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Großinvestoren nutzen Derivate denn auch vor allem zur Absicherung. 60 Prozent der befragten deutschen Investoren geben an, Futures, Optionen oder Swaps einzusetzen, in Europa ist es gut die Hälfte. 80 Prozent der Deutschen geben an, darüber Zinsrisiken absichern zu wollen, unter den Europäern sind es vor allem Währungsrisiken. Rund die Hälfte will zudem mithilfe von Optionen die Rendite steigern und über Futures Kosten senken.

Die meisten Investoren zeigen sich zufrieden mit ihren Strategien. Vor allem Währungs-, Aktien- und Zinsrisiken haben sie demnach erfolgreich absichern können. Die Steuerung von Inflationsrisiken gelang dagegen weniger, was an der nach wie vor geringen Teuerungsrate liegen kann. Mit Derivaten auf Aktien und Zinsen ließ sich demnach die Rendite erhöhen. Deutsche Großanleger setzen vor allem Swaps, Optionen sowie Futures und Forwards ein. Kombinierte Strategien nutzen sie dagegen weniger. Vor allem die Abhängigkeit verschiedener Anlageklassen voneinander könnten Investoren als zusätzliche Renditequelle nutzen, wie die Studie ergibt. In solchen sogenannten Cross-Asset-Korrelationen erkennt Alexander Schindler, Vorstand bei Union Investment für Institutionelle Anleger, mittelfristig Renditechancen.

Um ihre Renditeziele trotz Niedrigzinsen zu erreichen, stecken Großinvestoren ihr Geld immer stärker in Aktien und alternative Anlagen. Die Pensionseinrichtungen der BASF beispielsweise, eine Pensionskasse und ein Treuhandfonds CTA, legen ihre 27 Milliarden Euro Vermögen zu 53 Prozent in Anleihen an, 28 Prozent in Aktien, vier Prozent in Immobilien und 15 Prozent in weiteren Anlagen wie Private Equity und Infrastruktur. Der Aktienanteil werde großenteils aktiv gemanagt, erklärte Gerhard Ebinger, verantwortlich für Asset-Management bei BASF. Hinzu kommen Smart-Beta-Strategien etwa auf Aktien mit niedriger Volatilität oder wenig konjunktursensiblen Titeln sowie Indexfonds. Bei Bonds zahlten sich längerfristig Schwellenländertitel aus, sagte Ebinger. In den vergangenen zehn Jahren erzielte er rund vier Prozent Rendite pro Jahr.

Bei der W&W Asset Management, die die Pensionsgelder der Wüstenrot&Württembergischen Gruppe managt, setzt man ebenfalls auf alle gängigen Anlageklassen. Besonderes Augenmerk legt Alexander Mayer, Sprecher der Geschäftsführung, auf den Ausbau der alternativen Anlagen: Für Private Equity, erneuerbare Energien, Infrastruktur und Private Debt hat er ein Team mit sechs Anlageexperten geschaffen. Rund sieben Prozent des Vermögens von knapp 40 Milliarden sind in diesen Strategien investiert. „Sauber zu diversifizieren“ sei in den illiquiden Anlageklassen besonders wichtig, betonte Mayer. Mit Private Equity strebt er eine Rendite von gut zehn Prozent im Jahr an, in den anderen Anlageklassen jährlich rund vier Prozent.

Für die VBV Vorsorgekasse Wien hat Nachhaltigkeit Priorität. Das Vermögen von 3,3 Milliarden Euro steckt zu 42 Prozent in Anleihen, zu 30 Prozent in Schuldscheinen, zu einem Zehntel in Aktien, zu acht Prozent in Immobilien und zu drei Prozent in Rohstoffen und Liquidität. Mit einer Ausschlussliste und Positiv-Kriterien werden die Anlagen ausgewählt. Dies schaffe qualitatives Risikomanagement, sagte Anlagechef Günther Herndlhofer. In den vergangenen Jahren erzielte das Portfolio eine Jahresrendite von drei Prozent.

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