Institutionelles Investment

Beteiligungsgesellschaften
Einsam an der Spitze

Die Private-Equity-Branche braucht mehr Diversität in ihren Führungsetagen. Das ist nicht nur gesellschaftlich erwünscht, sondern auch ein Garant für mehr Rendite, die man in Zeiten der Niedrigzinsen gut gebrauchen kann.
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FrankfurtDeutlich mehr Frauen in Führungspositionen sind nicht nur gesellschaftlich erwünscht, sondern ein Garant für größeren Erfolg. Das fand zumindest die Züricher Großbank Credit Suisse heraus, die dafür 3.400 Unternehmen weltweit befragt hat. Das Ergebnis spricht klar für mehr Vielfalt in Führungspositionen, denn Unternehmen mit einem hohen Frauenanteil erzielten eine um 3,5 Prozent bessere Rendite.

Weil viele institutionelle Investoren zunehmend in Beteiligungsgesellschaften investieren, um der Nullzinsfalle der Notenbanken zu entkommen, ist die Diversität ein wichtiger Maßstab für den Anlageerfolg auch bei Private Equity geworden. Doch gerade die Finanzinvestoren tun sich schwer damit. Die Private-Equity-Branche hinkt der allgemeinen Entwicklung hinterher. „Es ist heute durch viele Studien belegt, dass Diversität klar die Performance verbessert. Es wäre deshalb geradezu fahrlässig zu meinen, dass man keine Frauen in den Investment-Teams der Private-Equity-Fonds braucht“, sagt Dörte Höppner, CEO beim Beteiligungshaus Riverside Europe Partners.

Zwar betonen alle großen Spieler im Markt, wie wichtig ihnen gemischte Teams sind. Aber die Realität sieht anders aus. Nach einer Erhebung des Analysehauses Preqin schneidet die Private-Equity-Branche am schlechtesten ab, wenn es um Karrierechancen für Frauen geht. Nur neun Prozent der Spitzenposten werden von weiblichen Managern besetzt, das ist auch innerhalb der „Alternativen Anlageklassen“ ein miserables Ergebnis. Damit liegen die Beteiligungsmanager auf dem letzten Platz.

Auffällig ist, dass auf den unteren Managementebenen die Quote anfangs mit rund 30 Prozent noch besser aussieht. Der Aufstieg fällt Frauen in der Beteiligungsbranche aber offensichtlich sehr schwer. „Vor rund drei Jahren stellte ich fest, dass viele begabte Frauen aus meinem Freundeskreis die Kanzleien und Private-Equity-Firmen verlassen hatten. Von etwa 30 Frauen, die mit mir in den Beruf eingestiegen waren, war eine Mehrheit nicht mehr an Bord“, sagt Fatema Orjela, Partner bei der Londoner Kanzlei Sidley Austin LLP.

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