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08.06.2007 
Anlagethemen

Öko-Aktien sind begehrt

von Udo Rettberg

Das aktuell heiß diskutierte Thema Klimawandel birgt nicht nur Risiken, sondern bietet auch große Chancen. Aktien von Unternehmen, die sich mit Lösungen zur Entschärfung des Problems Erderwärmung durch die Entwicklung neuer Technologien und Dienstleistungen beschäftigen, gelten bei Investoren als besonders zukunftsträchtig.

Lupe

Zu den großen Gewinnern der jüngsten Zeit zählt die Aktie der Climate Exchange, der weltgrößten Emissionsbörse, deren Kurs seit Gründung des Unternehmens vor wenigen Jahren von 100 auf 2 000 Pence in die Höhe geschossen ist.

Impulse für Kurssteigerungen von Ökologie-Aktien kamen nach Auffassung von Eric Heymann von der Deutschen Bank von verschiedenen Seiten. Regierungen greifen immer tiefer in ihre Schatullen und versuchen sich mit populär erscheinenden staatlichen Fördermaßnahmen im Bereich Alternativ-Energien bei Wählern ein grünes Profil zu geben.

Neben regenerativen Energien (Sonne, Wind, Gezeitenkraftwerke, Geothermie und Biotreibstoffe) richten Europas Staatschefs ihr Augenmerk auf die Forcierung des CO2-Emissionshandels und die Förderung so genannter CDM-Projekte. Dabei erhalten Unternehmen zum Beispiel für die Aufforstung abgeholzter Wälder Emissionskredite, die gegen CO2.-Verschmutzungsrechte aufrechenbar sind.

Ebenso wichtig wie der Rückenwind der Politik ist für einen erfolgreichen globalen Siegeszug der Klimaschutz-Idee jedoch die grundlegende Akzeptanz dieser Problematik durch die Wirtschaft. Zahlreiche Unternehmen setzen inzwischen nicht nur auf einen sinnvollen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen und auf die Schonung der bekannten Ökosysteme. Sie sehen darüber hinaus in geeigneten Maßnahmen zur Verlangsamung des Klimawandels auch riesige Chancen für das eigene Geschäft.

Zuletzt gab es eine Welle von Unternehmensgründungen in Zukunftsmärkten wie Biotreibstoffe, Wind- und Solarenergie, Brennstoffzellen und Emissionsreduzierungen. Mit der an der Börse London notierten britischen AgCert hat einer der „First Mover“ bei der Reduzierung von Treibhausgasen sein Kapital erhöht. Der Scheitelpunkt der „grünen Gründerwelle" ist nach Meinung von Fachleuten jedoch noch längst nicht erreicht.

Anleger bringen bereits heute im Hinblick auf das im Klimaschutz – einer Schnittstelle zwischen Ökologie und Ökonomie – mittel- und langfristig bestehende riesige Potenzial viel Phantasie auf. Dies zeigen zunehmende M&A-Aktivitäten. So war um Australiens Pacific Hydro, einem Produzenten erneuerbarer Energien, zwischen Spaniens Energieversorger Aconia und der australischen Pensionskasse IFM ein Bieterwettstreit entbrannt, den die Australier für sich entschieden. Auch um Produzenten von Solar- und Windenergie entstanden Übernahmekämpfe.

Experten glauben, dass sich der Konzentrationsprozess bei den Herstellern alternativer Energien beschleunigen wird. Sehr stark sind in London daher zurzeit Aktien von Brennstoffzellenfirmen wie Ceramic Fuel Cells und ITM Power gefragt. In den USA gelten die zuletzt schwächeren Aktien der Ethanol-Hersteller Verasun Energy und Pacific Ethanol als interessant, sagt Pavel Molchanov von Raymond James & Associates.


Die vielfältige grüne Investmentpalette

Breites Angebot

Der Klimawandel hat die Börse auch auf anderem Wege inzwischen in seinen Bann gezogen. Denn die Anleger investieren nicht nur direkt in Aktien von sich mit dem Klimaschutz beschäftigenden Unternehmen, sondern auch in andere Instrumente wie Investmentfonds, Indexfonds und Zertifikate.

Neuer Index

Die Deutsche Börse hat mit der Kreation des Öko-Dax die Grundlage für ein von der Deutschen Bank lanciertes Zertifikat geschaffen. Der Index bildet die zehn in Deutschland bekanntesten Produzenten erneuerbarer Energien ab.


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