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29.11.2007 
Ranking der besten Vermögensverwalter

Jagd nach Rendite reicht nicht aus

von Anke Rezmer

Nicht einmal jeder sechste Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum hat im jüngsten Test des Fachmagazins „Elite Report“ überzeugt.

Die Jagd nach Rendite ist nicht einfach. Foto: Archiv

Die Jagd nach Rendite ist nicht einfach. Foto: Archiv

MÜNCHEN. Ein gewichtiger Teil größerer Vermögen sei schlecht gemanagt, moniert Hans-Kaspar von Schönfels, Gründer und Herausgeber des Magazins, das gestern Abend in München gemeinsam mit dem Medienpartner Handelsblatt zum fünften Mal die besten Vermögensverwalter gekürt hat. Nur 53 von insgesamt 344 getesteten Vermögensverwaltern hält die unabhängige Jury für empfehlenswert und zeichnet diese Anbieter mit dem Prädikat „Elite“ aus. Zudem vergibt das Magazin einen Sonderpreis für fondsbasierte Vermögensverwaltung. „Ein dürftiges Ergebnis“, resümiert von Schönfels.

Als beste Vermögensverwalter zeichnet der „Elite Report 2008“ drei Banken aus: Die BHF Bank, die Bremer Landesbank und die Hamburger Sparkasse (Haspa) erreichten in dem komplexen Bewertungsverfahren die höchste Punktzahl.

Zahlreiche Konkurrenten folgen ihnen allerdings dicht auf den Fersen: Insgesamt erhielten 18 Verwalter die Bestnote „summa cum laude“.

13 weitere Häuser erreichen die zweitbeste Auszeichnung „magna cum laude“, weitere zehn „cum laude“.

Zum Kreis der empfehlenswerten Auswahl zählen zwölf weitere Verwalter. Prämiert werden 25 deutsche Häuser, 15 Schweizer Verwalter, sieben österreichische, vier Liechtensteiner und zwei Luxemburger Häuser. Hinzu kommt der Sonderpreis für den Fonds-Vermögensverwalter VMZ.

Zum Vergleich: Bei den Spitzen-Verwaltern gibt es große Kontinuität. Alle fünfzehn bereits 2006 mit „summa cum laude“ prämierten Häuser haben es erneut in die Top-Gruppe geschafft. 24 Verwalter zählen bereits zum fünften Mal zur Elite, darunter Bank Sarasin, Bankhaus Lampe, Berenberg Bank, Centrum Bank, Clariden Leu, Credit Suisse, Delbrück Bethmann Maffei, Dr. Jens Ehrhardt, Haspa, LGT Bank, Metzler, Pictet und Sal. Oppenheim.

Das Team des Elite Report findet die Top-Verwalter mit Hilfe eines ganzheitlichen Ansatzes. „Vermögensverwaltung ist vorrangig Vertrauenssache und Vermögensschutz“, sagt von Schönfels. Daher erfahre man etwa mit schlichter Betrachtung von Renditen nur einen Teil der Wahrheit. Seine wichtigsten Kriterien für gute Vermögensverwaltung sind eine systematische und gründliche Beratung, ein Bewusstsein für Anlagerisiken, ein vernünftiges Gebührensystem, saubere Verträge, konkrete, passende Angaben zu einer Zielrendite. Letztere werde allerdings oft überschätzt, sagt von Schönfels.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Fatale Fehler im sensiblen Geschäftsfeld

Bei rund 95 Prozent der Vermögenden im deutschsprachigen Raum, den Senioren, steht nach Erfahrung von Vermögensberatern weniger der Wertzuwachs als die Sicherung des Vermögens im Vordergrund. Oft fühlten sich gerade Senioren, vor allem Frauen, im Beratungsgespräch nicht verstanden und seien dann unzufrieden mit der Arbeit eines Verwalters, wie von Schönfels über anonyme Tester ermittelte. „Das ist fatal in einem Geschäftsfeld, das auf Vertrauen basiert“, meint er.

Das Ergebnis der Tester, die für den aktuellen „Elite Report“ mehr als 600 Einzelgespräche führten, fließt ebenso in die Bewertung ein wie Ausschreibungen für die Verwaltung tatsächlich existierender Vermögen. Überdies verschickt das Magazin Fragebögen an Vermögensverwalter und wertet öffentliche Informationen aus. Weiterer Baustein der Analyse ist der Depotcheck. Mit Hilfe von Wirtschaftsprüfern wird die Wertentwicklung von mehr als tausend Depots im Wert von mehreren Milliarden Euro untersucht.

Rankings dienten Anlegern als Entscheidungshilfe, sagt Jürgen Kurtz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz: „Wer kontinuierlich im oberen Drittel eines seriösen, inhaltlich guten Rankings auftaucht, kann nicht zu den Schlechten gehören.“ Am „Elite Report“ gefällt ihm der ganzheitliche Ansatz. Er liefere wichtige Informationen für Privatanleger, meint auch Andreas Grünewald, Vorstand beim Verband der unabhängigen Vermögensverwalter VUV und beim Vermögensverwalter FIVV. Daher werde der Report auch in der Branche stark beachtet.

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