Abgeltungsteuer ist beschlossene Sache
Profis warnen vor übereilter Reaktion

Wie sollen Anleger auf die neue Abgeltungsteuer reagieren? Vermögensberater nennen schon jetzt einige Trends.

DÜSSELDORF. Anleihen werden attraktiver; Fondssparen ist steuerlich günstiger als die Anlage in Einzelaktien; Kapital, das in der eigengenutzten Immobilie steckt, entgeht der neuen Steuer, Kapital-Lebensversicherungen werden im Vergleich zum freien Sparen steuerlich bevorzugt. Die Profis zögern aber, schon jetzt eine Umschichtung des Vermögens zu empfehlen. Einige Details erscheinen ihnen verfassungsrechtlich nicht haltbar.

„Derzeit ist keine Eile geboten“, sagt Andreas Grünewald von der Vermögensverwaltung FIVV in München. „Anleger können sich bis Mitte 2008 Zeit lassen.“ Sein wichtigster Rat derzeit: Statt einzelnen Aktien künftig Fonds kaufen. Dabei werden Verwaltungsgebühren von den zu versteuernden Erträgen abgezogen, bei Einzelinvestments kann der Sparer die Provisionen ab 2009 nicht mehr absetzen. „Da hat sich die Fondsindustrie in Berlin durchgesetzt“, sagt Grünewald. Er kann sich aber vorstellen, dass Verfassungsrichter diese Regelung kippen.

Vermögensberater Ralf Nomroski aus Düsseldorf, der bisher Lebensversicherungen eher kritisch gegenüberstand, glaubt, es lohne sich jetzt ein genauer Blick auf fondsgebundene Lebensversicherungen. Denn die werden gegenüber Fonds steuerlich günstiger. Erträge aus Lebensversicherungen sind erst bei Vertragsablauf zu besteuern – und dann nur zur Hälfte. Das entspricht einer Steuerstundung. „Dieser Vorteil sticht, wenn die Gebühren der Versicherung im Rahmen bleiben“, sagt Nomroski. Ob Fonds oder fondsgebundene Lebensversicherung, wichtig sei, dass der Anleger mit bestimmen kann, wie das eingezahlte Geld angelegt wird. „Damit die Anlagestruktur auch langfristig zum Sparer passt.“

Für Anlageberater Dietmar Vogelsang aus Bad Homburg zeichnet sich ab, dass der Bonus, den Anleger für das Risiko einer Aktie gegenüber des sicheren Staatsanleihe in Kauf nehmen, geringer wird. Die Kursgewinne der Aktien, die bisher eine gewichtigen Teil zur Gesamtrendite von Aktien beigetragen haben, würden durch die neue Steuer erheblich geschmälert. „Eine gewisse Umschichtung in Anleihen könnte sich deshalb lohnen“, meint Vogelsang. Bei Bonds gilt die Faustformel: Je höher der persönliche Steuersatz, desto größer künftig die Vorteile. Dass auch bei Bonds bald Kursgewinne stets versteuert werden, wiegt kaum, weil sie meist nur gering sind.

Vogelsang rät zudem, möglichst viel Kapital in die selbst genutzte Immobilie zu stecken. Auch Zertifikate werden nicht mehr so interessant sein, glaubt Michael Schneider von HSBC Trinkaus. Er wird an der Struktur des ihm anvertrauten Vermögen nach jetzigem Stand kaum etwas ändern. „Aktien bleiben attraktiv“, sagt er. Allenfalls sollten Anleger geplante Käufe aus steuerlichen Gründen ins Jahr 2008 vorziehen. Damit ihre Kursgewinne steuerfrei bleiben.

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