Acht Fragen an Horst Löchel
„Es gibt nur einen Trend – aufwärts“

Horst Löchel ist Vizepräsident des Shanghai International Banking and Finance Institue. Im Interview spricht er über die Entwicklung und die Zukunft von Chinas Börsen.

Handelsblatt: Nach Jahren der Flaute gehen die Kurse an Chinas Festlandbörsen wieder nach oben. Kommt 2006 die Trendwende?

Horst Löchel: Alle hoffen das. Sehr viele ausländische Investoren drängen bereits in den chinesischen Aktienmarkt. Zudem war der Aufwärtstrend bei der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas zu erwarten. Seit 30 Jahren wächst die Wirtschaft jährlich mit rund 10 Prozent.

Warum war dann Chinas Börse seit Jahren ein Tal der Tränen?

Das Grundproblem ist ja nicht die volkswirtschaftliche Entwicklung, sondern die Unreife des Aktienmarktes. Das ist ein großes Dilemma. Und Chinas Festlandbörsen werden nur dann den Durchbruch schaffen, wenn diese Schwäche beseitigt wird.

Was ist das Hauptproblem?

Nur rund ein Drittel aller chinesischen Aktien sind überhaupt handelbar, der Rest ist meist in der Staatshand. Damit ist der Markt stark begrenzt. Zudem gibt es kaum institutionelle Anleger, da es in China keine Pensionsfonds gibt. Drittens fehlt es an Experten, die den Markt kontrollieren können. Die Transparenz der dort gelisteten Firmen lässt daher sehr zu wünschen übrig, da es kaum Sanktionsmöglichkeiten gibt. Alles in allem herrschen noch sehr unklare Verhältnisse.

Ist eine bessere Aufsicht nötig?

Auf jeden Fall. Die Schwierigkeit ist jedoch, dass der Staat als größter Aktienbesitzer gleichzeitig auch die Aufsicht hat. Es gibt keine Gewaltenteilung. Darum trauen viele Anleger dem Markt nicht.

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