Institutionelles Investment

Vermögensverwaltung
Wachstum ja, aber nicht für alle

Das Finanzvermögen wird weltweit immer stärker professionell gemanagt, wie eine PwC-Studie zeigt. Doch steigender Margendruck fordert die Geldverwalter heraus.
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FrankfurtDie gute Nachricht zuerst: Das von professionellen Managern gesteuerte Vermögen wird weltweit enorm zunehmen, auch weil immer mehr Menschen selbst finanziell für ihr Alter vorsorgen - und sich Profis anvertrauen. Das zeigt eine Studie des Beratungshauses PwC, die dem Handelsblatt vorliegt. Doch Trends zu passiven, indexnachbildenden Anlagen und automatisierter Vermögensverwaltung bringen die Margen der Anbieter unter Druck.

Um gut 70 Prozent dürfte das gemanagte Vermögen Privater, Pensions- und Staatsfonds sowie Versicherer laut PwC bis 2025 zunehmen - von weltweit knapp 85 Billionen Dollar im Jahr 2016 auf gut 145 Billionen Dollar. Zu den Haupttreibern zählt für Markus Hammer, bei PwC Deutschland verantwortlich für Vermögensverwalter, die steigende Bedeutung privater Altersvorsorge sowie der wachsende private Wohlstand, vor allem in Asien. So dürfte sich das gemanagte Vermögen in Asien bis 2025 verzweieinhalbfachen, das Wachstum in Nordamerika und Europa und den USA nach 2020 dagegen abflachen. Dennoch bleibt Nordamerika der klar größte Markt für Vermögensverwalter.

Wichtig für die Branche ist zudem ein offenbar zunehmendes Bedürfnis der Menschen wie auch von Pensions- und Staatsfonds, ihr Kapital von Profis betreuen zu lassen. Seit 2004 nimmt der Anteil des professionell gemanagten Kapitals global zu, von damals 31 auf heute rund 40 Prozent. 2025 werden es laut PwC 42 Prozent sein. Anhaltend tiefe Sparzinsen und Bondsrenditen dürften dies fördern.

Gleichwohl stehen Vermögensverwalter vor „extrem herausfordernden Jahren“, betont Hammer. Die Digitalisierung führe zu einer tiefgreifenden Transformation der Branche, was sich im Privatkundengeschäft am Trend zu automatisierter Beratung, dem Robo-Advice zeige. Auch der Trend zu passiven, indexnachbildenden Anlagen wie den ETF-Fonds - zumal die Renditen vieler aktiver Manager nicht überzeugen - erzeugt Margendruck. So dürfte sich das Kapital in passiven Anlagen bis 2025 weltweit verzweieinhalbfachen auf knapp 37 Billionen Dollar. „Unterm Strich führt dies zu einem massiven Rückgang der Margen“, erwartet Hammer. „Für Vermögensverwalter kommt es stärker denn je darauf an, sich von der breiten Masse abzuheben.“ Dies könnte geschehen durch einen Fokus auf alternative Anlagen wie Immobilien, Infrastruktur oder Private Equity. Dort dürfte sich das Kapital bis 2025 verdoppeln.

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