Abgeltungsteuer
Vermögensverwalter punkten mit Fonds

Viele Vermögensverwalter starten jetzt mit eigenen Investmentfonds, um ihren Kunden Steuervorteile zu sichern und das breite Publikum zu gewinnen. Die besten Anbieter.
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Die Kundenliste klingt illuster. Wieder-Nationalspieler Oliver Neuville von Borussia Mönchengladbach ist dabei, Thomas Hitzlsperger vom VfB Stuttgart ebenso wie Matthias Scherz vom 1. FC Köln. Sie alle legen ihr Geld in den Investmentfonds "11 Champions UI". Die Idee stammt von den Rostocker Vermögensberatern Christian und Michael Daudert. Seit einem Monat ist der Fonds am Markt, mit ihm wollen die Rostocker jetzt auch an das Geld der Fußballfans ran. "Wir haben den Profis die Fondsanlage immer wie die Fußballaufstellung erklärt. Die aggressiven Stürmer sind die Aktienfonds, die Defensive sind die Rentenfonds." Die Story zum Fonds überzeugt Fans, denen die Aussicht, ihr Geld mit den Stars in einen Topf zu werfen, wichtiger ist als der letzte Renditepunkt.

Um einen Spitzenplatz in der Fondsliga buhlen immer mehr Fonds. Derzeit schwappen wöchentlich neue auf den Markt, die von Vermögensverwaltern gemanagt werden, die bisher meist nur regional tätig waren – etwa in Münster, Singen oder eben Rostock. Mit den Fonds treten sie ins Rampenlicht neben milliardenschwere bekannte Fondsmanager wie DWS, Deka und Co.

Die Vermögensverwalter hatten sich bisher diskret auf eine wohlhabende Klientel spezialisiert und oft erst ab einigen Hunderttausend Euro Mindestanlage für Kunden gearbeitet. Über ihr Können oder ihre Pannen mussten sie sich nur denen gegenüber rechtfertigen, mitunter nur einmal jährlich auf einem Depotauszug. Mit ihren Fonds hingegen wird die Leistung täglich messbar. Sie offenbaren, ob die Vermögensverwalter ihr Geschäft verstehen, eine gute Rendite aus dem Markt herausholen und zu vernünftigen Kosten arbeiten. "Als Fondsmanager bekommen sie die Peitsche der Transparenz zu spüren", sagt Markus Hill, Unternehmensberater für Fondsgesellschaften.

Die Neulinge wollen in die Fußstapfen bekannter Szenegrößen wie Jens Ehrhardt, Frank Lingohr oder Michael Keppler treten. Diese Ikonen der Zunft haben den Schritt ins Fondsgeschäft bereits vor langer Zeit gewagt und mit Bravour bestanden (siehe Tabelle "Fonds bekannter Vermögensverwalter“). "Bankunabhängige Vermögensverwalter sind zunehmend erfolgreicher als große Kapitalanlagegesellschaften", versichert Lutz Gebser, Vorstand des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter. In einer Auswertung der Fondsanalyseagentur Standard & Poor’s stellten sie im Jahr 2006 über alle Fondskategorien hinweg rund ein Drittel der besten drei Fonds im Einjahresvergleich. Über einen Marktanteil von etwa fünf Prozent kommen sie trotz aller Erfolge noch nicht hinaus.

Und es gibt auch Schattenseiten. Mit Wolfgang Schuck oder Henry Littig will wohl niemand in einen Topf geworfen werden. Littig von der Düsseldorfer Vermögensverwaltung HPM vergeigt seit Jahren mit wildem Hin und Her und hohen Kosten Anlegergelder im Timing Global Plus: Seine Jahresrendite betrug zuletzt minus 22 Prozent. Schuck aus dem schwäbischen Sontheim verlor mit dem Finanova Global in den vergangenen zwölf Monaten 47 Prozent. Beide Fonds sind die Schlusslichter ihrer Kategorie.

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