Absturz bei Aktien und Öl Wenn Crash-Propheten Blut sehen wollen

Die Volatilität am Aktienmarkt ist hoch und die Stimmung an der Börse ist schlecht. Die Ökonomen der großen Banken übertreffen sich mit Untergangsszenarien. Aber wer ist der größte Schwarzseher von allen?
21 Kommentare
Der Ausverkauf wird kommen - warnen die Crash-Propheten. Quelle: ap
Börsenhändlerin Paris

Der Ausverkauf wird kommen - warnen die Crash-Propheten.

(Foto: ap)

Der Mann ist ein Freund klarer Worte. Laurence D. Fink, CEO des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock rechnet im Aktienmarkt mit einem weiteren Abwertungspotenzial von zehn Prozent. Es sei noch “nicht genug Blut” in den Märkten vergossen worden.

Andere Profi-Anleger übertreffen den Blackrock-Chef in ihren Negativ-Szenarien bei weitem. Handelsblatt Online hat die Analysen der wichtigsten Häuser gesichtet. Und möchte die Frage beantworten, wer die größte Börsen-Kassandra ist.

Gut im Rennen liegt die Royal Bank of Scotland (RBS). Das Institut warnt vor einem „katastrophalen Jahr“ und einer globalen Deflation. Wichtige Börsen könnten laut RBS dieses Jahr um ein Fünftel einbrechen. Den Ölpreis sehen die Analysten bei 16 Dollar pro Barrel (159 Liter). „Alles verkaufen außer hochwertige Anleihen“, sagt Andrew Roberts, Chef-Analyst für Europa bei der RBS. Stresssymptome an den Märkten erinnerten an die Krise nach der Lehman-Pleite in 2008.

Dieser Ausblick ist wahrlich pessimistisch. Gesucht wird aber der wahre Untergangsprophet. Schwarzseher gibt es viele. Aber wer schlägt als Ultra-Pessimist alle seine Konkurrenten? Eine gute Wahl wäre Albert Edwards.

Der Mann arbeitet für die französische Bank Société Générale. Dieser Börsenanalyst ist von einem anderen Stern. Bei offiziellen Präsentationen vor Vertretern aus der Finanzbranche trägt er gerne schon einmal Hawaiihemd und Schlabberhose. So unkonventionell wie das Outfit sind seine Prognosen.

Mehr Apokalypse geht kaum: Die Wall Street soll drei Viertel ihres Werts verlieren. Die Finanzkrise des Jahres 2008 sei noch nicht abgearbeitet, unkt Edwards. Erst bei viel tieferen Aktienkursen und Bewertungen ist seiner Meinung nach ein Boden erreicht. Man kann die Ankündigung in Zahlen transformieren. Am Ende des Wall-Street-Ausverkaufs wären die Aktionäre um mindestens 22 Billionen Dollar ärmer. Die Zahl muss man ausgeschrieben vor sich sehen: 22.000.000.000.000 $.

Edwards erwartet eine globale Rezession, Deflation, Währungskriege. Die wahren Urheber des Debakels seien aber die Notenbanken. Ihre ultralockere Geldpolitik seit der Finanzkrise habe nicht das gewünschte Wachstum in den Industrieländern gebracht.
Vielmehr seien die Konjunkturen in den Schwellenländern, die Rohstoffpreise und alle Märkte für Vermögenswerte angeheizt worden. Jetzt komme der Kälteschock. Edwards empfiehlt US-Staatstitel. Wie die Welt seine Botschaft aufnimmt, ist ihm klar: „Die meisten Leute denken, ich rede blanken Mist, aber das bin ich gewohnt.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Goldpreis bei 3.300 Dollar?
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Absturz bei Aktien und Öl - Wenn Crash-Propheten Blut sehen wollen

21 Kommentare zu "Absturz bei Aktien und Öl: Wenn Crash-Propheten Blut sehen wollen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Liebe Leser. Die Kommentarfunktion ist geschlossen. Leserbriefe und interessante Beiträge zur Debatte nehmen wir gerne unter debatte@handelsblatt.com entgegen. Beste Grüße aus der Redaktion.

  • Der Typ ist ein Troll, wobei das Original richtig liegt. Am Ende können Sie sich mit Ihren Euros Zigarren anstecken.

  • Wo bleibt denn heute der Typ, der hier sonst immer unbeirrt für seine - von ihm so genannten - "Prämiumaktien" wirbt? Er bringt mich sonst jedesmal zum schmunzeln, der große Stratege mit dem Durchblick.

  • Nicht die Nationalen Grenzen bedeuten den Kollaps für den Euro sondern der Maastricher Vertragsbruch und der darauf folgende ESM bzw. der Hr. Draghi von Goldman Sachs sorgt jetzt dafür.

  • Aus Solidarität hat der Euro Stoxx 50 den Dax überholt ist ist unter 3000 gefallen,
    der Aufwärtstrent für EU und Euro ist unübersehbar.

  • Richtig, man kann den ganzen CO2 Unsinn nicht mehr hören. Es ist ein einziges
    Programm zur Zerstörung unserer Wirtschaft.

  • Es ist ungefährlich durch den Keller zu fahren, man muss nur die Nerven behalten. (Börsenweisheit)

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • "Wenn Crash-Propheten Blut sehen wollen"

    Lass' se doch. Die können mich mal.

    Die Welt dreht sich auch ohne die weiter.

  • Der totale Finanzkollaps, auch dank Merkel´s völlig falscher EUR-Dauer-Rettungspolitik ... wir schaffen das!

    Sozialistische und bürgerfeindliche Konzepte führen immer in den Abgrund!

    Merkel, eigentlich eine grün-sozialistische Ideologin (s. Wikipedia), die sich in die CDU eingeschlichen hat, schafft das! Wetten!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%