Aktie unter der Lupe
Procter verunsichert die Anleger

Es ist noch nicht lange her, da konnte der weltgrößte Konsumgüterhersteller Procter & Gamble die Aktienkäufer begeistern. Dann kam der Einbruch. Nach einer einjährigen Durststrecken sehen Analysten das Unternehmen wieder positiv. Doch die Kreditkrise gefährdet das US-Geschäft.

FRANKFURT. Es ist noch nicht lange her, da machte Alan G. Lafley nach Ansicht der Börse alles richtig. Der weltgrößte Konsumgüterhersteller Procter & Gamble, den Lafley seit sieben Jahren leitet, konnte mit hohem Umsatz- und Gewinnwachstum glänzen, Analysten wie Medien priesen sein Innovationsprogramm in den höchsten Tönen. Und die Investoren kauften eifrig die Aktien des Konzerns.

Doch seit gut einem Jahr ist es damit vorbei: Der Kurs dümpelt vor sich hin, in den vergangenen zwölf Monaten schnitt Procter & Gamble fünf Prozentpunkte schlechter ab als der breit angelegte US-Börsenindex S & P 500. Auch im Vergleich zu den anderen Konsumwerten machte Procter & Gamble keine gute Figur. Die Rolle des Börsenlieblings übernahmen andere, der US-Konkurrent Colgate-Palmolive etwa.

Zuletzt wendete sich das Blatt allerdings wieder: Als einziger Wert im Dow Jones konnte der Konzern, der hinter zahlreichen bekannten Marken wie Ariel, Wella und Braun steht, in den vergangenen Wochen spürbar zulegen. Startet die Aktie jetzt wieder durch?

Zumindest sind die meisten Analysten optimistisch gestimmt. Drei Viertel der beim Finanzdatenspezialisten Bloomberg gelisteten Experten empfehlen das Papier zum Kauf, die restlichen plädieren für halten. Die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs halten es für attraktiv bewertet. Nach Berechnungen von Nik Modi von der Schweizer Großbank UBS preist der aktuelle Kurs von rund 65 Dollar lediglich ein langfristiges Umsatzwachstum von zwei Prozent ein. Zu erwarten sei aber das Doppelte. Ähnlich sei die Situation beim Gewinn, schreibt Modi in einer Studie. Er traut der Aktie einen Wert von 80 Dollar zu. Für einen steigenden Kurs spricht zudem das umfangreiche Aktienrückkaufprogramm, das Lafley Anfang August verkündete. Der Konzern will in den nächsten drei Jahren jeweils Anteile im Wert von acht bis zehn Mrd. Dollar aufkaufen.

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