Abgeltungsteuer
Der Countdown fürs Depot läuft

Die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge kommt zwar erst 2009, trotzdem sollten Anleger nach Ansicht von Fachleuten schon jetzt ihr Depot umschichten. Denn noch kann man von den geltenden Regelungen profitieren. Mit welchen Aktien, Fonds und Anleihen das am besten geht.

FRANKFURT. Für Aktien, Fonds und Anleihen, die bis zum 31.12.2008 gekauft werden, gilt ein Bestandsschutz. Danach bleiben Kursgewinne steuerfrei, wenn die Papiere länger als ein Jahr im Depot gehalten werden. Deshalb empfehlen Experten, noch vor dem Stichtag Aktien und Fonds zu kaufen.

Ab Januar 2009 unterliegen Kapitalerträge nicht mehr dem persönlichen Grenzsteuersatz sondern der pauschalen Abgeltungsteuer von 25 Prozent – plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. „Wer bis zum 31.12.2008 Aktienfonds kauft, sollte breit aufgestellte Produkte bevorzugen, die zumindest in der Vergangenheit überzeugt haben“, sagt Arnd Brüggenwirth, Leiter Private Banking bei der Landesbank Berlin International in Luxemburg.

Vermögensberater gehen nach einer Umfrage der niederländischen Robeco mehrheitlich davon aus, dass vor Einführung der Abgeltungsteuer Dachfonds in der Gunst der Anleger steigen werden. Bei diesem Fondstyp investiert der Fondsmanager breit in verschiedene andere Fonds. Dachfonds gelten deshalb als flexibel, sind gleichzeitig aber auch vergleichsweise teuer. Daher sei der Anleger gerade bei Aktien-Dachfonds gut damit beraten, regelmäßig zu prüfen, ob das Management sein Geld auch wert sei, so Brüggenwirth. Dazu reicht zum Beispiel ein Blick in einschlägige Fondstests.

Denn für Aktien, Fonds und Anleihen, die bis zum 31.12.2008 gekauft werden, gilt ein Bestandsschutz. Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz betont, dass Dachfonds wegen der unattraktiven Kostenstruktur langfristig meist weniger Renditechancen bieten als Aktien.

Die Käufer von Anleihen mit einem hohen persönlichen Grenzsteuersatz gelten als Gewinner der Abgeltungsteuer, weil ihre Zinseinnahmen zukünftig niedriger besteuert werden. Bis zur neuen Regelung können Anleger aber noch mit niedrig verzinsten Anleihen Steuern sparen. Diese Bonds haben einen niedrigen Kupon, dafür notieren die Kurse unter dem Rückzahlungswert von 100 Prozent. Anleger müssen noch nur den niedrigen Zinsschein versteuern, Kursgewinne streichen sie nach Ablauf der Spekulationsfrist ohne Abzug ein.

Ein Beispiel: Ein 2013 fälliger Hypotheken-Pfandbrief mit einem Kupon von 3,875 Prozent und einem Kurs von 97,52 Prozent rentiert mit 4,34 Prozent vor Steuern. Einem Anleger mit einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent plus Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent) bleiben nach Steuern davon 2,62 Prozent übrig.

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