Institutionelles Investment

Großanleger Richtig taktieren

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Mehr alternative Anlagen
Diese Dax-Konzerne haben die größte Pensionslast
Platz 5: BASF
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Unter Pensionsverpflichtungen versteht man Rentenzahlungen, die Unternehmen zukünftig an ihre ehemaligen Mitarbeiter leisten müssen. Bei der BASF bestanden 2016 Pensionsverpflichtungen in Höhe von 27,6 Milliarden Euro. Das ergab eine Studie der Unternehmensberatung Willis Towers Watson. Damit belegt der Chemie-Konzern Platz 5 in unserem Ranking.

Platz 4: Bayer
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Auch Bayer gehört zu den Dax-Unternehmen mit den höchsten Pensionsverpflichtungen. Berechnungen haben ergeben, dass der Chemie- und Pharmakonzern künftig 29 Milliarden Euro an seine Rentner zu zahlen hat. Der Konzern hat einen Ausfinanzierungsgrad von 62 Prozent. Damit liegt Bayer knapp unter dem Durchschnitt der Dax-Konzerne.

Platz 3: Daimler
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Die Daimler-Rentner beanspruchen laut Prognose 32,4 Milliarden Euro. Das macht Platz drei in unserem Ranking. Im Vergleich des Planvermögens, also dem extra für Pensionszahlungen reservierten und insolvenzgeschützten Vermögen, steht Daimler mit 23,4 Milliarden Euro sogar an Platz zwei.

Platz 2: Siemens
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Siemens muss 42,2 Milliarden Euro an Rentner leisten. Das ergibt Platz 2 im Ranking der Pensionsverpflichtungen. Beim Planvermögen ist der Technologiekonzern mit 28,8 Milliarden Euro sogar Spitzenreiter.

Platz 1: Volkswagen
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Kein anderer Dax-Konzern hat so hohe Pensionsverpflichtungen wie Volkswagen. Mit 43,7 Milliarden Euro belegt der Autobauer Platz 1. Von der Summe sind allerdings nur 10,7 Milliarden Euro im Planvermögen reserviert. Damit ist Volkswagen hinsichtlich des Ausfinanzierungsgrads auf den untersten Plätzen.

Ausfinanzierungsgrad bleibt stabil
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Zusammengerechnet sind die Pensionsverpflichtungen der Dax-Konzerne im vergangenen Jahr auf 396 Milliarden Euro gestiegen. Das ist ein Zuwachs um 9,2 Prozent. Grund für den Anstieg ist der gesunkene IAS-Rechnungszins. Der Ausfinanzierungsgrad ist laut der Studie von Willis Towers Watson seit 2008 stabil. Er liegt derzeit bei durchschnittlich 63 Prozent.

Großinvestoren nutzen Derivate denn auch vor allem zur Absicherung. 60 Prozent der befragten deutschen Investoren geben an, Futures, Optionen oder Swaps einzusetzen, in Europa ist es gut die Hälfte. 80 Prozent der Deutschen geben an, darüber Zinsrisiken absichern zu wollen, unter den Europäern sind es vor allem Währungsrisiken. Rund die Hälfte will zudem mithilfe von Optionen die Rendite steigern und über Futures Kosten senken.

Die meisten Investoren zeigen sich zufrieden mit ihren Strategien. Vor allem Währungs-, Aktien- und Zinsrisiken haben sie demnach erfolgreich absichern können. Die Steuerung von Inflationsrisiken gelang dagegen weniger, was an der nach wie vor geringen Teuerungsrate liegen kann. Mit Derivaten auf Aktien und Zinsen ließ sich demnach die Rendite erhöhen. Deutsche Großanleger setzen vor allem Swaps, Optionen sowie Futures und Forwards ein. Kombinierte Strategien nutzen sie dagegen weniger. Vor allem die Abhängigkeit verschiedener Anlageklassen voneinander könnten Investoren als zusätzliche Renditequelle nutzen, wie die Studie ergibt. In solchen sogenannten Cross-Asset-Korrelationen erkennt Alexander Schindler, Vorstand bei Union Investment für Institutionelle Anleger, mittelfristig Renditechancen.

Um ihre Renditeziele trotz Niedrigzinsen zu erreichen, stecken Großinvestoren ihr Geld immer stärker in Aktien und alternative Anlagen. Die Pensionseinrichtungen der BASF beispielsweise, eine Pensionskasse und ein Treuhandfonds CTA, legen ihre 27 Milliarden Euro Vermögen zu 53 Prozent in Anleihen an, 28 Prozent in Aktien, vier Prozent in Immobilien und 15 Prozent in weiteren Anlagen wie Private Equity und Infrastruktur. Der Aktienanteil werde großenteils aktiv gemanagt, erklärte Gerhard Ebinger, verantwortlich für Asset-Management bei BASF. Hinzu kommen Smart-Beta-Strategien etwa auf Aktien mit niedriger Volatilität oder wenig konjunktursensiblen Titeln sowie Indexfonds. Bei Bonds zahlten sich längerfristig Schwellenländertitel aus, sagte Ebinger. In den vergangenen zehn Jahren erzielte er rund vier Prozent Rendite pro Jahr.

Bei der W&W Asset Management, die die Pensionsgelder der Wüstenrot&Württembergischen Gruppe managt, setzt man ebenfalls auf alle gängigen Anlageklassen. Besonderes Augenmerk legt Alexander Mayer, Sprecher der Geschäftsführung, auf den Ausbau der alternativen Anlagen: Für Private Equity, erneuerbare Energien, Infrastruktur und Private Debt hat er ein Team mit sechs Anlageexperten geschaffen. Rund sieben Prozent des Vermögens von knapp 40 Milliarden sind in diesen Strategien investiert. „Sauber zu diversifizieren“ sei in den illiquiden Anlageklassen besonders wichtig, betonte Mayer. Mit Private Equity strebt er eine Rendite von gut zehn Prozent im Jahr an, in den anderen Anlageklassen jährlich rund vier Prozent.

Für die VBV Vorsorgekasse Wien hat Nachhaltigkeit Priorität. Das Vermögen von 3,3 Milliarden Euro steckt zu 42 Prozent in Anleihen, zu 30 Prozent in Schuldscheinen, zu einem Zehntel in Aktien, zu acht Prozent in Immobilien und zu drei Prozent in Rohstoffen und Liquidität. Mit einer Ausschlussliste und Positiv-Kriterien werden die Anlagen ausgewählt. Dies schaffe qualitatives Risikomanagement, sagte Anlagechef Günther Herndlhofer. In den vergangenen Jahren erzielte das Portfolio eine Jahresrendite von drei Prozent.

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