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26.02.2008 
Investmentidee

Manchmal top – manchmal Flop

von Anke Rezmer

Starke Schwankungen, aber hohe Renditen: Der globale Aktienfonds des Vermögensverwalters Wolfgang Mayr vollzieht die Auf- und Abschwünge an der Börse extrem nach. Doch im Schnitt steht er damit deutlich besser da als die Konkurrenz.

FRANKFURT. Wolfgang Mayrs Strategien sind nichts für schwache Nerven. Gehörte der Chef der Vermögensverwaltung unter seinem Namen im Jahr 2007 mit seinem Aushängeschild WM Aktien Global noch zu den besten internationalen Aktienfondsmanagern, hinkt er seitdem hinterher. Fondsratinganalysten bescheinigen dem Wahl-Münchener dennoch eine gute, konsequente Strategie.

Der Januar lief schlecht für Mayrs Flaggschiff-Fonds: Mit gut 16 Prozent verlor die für hiesige Anleger wichtige Euro-Tranche des Fonds doppelt so viel an Wert wie seine Börsen-Messlatte, der MSCI World-Aktienindex. Sein Portfolio leidet unter der Aktienkursschwäche, auch wenn seine Anlageschwerpunkte inhaltlich nicht viel mit der Finanzkrise zu tun haben: asiatische Aktien, dabei viele kleinere und mittelgroße Titel sowie (chinesische) Energie- und Immobilienwerte. Das ist typisch für den Fonds des 42-jährigen studierten Betriebswirts. „Geht es am Aktienmarkt breit bergab, leidet der WM Aktien Global stärker als der Durchschnitt“, sagt Christian Michel, Fondsanalyst bei Feri Rating & Research. Umgekehrt „ist Mayr dabei, sobald ein Trend da ist“, lobt Michel, dem das technisch-quantitativ geprägte Konzept gefällt.


Tabelle  Infografik: Die Wertentwicklung des Fonds im Vergleich


Mayr hat ein Modell entwickelt, das Aktien sucht, die von einem Markttrend profitieren. Mit Hilfe historischer Marktpreisdaten wählt das Modell weltweit rund 400 Firmen aus. Dann analysieren Mayr und seine Kollegin Nina Kordes das Ertragswachstum der Firmen sowie den Preis der Aktie. Rund 50 verbleibende Firmen betrachten sie nach qualitativen Kriterien wie Management und Marktanteil – ohne die Firmen zu besuchen oder mit Managern zu sprechen. „Dies ermöglicht uns eine deutlich größere Zahl von Unternehmen zu analysieren“, sagt Mayr. Danach fällt die Anlageentscheidung über nur 26 stets gleich gewichtete Fondsaktien. Ins Portfolio gelange ein Wert nur, wenn er den quantitativen Test bestanden habe, sagt Mayr.

Der Fonds habe Probleme, wenn die Märkte „trendlos bergab trudeln“ wie jetzt, sagt Michel. Eine solche Phase hat Mayr vor gut drei Jahren bereits einmal schwer gebeutelt: Mayr, der damals gerade bekannt geworden war und Titel wie „Fondsmanager des Jahres 2003“ erhalten hatte, rutschte Mitte 2004 in eine Schwächephase, die eineinhalb Jahre dauerte. Anleger zogen massiv Kapital aus dem Fonds ab, der WM Aktien Global halbierte sein Vermögen auf gerade mal 120 Mill. Euro. „So schlimm ist es jetzt nicht“, sagt Mayr, der heute insgesamt 500 Mill. Euro verwaltet. Damals sei das Marktumfeld so schlecht gewesen, dass es keine guten Werte mehr im Universum gegeben habe, sagt er. Aktuell sei die Unsicherheit an den Aktienmärkten zwar auch groß. Doch jetzt gebe es, vor allem in Asien, starke Werte, auf die sich der Markt rasch wieder besinnen dürfte, meint er.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Knapp 40 Prozent asiatische Titel

Aktuell hält Mayr knapp 40 Prozent asiatische Titel im Portfolio, 30 Prozent US-Werte und 15 Prozent Europa-Aktien. Unter den Einzeltiteln finden sich Nokia, der US-Navigationsgerätebauer Garmin und der indonesische Mischkonzern Astra International. Sein Modell hat Mayr nach der Krise bis 2005 nicht geändert. „In den vergangenen zehn Jahren war dies bisher die einzige deutlichere Schwächephase“, sagt er. Die Jahre 2006 und 2007 scheinen ihm recht zu geben, der Fonds legte je um ein Fünftel an Wert zu und war wieder Top. Gefeilt hat Mayr seitdem am Marketing: 2004 und 2005 schrieb er seinen Anlegern Briefe und bat sie um Geduld. Heute kümmert sich Partner Dieter Vogel um das Marketing, Abflüsse soll es derzeit nicht geben.

Anleger sollten in der Schwächephase eigentlich Fondsanteile kaufen, meint Rüdiger Sälzle, Geschäftsführer des Fondsanalysehauses Fonds Consult, den Mayrs Kontinuität überzeugt. Über fünf Jahre liegt der Fonds in der Wertentwicklung unter den besten Vier seiner Kategorie. „Man muss aber die Aufs und Abs aushalten können“, sagt er. Bei Feri erhält der Fonds gerade noch das Spitzenrating „A“, das leicht getrübt wird von der relativ starken Wertschwankung von knapp 20 Prozent im Mittel der letzten drei Jahre. Der Fonds ist kein Basisinvestment für konservative Anleger. Wer sein Kapital mindestens fünf Jahre anlege, könne auf überdurchschnittliche Erträge hoffen, meint Sälzle.


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