Abgeltungsteuer
Rente mit Rendite

Die meisten Experten sind sich einig: Lebensversicherungen zählen zu den Gewinnern der Abgeltungsteuer. Vor allem mit alten Verträgen stehen die Sparer ab 2009 auf der Gewinnerseite. Doch Lebensversicherungen sind nicht automatisch immer die beste Wahl.

DÜSSELDORF. Für die Versicherungsbranche ist die Abgeltungsteuer fast so etwas wie eine späte Entschädigung. Denn die Anbieter, die seit einigen Jahren unter der Streichung von Steuerprivilegien leiden, können wegen der Änderungen in Zukunft gegenüber der Fondsbranche wieder punkten. Ihr Hauptargument: Die klassische Kapitallebensversicherung bleibt von der neuen Steuer verschont.

Für die meisten Sparer ist dies allerdings nur ein schwacher Trost. Immerhin wurden die Steuervorteile bei den Lebensversicherungen bereits vor einigen Jahren deutlich eingeschränkt. Seither – und auch in Zukunft – gilt für sämtliche Neuverträge: Nur noch bei Versicherungen, die später als private Renten ausgezahlt werden, ist die Besteuerung günstig. Hier müssen die Versicherten – wie bei der gesetzlichen Rente auch – nur den Ertragsanteil, also den Überschuss zwischen Einzahlung und Auszahlung, versteuern.

Soll der angesammelte Betrag jedoch beim Auslaufen der Police komplett in einer Summe ausgezahlt werden, schlägt der Fiskus bei Verträgen, die nach 2004 abgeschlossen wurden, kräftig zu. Die Abgeltungsteuer fällt zwar nur an, wenn die Police vorzeitig gekündigt wird, ansonsten muss der Versicherungsnehmer die Auszahlungen zu seinem persönlichen Steuersatz ansetzen.

Allerdings bleibt auch bei dieser Variante ein kleiner Vorteil: Falls der Versicherungsnehmer älter als 60 Jahre ist und der Vertrag mindestens zwölf Jahre lief, gilt auch bei der Kapitalzahlung weiterhin das von Aktien bekannte sogenannte Halbeinkünfteverfahren. Danach muss nur die Hälfte der Summe tatsächlich versteuert werden. Viele Anlageexperten sagen daher, dass Sparer in Zukunft mit Versicherungslösungen besser dastehen werden.

Immerhin wird nach der Einführung der Abgeltungsteuer im kommenden Jahr genau dieser Steuervorteil eine Seltenheit sein. Denn mit dem Inkrafttreten der neuen Abgabe gilt dann für die Neuanlage in Aktien, Renten und Zertifikate: Der Fiskus behält pauschal von Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer ein. Dafür werden die noch gültige Spekulationsfrist, nach der Kursgewinne bisher nach einem Jahr steuerfrei sind, und eben das Halbeinkünfteverfahren bei diesen Produkten gestrichen.

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