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11.06.2008 
Aktualisiert 24.06.2008, 15:57 Uhr 
Folge der Bankenkrise

Reiche horten Cash

von Axel Höpner

In der Bankenkrise haben offenbar auch die Reichen das Vertrauen in das Finanzsystem verloren und halten ihr Bargeld beisammen. Immer mehr Bankhäuser bekommen dies zu spüren: Die Barbestände wachsen, zu Neuinvestments sind viele wohlhabende Kunden derzeit nicht zu bewegen.

Cash is king: Wohlhabende Kunden setzen derzeit vor allem auf Sicherheit. Foto: dpaLupe

Cash is king: Wohlhabende Kunden setzen derzeit vor allem auf Sicherheit. Foto: dpa

MÜNCHEN. In der Bankenkrise haben auch die Reichen das Vertrauen in das Finanzsystem teilweise verloren und halten ihr Bargeld beisammen. "Die Kunden sind sehr abwartend. Cash is king", sagte Andreas Wölfer, der bei der Hypo-Vereinsbank das Wealth-Management verantwortet, dem Handelsblatt. Zu Neuinvestments seien viele wohlhabende Kunden derzeit nicht zu bewegen, die Vermögensverwalter spürten dies in einem Rückgang des Transaktionsvolumens und an höheren Barbeständen.

"Es herrscht fast schon Lethargie", sagt Rüdiger Sälzle, Geschäftsführer bei FondsConsult. Manch Anleger habe erstmals erfahren, welche Risiken zum Beispiel Produkte im Kredit- und Derivatebereich haben könnten. Daher setzten derzeit viele auf Cash und Bundesanleihen.

Allein bei der HVB haben die wohlhabenden Kunden im Wealth-Segment rund vier Mrd. Euro zusätzliche Liquidität aufgebaut, sagte Wölfer. "Wir sehen noch nicht, dass das Vertrauen der Kunden in den Markt zurückkehrt, obwohl es derzeit auch Chancen durch günstige Einstiegspreise bei Wertpapieren gibt." Auch beim Bankhaus Reuschel & Co Privatbankiers beobachtet man die Entwicklung. "Wir sehen ebenfalls eine Zurückhaltung. Cash-Positionen werden weiter ausgebaut", sagte Patrick Tessmann, Sprecher der Geschäftsleitung, dem Handelsblatt. Inflationsbereinigt lasse sich nach Steuern derzeit so nur Kapitalerhalt generieren. Im Laufe des Jahres werde man mit den Kunden den gezielten Einstieg in andere Strategien besprechen.

Andere Institute sehen aber erste Anzeichen für einen Umschwung. Seit April sei eine leichte Trendwende zu verzeichnen, sagte der Private-Banking-Leiter einer ausländischen Privatbank. "Es gibt einige, die wieder verstärkt investieren." Noch aber wisse man nicht, wie nachhaltig dies sei.

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