Aktie unter der Lupe
Fossil drückt auf das Tempo

Die Weihnachtszeit ist für die Uhren- und Schmuckindustrie die Hauptsaison. Damit entscheidet sich auch für den US-Händler Fossil, wie er im Gesamtjahr abschneidet. Die Chancen stehen gut – bereits im kürzlich abgelaufenen Quartal lagen die Ergebnisse über den Erwartungen der Journalisten.

STUTTGART. Der Gewinn bei Fossil stieg um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, und die gute Bilanz löste einen Run auf die Aktie aus: Mit rund 42,50 Dollar erreichte die Aktie in dieser Woche ein neues Allzeithoch. Wer sich seine Titel im vergangenen November beim Jahrestiefstand zugelegt hatte, verzeichnete damit einen Gewinn von mehr als 100 Prozent.

Fast noch erfreulicher präsentieren sich derzeit die Aussichten für die kommenden Jahre, sagen Experten. Denn das Aufwärtspotenzial bei Fossil sei noch lange nicht erschöpft. Bis zum Jahr 2012 will das Unternehmen den Umsatz mehr als verdoppeln. Im laufenden vierten Quartal dürften die Texaner wieder entsprechend starke Zahlen vorlegen, prognostiziert Elizabeth Montgomery von der Bank Cowen & Co.

Fossils Kerngeschäft waren lange Zeit die eigenen Kreationen: Uhren, Schmuck, Lederwaren und Accessoires, die stark auf Silber und Edelstahl setzen und häufig dem Stil der 50er-, 60er- und 70er-Jahre nachempfunden sind. Doch auch die gemeinsam mit den Modehäusern Giorgio Armani und Burberry entworfenen Designs sowie die Zusammenarbeit mit dem Disney-Konzern zahlen sich für die Texaner aus.

Experten erwarten, dass der Verkauf auch über das Weihnachtsgeschäft hinaus gut läuft. "Der Gewinn je Aktie wird weiter steigen, genau wie der Aktienkurs“, sagt Analyst Brad Stephens von Morgan Keegan. Fossil baue sein Geschäftsmodell gerade um. In Zukunft wolle man sich stärker auf den internationalen Bereich konzentrieren, das werde die Gewinne hochtreiben. Bereits jetzt erzielt Fossil mit seinen Uhren, die in vielen Ländern stark im modischen Trend liegen, rund die Hälfte des Unternehmensumsatzes außerhalb der USA.

Vor allem in Europa und Asien sind Fossils Produkte begehrt. Im vergangenen Quartal stieg der europäische Umsatz um fast 20 Prozent, wobei der Währungs-Umrechnungseffekt durch den starken Euro bereits herausgerechnet ist. In anderen Gebieten verkaufte Fossil bis zu 40 Prozent mehr Ware als im Vorjahresquartal, hieß es. Diese Tendenz soll sich in den kommenden Jahren noch verstärken: Die Einnahmen in Europa machten im vergangenen Jahr ein Drittel des Gesamtumsatzes aus, in den nächsten fünf Jahren soll dieser Umsatzanteil auf 36 Prozent zulegen.

Damit das Geschäft auch weiter wächst, baut die Uhrenfirma ihre Präsenz stark aus: Im kommenden Jahr will sie bis zu 85 neue Läden aufmachen. Mit ihrer Strategie will sie bis zum Jahr 2015 ein jährliches Wachstum von mehr als zwölf Prozent erreichen. Auch deshalb vergibt Analyst John Rouleau von Wachovia Capital Markets das Anlageurteil "Überdurchschnittlich“ (Outperform). Vier von sechs Banken raten zum Kauf, zwei zum halten der Aktie.

Ein weiterer Pluspunkt aus Sicht der Experten: Fossil konzentriert sich inzwischen auf eine neue Zielgruppe. Statt Teenager sprechen die Produkte, und auch die Werbung jetzt verstärkt junge Erwachsene zwischen 20 und 39 an. Mit Erfolg, sagt William Baldwin von Baldwin Anthony Securities: "Als die Umstellung kam, hat das Unternehmen eine Durststrecke durchgemacht, aber inzwischen sind sie am Ziel angekommen“, sagte er dem Online-Finanzdienst Forbes Market Scan.

Kursverbesserungen können sich Anleger auch davon erhoffen, dass der Konzern den Rückkauf von mehr als zwei Millionen ausstehenden Aktien plant.

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