45 Millionen auf der hohen Kante
Wie Greenpeace Geld anlegt

Weil ein Mitarbeiter rund 3,8 Millionen Euro verzockte, steht Greenpeace in der Kritik. Die deutsche Dependance gibt nun einen Einblick in ihre Konten. Die Öko-Aktivisten setzen auf Tages-und Festgelder zu Minizinsen.
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Es kommt nicht häufig vor, dass Journalisten Einblicke in Bankkonten erhalten. Wenn der Inhaber gar freiwillig seine Bücher öffnet, muss der Druck schon ziemlich groß sein. So wie bei der Umweltorganisation Greenpeace. Die musste vor einigen Tagen einräumen, dass ein Mitarbeiter in der Zentrale in Amsterdam 3,8 Millionen Euro verzockte, weil er ein Termingeschäft auf die Gemeinschaftswährung abgeschlossen hatte.

Zwar ist Greenpeace als gemeinnützige Organisation per se zu großer Transparenz verpflichtet. Als einer der schärfsten Kritiker der Finanzindustrie gibt sich die Organisation zudem betont offen, wenn es um die eigenen Bilanzen geht. Doch so detailliert, wie Greenpeace Deutschland unsere Anfrage zur eigenen Geldanlage beantwortete, hatten wir das nicht erwartet.

„Das Gesamtvolumen unserer kurz- und mittelfristigen Geldanlagen in Form von Tages- und Festgeldern beträgt zurzeit insgesamt 44,945 Millionen Euro“, teilt die Organisation schriftlich mit. Laut der eigenen Richtlinie für Geldanlagen darf Greenpeace nur in diesen beiden festverzinslichen Formen anlegen.

„Alles in allem hat Greenpeace Deutschland also knapp 45 Millionen Euro auf der hohen Kante – bei einem jährlichen Spendenaufkommen von 53,5 Millionen Euro (2012). Warum hortet die Organisation so viel Geld?

„Wir müssen sicherstellen, dass Kampagnen auch in Zeiten von Spendeneinbrüchen weitergehen können“, teilt Greenpeace mit. „Auch langfristige Verträge mit Dritten müssen sicher bezahlt werden können, sollten sich Probleme ergeben.“

Einen ausführlichen Artikel mit allen Hintergründen über die verzockten Spendengelder bei Greenpeace finden Sie in der heutigen Ausgabe des Handelsblatts. Als E-Paper können Sie die Zeitung im Kaufhaus der Weltwirtschaft ohne Zeitverlust erwerben.

Kommentare zu " 45 Millionen auf der hohen Kante: Wie Greenpeace Geld anlegt"

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  • Herr Koch, Sie haben natürlich Recht wenn Sie die sinnlosen Kosten die die Greenpeace Aktionen verursachen beleuchten.

    Die Weltmeere enthalten gut 70 Mrd. to radioaktiver Stoffe. Das Versenken der geringfügigen Mengen radioaktiver Abfälle ist in diesem Zusammenhang eine preiswerte und sehr sinnvolle Methode der Entsorgung die leider nur mehr für flüssige radioaktive Abfälle genutzt wird.

  • Der Greenpeacekonzern erzielt einen wesentlichen Teil des Umsatzes im deutschsprachigen Raum aus Spenden von Ökogläubigen, Fördermitgliedschaften von Unternehmen die sich davon Schutz versprechen und staatlichen Zuwendungen.

    Insgesamt erzielt der Greenpeacekonzern weltweit Einen ordentlichen 3-stelligen Millionenbetrag.
    Neben den Cashkühen sucht der Konzern neue Märkte für seine gesellschaftsschädlichen Aktivitäten zu erschliessen, insbesondere in Lateinamerika, Chile und Brasilien feiert der Konzern Erfolge.
    Das ein internationaler Konzern ein entsprechendes Finanzwesen hat, das Währungsabsicherungen und andere spektulative Geschäfte vornimmt ist üblich. Der Verlust scheint mir angesichts der Gesamtumsätze auch nicht bedeutend.
    Sehr interessant wird es wenn der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland in Kraft tritt. Dann stellt sich die Frage ob sich die Regierung traut den Konzern dazu zu zwingen Aktivisten und Berufsdemonstranten mit dem Mindestlohn zu bezahlen.

  • Da kann man noch einiges aufführen was dringend Hilfe und Aufklärung bedarf : England und Frankreich haben 50 Jahre Atomabfälle im Ärmelkanal versenkt. Heut versenken sie nicht mehr ...... sie leiten direkt ein ! Russland hat nach eigenen Angaben 7 Atom-U-Boote verloren. Von 2 weiß man nicht wo sie liegen der Rest ist im Nordmeer und strahlt vor sich hin. Pro Boot 60 Millionen die das Heben und Entsorgen kosten. Dafür baut man dann lieber Sportstätten !!!! Der ganze Plastikmüll in den Meeren kommt sicher nicht davon das von jedem Schiff was rausgeworfen wird.Nein , das Zeug wird anstatt entsorgt einfach verklappt ebenso wie Dünnsäuren , Chemikalien , Restöle usw. Mehr muß man nicht dazu sagen. Kein Schwein interessiert sich dafür.

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