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20.08.2007 
Zukäufe

Insider sehen Chancen

von Andrea Cünnen

Deutschlands Top-Manager bleiben ihrer Strategie des antizyklischen Handelns treu. In den vergangenen beiden Wochen, in denen die Nervosität an den weltweiten Aktienmärkte zunahm und die Kurse zeitweise kräftig absackten, griffen die Insider bei den Aktien der eigenen Firmen erneut zu – und demonstrierten so ihr breites Vertrauen.

FRANKFURT Entsprechend stieg das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen gemeinsam mit Commerzbank Private Banking berechnet, auf 139 Punkte. Seit gut einem Monat liegt es über 110 Punkten. Ab diesem Wert liefert es auf Sicht von drei Monaten ein strategisches Kaufsignal.

Der Anstieg zeigt, dass die Führungskräfte anders als zum Beispiel Fonds handeln. Die DWS etwa wartet nach eigenen Angaben mit Käufen ab, ob die aktuelle Finanz- und Liquiditätskrise nicht doch auf die Realwirtschaft übergreift. „Insider achten vor allem auf die fundamentalen Werte ihrer eigenen Unternehmen, die sie gut beurteilen können“, erklärt Oliver Stotz von der Fifam. Deshalb würden sie meist verstärkt bei fallenden Kursen ein- und bei hohen Kursen aussteigen.

Aktuell zeigt laut Stotz die auffallend hohe Zahl der Käufe das breite Vertrauen der Insider. Dieses werde auch dadurch nicht gestört, dass die Volumina bei den Verkäufen höher sind als bei den Käufen. So warf Georg Kofler, Ex-Chef des Bezahlsenders Premiere, Aktien über knapp 23 Mill. Euro auf den Markt. Die Premiere-Aktie verlor nach Koflers Abgang. Die Analysten von Commerzbank Private Banking meinen aber, dass dem Sender zwar das „Marketingtalent“ Koflers fehlen werde. Andererseits werde sein Nachfolger Michael Börnicke, der bisherige Premiere-Finanzvorstand – mehr Ruhe in den Sender bringen.

Beim Mini-Computerhersteller Kontron machte Vorstandschef Hannes Niederhauser Kasse und verkaufte Aktien über 7,7 Mill. Euro. Die zwölf Analysten, die den TecDax-Wert nach Angaben des Informationsdienstes Bloomberg beobachten, empfehlen die Aktie aber unisono zum Kauf.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: IKB-Aktie hat seit ihrem Jahreshoch über 60 Prozent verloren.

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