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29.02.2008 
Rekord-Dividenden

Milliarden für die Anleger

von Ulf Sommer und Christian Panster

Die Dax-Konzerne schütten so viel Geld an ihre Aktionäre aus wie noch nie zuvor. Auch die kleineren Unternehmen aus MDax und SDax lassen sich nicht lumpen. Welche Aktien für die Anleger interessant sind und welche nicht.

DÜSSELDORF. Sage und schreibe 27 Mrd. Euro wollen die Dax-Konzerne an ihre Anteilseigner weiter geben - so viel wie niemals zuvor. Damit steigen die Dividenden in diesem Jahr stärker als die Gewinne. 21 Unternehmen haben in den vergangenen Tagen ihre Dividendenhöhe bekannt gegeben; 18 wollen erhöhen, darunter die Deutsche Lufthansa, Bayer und die Deutsche Telekom. Erstmals seit 2002 steigt die sogenannte Ausschüttungsquote wieder bis an die 40-Prozent-Marke. Henning Gebhardt, zuständig für deutsche Aktien bei der Fondsgesellschaft DWS, spricht von einem "Spitzenjahr".

Wegen der zuletzt gefallenen Aktienkurse erscheint die Dividenrendite, das Verhältnis zwischen Kurs und Ausschüttungsbetrag, aus Anlegersicht äußerst lukrativ: Immerhin elf Dax-Konzerne kommen auf einen Wert von über 3,5 Prozent, bei der Deutschen Bank sind es sogar mehr als sechs Prozent. Der im Kleinwerte-Index SDax notierte Baufinanzierungsvermittler Interhyp zahlt seinen Aktionären gleich doppelt Dividende. Attraktive Dividenden seien auch ein Werkzeug, um die Aktienkurse zu stabilisieren, sagte Fondsmanagerin Sonja Schemmann von Schroders. "Im Umfeld fallender Kursgewinne rückt die Dividende in den Vordergrund." Allerdings sind nicht alle Dividenden-Könige für Anleger interessant.



Deutsche Telekom: Alle Jahre wieder packt der Telekom -Riese bei der Dividendenzahlung drauf, um seine Aktionäre bei Laune zu halten. Eine Art Schmerzensgeld für die miserable Kursentwicklung der vergangenen Jahre. 84 Cent sollen es für das Geschäftsjahr 2007 sein, sechs Cent mehr als im Vorjahr. Damit schüttet die Telekom voraussichtlich insgesamt 3,4 Mrd. Euro aus. Das Dumme dabei: Das sind rund 110 Prozent des Reingewinns. Die Telekom lebt von ihrer Substanz. Am Ende könnte das Geld für Investitionen fehlen. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 18 gehören die Telekom -Papiere zu den teureren Dax-Werten. Wegen des schwierigen Marktumfelds der Branche bleibt die Telekom -Aktie vergleichsweise unattraktiv.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Doppelte Dividende

Deutsche Lufthansa: Über eine deutlich höhere Dividende freuen sich auch die Aktionäre der Lufthansa. 1,25 Euro gibts pro Aktie, 55 Cent mehr als im Vorjahr. Lufthansa hat 2007 trotz hoher Treibstoffkosten und harten Preiskampfes erneut ein Rekordergebnis verbucht. Europas zweitgrößte Fluggesellschaft steigerte ihren Betriebsgewinn um mehr als 60 Prozent auf knapp 1,4 Mrd. Euro. Der Reingewinn kletterte um mehr als das Doppelte auf fast 1,7 Mrd. Euro. In den hohen Überschuss flossen allerdings knapp 600 Mill. Euro Sondererlöse ein, davon allein 503 Mill. Euro aus dem Verkauf der Anteile am Reisekonzern Thomas Cook an Arcandor. Bei Analysten steht die Aktie dennoch hoch im Kurs: 16 von 19 empfehlen laut Analystencheck-Tool die Papiere zum Kauf; das gewichtete Kursziel liegt bei 22,32 Euro. Derzeit notieren die Papiere bei 15,69 Euro.


» Dax-Prognosen 2008: Welche Entwicklung Experten erwarten

Interhyp: Gleich doppelt kassieren die Aktionäre von Interhyp. Der Baufinanzierungsvermittler will seinen Eigentümern nach einem kräftigen Gewinnanstieg 2007 je Aktie 2,10 Euro zahlen, insgesamt rund drei Viertel des um ein Drittel gestiegenen Jahresüberschusses von gut 18 Mill. Euro. Hinzu kommt eine Sonderausschüttung von zwei Euro je Aktie. Für dieses Jahr erwartet der Vorstand beim operativen Gewinn (Ebit) einen Zuwachs von mindestens zehn Prozent. Zehn von elf Analysten empfehlen die Aktien zum Kauf, einer sagt "Halten". Allerdings haben Deutsche Bank (von 100 auf 80 Euro) und Citigroup (von 80 auf 60 Euro) ihre Kursziele für Eurohypo deutlich reduziert. Derzeit kostet eine Aktie 49 Euro.

GfK: Auch der Marktforscher will seinen Eigentümern für 2007 eine deutlich höhere Dividende zahlen. Die Gewinnausschüttung soll um ein Viertel auf 0,45 Euro je Aktie angehoben werden. Der der Umsatz legte 2007 um knapp sechs Prozent auf 1,16 Mrd. Euro zu, das operative Ergebnis (Ebit) kletterte um gut 14 Prozent auf 140 Mill. Euro. Mit einem KGV von zwölf sind die GfK -Papiere derzeit moderat bewertet. Impulse für 2008 versprechen Großereignisse wie die Olympischen Spielen, die Fußball-EM sowie die US-Präsidentschaftswahl. Sechs von sieben Anlaysten empfehlen die Aktie als "Kauf", einer sagt "halten".

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