1.000 Punkte höher Deutsche Bank hebt Dax-Prognose an

Die Analysten der Deutschen Bank haben ihr Dax-Ziel angehoben. Sie sehen den Leitindex bis zum Ende des Jahres bei 12 800 Punkten. Andere Kollegen, etwa von der DZ Bank, hatten ihr Dax-Ziel bereits zuvor erhöht.
Update: 06.03.2017 - 18:15 Uhr Kommentieren
Das optimistische Symbol für steigende Kurse könnte sich bewahrheiten, glauben die Analysten der Deutschen Bank. Quelle: dpa
Kleiner Bulle an der Börse

Das optimistische Symbol für steigende Kurse könnte sich bewahrheiten, glauben die Analysten der Deutschen Bank.

(Foto: dpa)

Frankfurt„Deutsche Blue Chips profitieren besonders stark von der guten Wirtschaftsentwicklung außerhalb Europas“, begründet der Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank für Privat- und Firmenkunden, Ulrich Stephan, die Entscheidung. „Kommt es bei Wachstum und Inflation zu keinen relevanten Rückschlägen, sind die Perspektiven für deutsche Aktien sehr interessant.“ Kein anderer Leitindex in Europa weise einen vergleichbar hohen Anteil konjunktursensitiver Aktien auf wie der Dax, erklärt der Stratege. Die Deutsche Bank erwartet, dass die Wirtschaftsaktivität global und auch hierzulande im Sog einer starken US-Konjunktur vor allem gegen Ende des Jahres und 2018 noch weiter zulegen wird. Die Weltwirtschaft wird deren Schätzungen zufolge 2017 um 3,4 Prozent zulegen.

Der EuroStoxx50 wird nach Ansicht von Stephan bis Ende 2017 auf 3580 Punkte steigen. Bislang war er von 3100 Punkten ausgegangen. Dafür spricht für ihn die Stimmung der Einkaufsmanager in den USA und Europa, die zuletzt zum sechsten Mal in Folge gestiegen ist. Davon sollte Deutschland als Exportweltmeister profitieren, meint Stephan, auch wenn die Deutschen gleichzeitig mehr importierten. Die Unternehmensgewinne aus dem Export dürften steigen. Nach der guten Berichtssaison und den noch besseren Ausblicken rechnen die Analysten in diesem Jahr mit einem Gewinnwachstum von 6,6 Prozent und für 2018 mit 8,9 Prozent der 30 Dax-Mitglieder.

Die besten und schlechtesten Aktien im Februar

HDAX ® PERFORMANCE-INDEX

WKN
ISIN
DE0008469016
Börse
Xetra

-5,75 -0,08%
Chart von HDAX ® PERFORMANCE-INDEX
HDax
1 von 15

Im Vergleich zum Vormonat hat der HDax im Februar zugelegt. Die 110 Aktien des HDax, in dem alle Titel aus Dax, MDax und TecDax vertreten sind, kamen auf eine Monatsperformance von 2,97 Prozent. Grund dafür ist unter anderem die Rekordlaune am amerikanischen Aktienmarkt und die Hoffnung auf einen amerikanischen Konjunkturboom durch US-Präsident Donald Trump. Gleichzeitig fürchten Anleger aber auch immer noch politische Unsicherheiten, was die Kurse zeitweise wieder zurück fallen lässt. Trotzdem: insgesamt eine durchaus positive Tendenz. Es folgen die schlechtesten und die besten Aktien im Februar.

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
L&S

-0,21 -0,31%
+67,41€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Lanxess AG
2 von 15

Flops – Platz 7

Den Reigen der Flops eröffnet die Lanxess AG. Der Spezialchemiekonzern ist einer der bedeutendsten Chemie- und Polymeranbieter Europas. Etwa ein Jahr lang konnte das Wertpapier von Lanxess seinen Aufwärtstrend aufrechterhalten. Doch im Februar verloren die Aktien insgesamt 4,54 Prozent, wodurch das recht überkaufte Sentiment in eine gesunde Konsolidierung übergehen dürfte. Zum Monatsende hin ist auch schon wieder ein Aufwärtstrend zu beobachten.

Deutsche Börse AG

WKN
ISIN
Börse

Chart von Deutsche Börse AG
Deutsche Börse AG
3 von 15

Flops – Platz 6

Kerngeschäft der Deutsche Börse AG ist die Entwicklung und der Betrieb von Handelsplattformen, Teilnehmernetzwerken und Abwicklungssystemen für Börsen. Der Februar lief nicht gut für die Aktiengesellschaft. Eigentlich war der Zusammenschluss von Deutsche Börse AG und London Stock Exchange (LSE) geplant, doch inzwischen ist das Scheitern der Fusion zum Greifen nah. Denn die LSE hat unerwartet die Reißleine gezogen. Die Monatsperformance der Deutsche Börse AG beläuft sich auf ein Minus von 5,09 Prozent.

WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000WCH8881
Börse
L&S

+1,24 +0,88%
+140,44€
Chart von WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.
Wacker Chemie AG
4 von 15

Flops – Platz 5

Auch für die Wacker Chemie AG hielt der Februar nicht viel Gutes bereit. Am 13. Februar stuften die Analysten von Berenberg die Aktien von „buy“ auf „hold“ herunter und senkten das Kursziel auf 112 von 115 Euro. Insgesamt verbilligten sich die Papiere im Februar um 5,20 Prozent.

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
L&S

+0,15 +0,67%
+21,97€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S AG-REG
5 von 15

Flops – Platz 4

Noch schlechter sah der Februar für die K+S AG aus. Die Baader Bank beließ die Einstufung der Aktien auf „Hold“ mit einem Kursziel von 21 Euro. Das Bergbauunternehmen mit den Schwerpunkten Kali- und Salzförderung fuhr einen Kursverlust von 5,84 Prozent ein.

CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007257503
Börse
L&S

-0,18 -1,62%
+10,68€
Chart von CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
Metro AG
6 von 15

Flops – Platz 3

Die Metro AG schafft es unter die Top Drei der Verlierer. In weniger als einem halben Jahr soll das Unternehmen aufgespalten werden: in einen Elektrohändler um Media Saturn und in einen Lebensmittelspezialisten um die Real-Supermarkte und das Großhandelsgeschäft. Dann werden die Aktien der beiden künftigen Unternehmen getrennt gehandelt werden. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Aktie der Metro AG im Februar außerdem auf „Underweight“ mit einem Kursziel von 26 Euro belassen. Am Ende des Monats erschien für die Aktien ein Minus von 7,42 Prozent auf den Anzeigetafeln.

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
L&S

+0,11 +0,88%
+13,01€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank AG
7 von 15

Flops – Platz 2

Der Aufwärtstrend der Commerzbank-Aktie seit Oktober 2016 geriet im Februar ins Wanken. Die britische Investmentbank Barclays hat die Einstufung für die Commerzbank AG auf „Underweight“ belassen – mit einem Kursziel von sechs Euro. Hinzu kommen eine geringe Kreditnachfrage, anhaltend niedrige Zinsmargen und geringe Gebühren. Am Ende des Monats stand ein dickes Minus von 10,13 Prozent.

Die Kollegen von der DZ Bank haben bereits Anfang Februar ihr Dax-Ziel angehoben, von 12 000 auf 12 500 Punkte bis zum Jahresende. Den Euro-Zonen-Leitindex Euro Stoxx 50 sehen die Aktienstrategen um Christian Kahler Ende 2017 fast so hoch wie Stephan von der Deutschen Bank, bei 3500 Zählern. Die Fundamentaldaten zeigen sich weiter von der positiven Seite, meinen die DZ Banker.

Zwar konnten die ökonomischen Daten wie Firmengewinne und das Wirtschaftswachstum zuletzt nicht mit den kletternden Aktienkursen mithalten, konstatieren sie. Doch es gibt ihrer Ansicht nach wenig Anzeichen, dass die Börsen-Party abrupt zu Ende gehen sollte. Jedoch, mit steigender Sorglosigkeit, zeigt die Historie, dass auch das Risiko einer Korrektur wächst, mahnen sie. „Wir vertreten unverändert die Ansicht, dass sich in Anbetracht der sehr guten wirtschaftlichen Entwicklung die Kurse bis Jahresende weiter nach oben bewegen werden“, meinen die DZ-Bank-Strategen. Bei kurzfristigen Kursrückschlägen, etwa im Zuge politischer Unsicherheiten, bieten sich ihrer Ansicht nach Kaufchancen.

Die makroökonomischen Rahmenbedingungen stimmen, die Unternehmen auch in den USA und etwa Japan liefern, wie Stephan von Deutschen Bank betont: Mehr Wirtschaftswachstum und steigende Unternehmensgewinne trieben die Aktienmärkte zu neuen Höchstständen. „Die Aktienbörsen schert es bislang kaum, dass eine Zinsanhebung in den USA schon im März immer wahrscheinlicher zu werden scheint“, sagt er. Zwar seien US-Aktien nicht mehr günstig, gerade bei Energie-, Industrie- und Finanzwerten haben die Risikoprämien zugenommen. Doch solange die Unternehmensgewinne weiter so kletterten wie in der abgelaufenen Berichtssaison, solange lohnten sich auch US-Aktien, meint Stephan – die Zinsen seien ja immer noch niedrig. Für den S&P 500 erwarten Analysten 2017 ein Gewinnwachstum von mehr als zehn Prozent. Stephan hat sein Kursziel für den breiten US-Index für dieses Jahr auf 2 600 Punkte angehoben. Das entspricht einem Plus von gut acht Prozent im Vergleich zu heute. Die DZ Banker sehen den S&P 500 bis Ende 2017 auf 2450 Punkte klettern.

Investoren spekulieren darauf, dass die US-Wirtschaft an Fahrt gewinnt durch die Wirtschaftspolitik des neuen Präsidenten Donald Trump. Er hat Investitionen in Infrastrukturprojekte, Steuervergünstigungen für Unternehmen und Deregulierungen für Banken versprochen, ist Details aber bislang schuldig geblieben. Entscheidende Treiber für weitere Kursgewinne werden nach Ansicht von Stephan das tatsächliche Wirtschaftswachstum und die damit korrelierte Gewinnentwicklung sein. Für 2017 und 2018 liegt die Prognose der Deutschen Bank für das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts der USA bei 2,5 beziehungsweise 3,6 Prozent.

  • rtr
  • rez
Startseite

Mehr zu: 1.000 Punkte höher - Deutsche Bank hebt Dax-Prognose an

0 Kommentare zu "1.000 Punkte höher: Deutsche Bank hebt Dax-Prognose an "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%