Absatzzahlen werden unerwartet besser
Autoaktien locken mit Rabatten

Analysten machen eine Reihe günstig bewerteter Branchentitel aus. So verbessern neue Modelle die Chancen von Peugeot.

DÜSSELDORF. Europäische Automobilaktien haben in den vergangenen Monaten ein Schattendasein geführt. Da kaum ein Analyst oder Anleger einen Aufschwung der Branche erwartet hatte, hielten sich die Investoren zurück. Doch langsam mehren sich die Zeichen, dass im laufenden Jahr wieder mehr Autos verkauft werden als 2003. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im restlichen Europa und in den USA nimmt die Zahl der Neuzulassungen wieder zu. „Ein Einstieg in die Autowerte kann sich daher durchaus wieder lohnen“, sagt Wolfgang Albrecht, Branchenexperte der Landesbank Baden-Württemberg. Allerdings sollte der Anleger aufpassen, wo er einsteigt.

Vor allzu großer Euphorie warnt denn auch Michael Raab, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim. Denn trotz der anziehenden Verkaufszahlen könnte sich die Stimmung bald wieder verschlechtern.

Das teure Rohöl lasse die Spritpreise steigen. Und der Streit um die Pendlerpauschale sowie die Diskussionen über eine PKW-Maut verunsicherten die Kunden. Daher ist es gerade bei den Automobilherstellern wichtig, genau hinzuschauen. „Ein einheitlicher Trend ist nicht zu erkennen“, bestätigt Albrecht. So legten vor allem die Aktien französischer Konzerne wie Peugeot oder Renault seit Jahresbeginn kräftig zu, während beispielsweise die Anteilsscheine von Volkswagen und Fiat über zehn Prozent verloren. Im selben Zeitraum gab der Deutsche Aktienindex (Dax) nur knapp vier Prozent nach. Der Euro Stoxx 50 notierte gestern sogar fast auf dem gleichen Stand wie Anfang Januar.

Zu den Favoriten der Analysten zählt zurzeit die Peugeot-Aktie. „Während die meisten anderen Konzerne ihre neuen Modelle bereits auf den Markt gebracht haben, beginnt Peugeot erst jetzt mit der Einführung“, sagt Albrecht, der den französischen Wert als „günstigste europäische Automobilaktie“ zum Kauf empfiehlt. Außerdem sei das Währungsrisiko begrenzt, da Peugeot im Gegensatz zu den Konkurrenten nicht auf dem amerikanischen Markt präsent sei.

Raab sieht vor allem für kurzfristig orientierte Anleger Chancen. Er stuft auch die Aktien von BMW, Daimler-Chrysler, Scania und Renault mit „kaufen“ ein. Der Grund sei aber nur die günstige Bewertung, die kurzfristiges Nachholpotenzial signalisiere. „Langfristig stufen wir den Sektor mit untergewichten ein“, sagt der Analyst –unter anderem, weil nicht nur in den USA ein Preiskampf herrscht. Auch in Europa werden neben Nullzinsfinanzierungen und Tankgutscheinen vermehrt direkte Preisnachlässe angeboten, wie Raab sagt.

Ein weiterer Belastungsfaktor dürften mittelfristig die stark gestiegenen Rohstoffpreise sein. „Vor allem die Stahlindustrie wird die höheren Kosten an die Automobilhersteller weitergeben“, sagt Albrecht. Da diese aber kaum die Preise erhöhen könnten, werde das die Margen zusätzlich drücken.

Da der Preisdruck bei den Massenherstellern besonders stark ist, raten die Analysten langfristig ausgerichteten Anlegern, vor allem in Aktien von Herstellern exklusiverer Autos zu investieren. Dazu zählt neben dem Dauerfavoriten der Analysten, der BMW-Aktie, auch das Porsche-Papier. Laut Nachrichtenagentur Bloomberg stuft die Hälfte der befragten 34 Finanzexperten die Aktie des Sportwagenherstellers mit „kaufen“ ein, sechs Analysten raten von dem Titel ab.

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