursrückgänge sollte jedoch zu einem Einstieg genutzt werden, da die Chance einer Übernahme des DSL-Geschäftes von Freenet
durch United Internet
noch immer hoch sei.
Eine große Diskrepanz herrscht zwischem der Kursverlauf der Software-AG-Aktie und den Meinungen der Experten. Fünf Kaufempfehlungen gab es vergangener Woche. Und das gewichtetete Kursziel wurde auf 69,02 Euro geschraubt. Doch der Kurs ist in freiem Fall: Die Aktie notiert mittlerweile bei 40 Euro - der tiefste Stand seit Ende 2006.
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