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14.02.2008 
Investmentidee

Tech-Aktien locken Anleger

von Christian Schnell

Zur heißesten Wette auf steigende Kurse sind neben dem Finanzsektor in den letzten Wochen die Technologie-Werte aufgelaufen. Und das sowohl in Europa als auch in den USA. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

FRANKFURT. Zur heißesten Wette auf steigende Kurse sind neben dem Finanzsektor in den letzten Wochen die Technologie-Werte aufgelaufen. Und das sowohl in Europa als auch in den USA. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Zum einen hat das Börsenunwetter im Januar gerade die als schwankungsanfällig bekannten Tech-Aktien besonders sturmreif geschossen. Zum anderen liegen die Kurse von Schwergewichten wie SAP oder Nokia in Europa oder von Microsoft, Dell oder Intel in den Vereinigten Staaten inzwischen derart günstig, dass die Frage einem vorsichtigen Einstieg inzwischen wieder vermehrt aufkommt.

Zumindest hie und da raten Experten wieder dazu, auch wenn das Gros unter ihnen eher noch zurückhaltend agiert. "Ich sehe im aktuellen Marktumfeld viele attraktive Gelegenheiten, das starke Auf und Ab bietet gerade für scharfsinnige Anleger interessante Chancen", sagt Alexander Scurlock, Fondsmanager bei Fidelity. Dazu rechnet er auch Technologietitel, die ihren Focus speziell auf Wachstum haben.

Auch deutsche Anlageberater haben sich inzwischen des Sektors angenommen. "Wir gehen mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 bis 60 Prozent von einer baldigen Erholung der Märkte aus", sagt Bert Flossbach vom Kölner Vermögensverwalter Flossbach & von Storch. Und weil es zuletzt in all den Börsenturbulenzen auch viele positive Berichte außerhalb des Finanzsektors über das Geschäft im letzten Quartal gab, setzt er derzeit besonders auf global tätige Tech-Unternehmen wie Siemens, Philips, 3M und SAP.

Überhaupt SAP: Wie kontrovers derzeit über Chancen und Risiken von Tech-Werten diskutiert wird, verdeutlicht die Aktie des einzigen deutschen Software-Hauses mit Weltruf wie kaum eine zweite. Die Kursziele der Analysten für die Aktie, die gestern 33,50 Euro kostete, bewegen sich zwischen 28 Euro und 57,50 Euro. Die völlig konträren Einschätzungen liegen vor allem an der unterschiedlichen Interpretation der jüngsten Quartalszahlen und des Ausblicks für dieses Jahr.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Sind US-Werte attraktiver?

Unabhängig von der Entwicklung des Geschäfts spielen bei Tech-Werten die Fragen, ob die US-Wirtschaft in eine Rezession schlittert und wie sich der Dollar entwickelt, eine größere Rolle als in vielen anderen Branchen. Zumindest bei ersterem droht ihnen nach Berechnungen der Helaba jedoch keine allzu große Gefahr mehr. Knapp 70 Prozent Rezessionswahrscheinlichkeit sind demnach in den Kursen der US-Tech-Aktien bereits eingepreist. Einen höheren Risikopuffer haben nur noch Finanz- und Telekomtitel zu bieten. "Die deutlichen Kurskorrekturen haben bereits viel Negatives vorweggenommen", sagt Helaba -Aktienstratege Markus Reinwand.

Weitaus größere Gefahr droht den Tech-Aktien dagegen von der Währungsseite. "Dieser Sektor ist einer der währungsempfindlichen überhaupt", sagt Ian Richards, Aktienstratege bei ABN Amro in London. Besonders im Fokus steht dabei das Euro-Dollar-Verhältnis, weil der US-Markt gerade im Technologiesektor nach wie vor das Maß aller Dinge ist. Das gilt sowohl für den Produktsektor als auch als Absatzmarkt. Gerade dort hat Richards jedoch seine Zweifel, ob der weiterhin so stark ist wie bisher. Das liegt unter anderem am Netzwerkausrüster Cisco Systems, einem der großen Aushängeschilder der Branche. Ende vergangener Woche verkündete das Unternehmen eine verringerte Nachfrage, was in der Konsequenz Titel der gesamten Branche nach unten trieb.

Für Technologie-Aktien bedeutet das nur: Sie werden dadurch noch eine Spur spekulativer als bisher schon, bieten so aber auch noch ein bisschen größere Chancen als sie das schon immer taten.


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