0 Bewertungen
12.05.2007 
Abgeltungssteuer

Herber Schlag für deutsche Sparer

von Ina Kirsch

Klingt eigentlich attraktiv: eine im Vergleich zum persönlichen Steuersatz moderate steuerliche Belastung mit einem festen Satz. Doch die geplante Abgeltungssteuer hat Tücken: Sie belastet vor allem Anleger, die für das Alter vorsorgen wollen.

Die Abgeltungssteuer belastet Vorsorge-Sparer. Foto: dpaLupe

Die Abgeltungssteuer belastet Vorsorge-Sparer. Foto: dpa

HB JESTEBURG. In zwei Jahren ist es so weit: 2009 soll eine neue Steuer auf Kapitalerträge greifen – die Abgeltungssteuer. Künftig sollen alle Einkünfte aus Kapitalvermögen (Zinsen, Dividende, Zertifikateerträge, Veräußerungsgewinne bei Aktien oder Fonds) einheitlich mit einem Steuersatz von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer belegt werden. Ganz nach dem Quellensteuerprinzip werden Banken und Sparkassen die Abgeltungssteuer direkt an den Fiskus abführen. Anleger, die einem geringeren persönlichen Steuersatz als 25 Prozent unterliegen, können sich die Differenz über ihre Einkommenssteuererklärung vom Finanzamt zurückholen.



Bisher müssen Anleger Kapitalerträgen mit ihrem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuern. Für einzelne Ertragsquellen gelten dabei unterschiedliche Regelungen: Gewinne aus Wertpapierverkäufen (Aktien, Fondsanteile) sind nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist steuerfrei. Zinsen sind in voller Höhe steuerpflichtig, Dividenden nur zur Hälfte (Halbeinkünfteverfahren). Noch beraten die Investmenthäuser hinter verschlossenen Türen und geben sich nach außen hin gelassen. Es sei noch zu früh für konkrete Schritte und neue Produktideen, heißt es unisono.

Tatsächlich ist bei den Investmentgesellschaften in Deutschland deutlich mehr in Bewegung, als sie zugeben wollen. "Natürlich tüfteln wir an innovativen steueroptimierten Konstrukten. Aber wer würde zum jetzigen Zeitpunkt schon freiwillig seine Ideen preisgeben und damit der Konkurrenz die Arbeit abnehmen", sagt ein Insider hinter vorgehaltener Hand.


Steuersparen und gewinnen mit Konz:
Jeden Tag ein neuer Tipp, um dem Fiskus wirksam Paroli zu bieten.
Hier gehts zu Special und Gewinnspiel...

Die Zurückhaltung ist verständlich. Denn gute Ideen werden dringend benötigt. Speziell das Vorhaben der Bundesregierung, künftig bei Kapitalerträgen, die aus Kursgewinnen stammen, die Hand aufzuhalten, ist ein herber Schlag. Nach den Worten des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) sieht sich die Investmentbranche mit Blick auf 15 Millionen Bundesbürger, die Fonds nutzen, als das von einer Abgeltungssteuer am stärksten getroffene Segment der Finanzindustrie.


Wie Sie mit Zertifikaten höhere Renditen erwirtschaften,
lesen Sie alle 14 Tage im Zertifikate-Newsletter von Handelsblatt.com.

» Hier geht's zur Anmeldung.


Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kapitalzuwachs ohne Kaufkraftgewinn

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige
Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Ein Gespenst lernt lächeln  Artikel in Merkliste

03.09.2008 von Frank Wiebe

Staatsfonds einigen sich auf Grundsätze - das ist gut für alle Beteiligten. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Der richtige Populismus  Artikel in Merkliste

26.08.2008

Die Bürger halten die Taschen zu, weil die Preissteigerungen sie nerven. Die Europäische Zentralbank nimmt diese Sorgen ernst - zu Recht. Kommentar

Handelsblatt Börsenradio 05.09.2008 (Abendausgabe) 

05.09.2008Börsenradio

Auch zum Wochenschluss Talfahrt an der Börse - Unerwartet schlechte Arbeitsmarktdaten aus den USA - Gute Verkehrszahlen von Air Berlin - Nokia senkt Prognose für Marktanteil - Ölpreis knapp über 5-Monats-Tief - Leichte Erholung beim Euro Anhören


Anzeige