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08.05.2008 

Auch in der Bundeshauptstadt ist Elgeti unterwegs – abseits der schillernden Viertel. Stattdessen versucht er, seine Investoren in Berlin von unentdeckten Bezirken zu überzeugen. „Berlin ist in vielen angesagten Bezirken schon vergleichsweise zu teuer“, hält er der gängigen These von der „günstigsten Metropole der Welt“ entgegen. Friedrichshain sei das, was der Prenzlauer Berg vor fünf Jahren gewesen sei und wonach eine spezielle Klientel jetzt suche. Selbst einige Ecken des verrufenen Neuköllns böten Chancen.

Wenn Elgeti über den chancenreichen deutschen Immobilienmarkt philosophiert, dann fällt auf: Aktienstrategie, Meetings mit superreichen Großkunden oder das Pendeln zwischen den Kontinenten war nur Basis für Bekanntheit und finanzielle Unabhängigkeit, mit denen der Schritt zur wahren Leidenschaft gewagt werden konnte. Denn Immobilien standen stets im Vordergrund. Bereits während seiner fast zehn Jahre in der Londoner City hat er – nebenbei – für Freunde und Bekannte ein deutsches Immobilienportfolio über 40 Millionen Euro verwaltet. Einmal führte seine Überzeugung vom enormen Wertsteigerungpotenzial ostdeutscher Garagenkomplexe für den Vater zweier Töchter angeblich zu erheblichen innerfamiliären Diskussionen, wie Bekannte berichten – weshalb eine Chance auf gute Renditen verpasst wurde.

Karriereschwenks wie Elgetis sind in der Finanzwelt aber die Ausnahme. Dort gehören zwar häufige Wechsel des Arbeitgebers zum perfekten Lebenslauf, um weit nach oben zu kommen. Den grundsätzlich einmal eingeschlagenen Weg innerhalb der Finanzwelt verlassen jedoch die wenigsten. „Da spielt einer offensichtlich das übliche Spiel der Industrie nicht mit“, sagt Tim Zühlke, Gründungspartner von Indigo Headhunters in Frankfurt.

Das geht in der Regel nur dann, wenn man in kürzester Zeit alles erreicht hat, was zu erreichen ist. Im Bereich der Anlagestrategie hat Elgeti alles ausgereizt. Im besten Fall wäre in etlichen Jahren der Sprung in den Finanzvorstand einer Großbank möglich gewesen. Das hätte jedoch erneut geheißen: Meetings, Flüge, Hotels, unterschiedliche Zeit- und Klimazonen. „Gerade die Sonntagabendflüge, um montags irgendwo auf der Welt sofort loslegen zu können, waren extrem nervig“, sagt der Aussteiger.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Aufschwung Ost: Eine ungewöhnliche Karriere

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