Die Dax-Konzerne schütten so viel Geld an ihre Aktionäre aus wie noch nie zuvor. Auch die kleineren Unternehmen aus MDax und SDax lassen sich nicht lumpen. Welche Aktien für die Anleger interessant sind und welche nicht.
DÜSSELDORF. Sage und schreibe 27 Mrd. Euro wollen die Dax-Konzerne an ihre Anteilseigner weiter geben - so viel wie niemals zuvor. Damit steigen die Dividenden in diesem Jahr stärker als die Gewinne. 21 Unternehmen haben in den vergangenen Tagen ihre Dividendenhöhe bekannt gegeben; 18 wollen erhöhen, darunter die Deutsche Lufthansa,
Bayer
und die Deutsche Telekom.
Erstmals seit 2002 steigt die sogenannte Ausschüttungsquote wieder bis an die 40-Prozent-Marke. Henning Gebhardt, zuständig für deutsche Aktien bei der Fondsgesellschaft DWS, spricht von einem "Spitzenjahr".
Wegen der zuletzt gefallenen Aktienkurse erscheint die Dividenrendite, das Verhältnis zwischen Kurs und Ausschüttungsbetrag, aus Anlegersicht äußerst lukrativ: Immerhin elf Dax-Konzerne kommen auf einen Wert von über 3,5 Prozent, bei der Deutschen Bank
sind es sogar mehr als sechs Prozent. Der im Kleinwerte-Index SDax notierte Baufinanzierungsvermittler Interhyp
zahlt seinen Aktionären gleich doppelt Dividende. Attraktive Dividenden seien auch ein Werkzeug, um die Aktienkurse zu stabilisieren, sagte Fondsmanagerin Sonja Schemmann von Schroders.
"Im Umfeld fallender Kursgewinne rückt die Dividende in den Vordergrund." Allerdings sind nicht alle Dividenden-Könige für Anleger interessant.
Deutsche Telekom:
Alle Jahre wieder packt der Telekom
-Riese
bei der Dividendenzahlung drauf, um seine Aktionäre bei Laune zu halten. Eine Art Schmerzensgeld für die miserable Kursentwicklung der vergangenen Jahre. 84 Cent sollen es für das Geschäftsjahr 2007 sein, sechs Cent mehr als im Vorjahr. Damit schüttet die Telekom
voraussichtlich insgesamt 3,4 Mrd. Euro aus. Das Dumme dabei: Das sind rund 110 Prozent des Reingewinns. Die Telekom
lebt von ihrer Substanz. Am Ende könnte das Geld für Investitionen fehlen. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 18 gehören die Telekom
-Papiere
zu den teureren Dax-Werten. Wegen des schwierigen Marktumfelds der Branche bleibt die Telekom
-Aktie
vergleichsweise unattraktiv.
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Deutsche Lufthansa:
Über eine deutlich höhere Dividende freuen sich auch die Aktionäre der Lufthansa.
1,25 Euro gibts pro Aktie, 55 Cent mehr als im Vorjahr. Lufthansa
hat 2007 trotz hoher Treibstoffkosten und harten Preiskampfes erneut ein Rekordergebnis verbucht. Europas zweitgrößte Fluggesellschaft steigerte ihren Betriebsgewinn um mehr als 60 Prozent auf knapp 1,4 Mrd. Euro. Der Reingewinn kletterte um mehr als das Doppelte auf fast 1,7 Mrd. Euro. In den hohen Überschuss flossen allerdings knapp 600 Mill. Euro Sondererlöse ein, davon allein 503 Mill. Euro aus dem Verkauf der Anteile am Reisekonzern Thomas Cook
an Arcandor.
Bei Analysten steht die Aktie dennoch hoch im Kurs: 16 von 19 empfehlen laut Analystencheck-Tool die Papiere zum Kauf; das gewichtete Kursziel liegt bei 22,32 Euro. Derzeit notieren die Papiere bei 15,69 Euro.
» Dax-Prognosen 2008: Welche Entwicklung Experten erwarten
Interhyp:
GfK:

