Agrar
Die globale Nachfrage wird weiter steigen

Korrektur möglich, Absturz fast ausgeschlossen: So präsentieren sich die Märkte für Agrarrohstoffe, zumindest auf kurze Sicht. Sie hinken den restlichen Rohstoffen seit Beginn des Booms immer noch weit hinterher.

"Agrarrohstoffe könnten bei einer schwachen Weltkonjunktur sogar von ihrem defensiven Anlagecharakter profitieren", glaubt Eugen Weinberg, Leiter des Rohstoffresearchs bei der Commerzbank in Frankfurt. Gegessen werde schließlich immer. Und das immer mehr – die Welt muss immer mehr Menschen ernähren. Nach Schätzung der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) werden 2030 etwa 8,3 Milliarden Menschen die Erde bevölkern, heute sind es 6,6 Milliarden.

Um alle Menschen satt zu bekommen, müsste das weltweite Angebot an Agrarrohstoffen bis dahin um rund ein Drittel steigen. Allein in China und Indien leben fast 40 Prozent der Weltbevölkerung. Der steigende Wohlstand dort führt nicht nur zu einer Zunahme der absoluten Verbrauchsmengen. Auch die Ess- und Konsumgewohnheiten wandeln sich. So zieht mit wachsenden Einkommen tendenziell der Konsum von fetthaltigen Produkten sowie Ölen, Fisch und Fleisch an. Mit steigendem Fleischkonsum steigt der Bedarf an Weidegrund, was tendenziell zulasten von Ackerland geht.

Dieses aber wird benötigt für den Anbau von Tierfuttermittel und zunehmend auch von Nutzpflanzen zur Herstellung alternativer Treibstoffe wie Bioethanol und Biodiesel – eine Preisspirale, die inzwischen auch in deutschen Supermärkten angekommen ist. Paradox: So schnell wie die Immobilienpreise in einigen US-Städten einbrechen, steigen inzwischen die Preise für Farmland im Mittleren Westen der USA.

Immer mehr finanzkräftige Investoren stecken dort, in fruchtbaren Regionen Südamerikas und jetzt auch in Ostdeutschland, Millionen in den Kauf von Acker- und Weideland. Sie setzen auf den Boom und wollen ihr Vermögen gleichzeitig vor den wieder anziehenden Gefahren der Inflation schützen, weil sie Sachwerten wie Grund und Boden mehr vertrauen.

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