Aktien, Anleihen, Gold
Die richtige Krisenmischung fürs Depot

Die Aktienmärkte erreichen neue Bestmarken und auch Gold ist aktuell teuer wie nie. Die Luft für Anleger wird langsam dünn, jetzt gilt es das Depot vor Rückschlägen zu sichern. Anlagerberater raten zur Diversifikation. Wie sich eine Risikostreuung auswirkt zeigt eine historische Analyse.
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DÜSSELDORF. Mit der Schuldenkrise in Europa bricht ein neues Zeitalter für Geldanleger an. Vieles was bisher sicher schien, erscheint jetzt im neuen Licht. "Eine zehnjährige Bundesanleihe ist nominal sicher", sagt Bert Flossbach Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch. "Real wird eine solche Anlage einen erheblichen Vermögensverlust bedeuten". Und das nicht nur wegen Inflation. Bei steigenden Zinsen könnten Anleger in Zukunft auch mit Bundesanleihen negative Renditen erwirtschaften.

Andererseits scheinen Aktien- und Rohstoffmärkte schon weit gelaufen. Der Dax knackte die 7000-Punkte-Marke und steht aktuell so hoch wie seit dem Frühjahr 2008. Gold pendelt um die Marke von 1400 US-Dollar und ist so teuer wie niemals zuvor. "Niemand kann seriös die Entwicklung der verschiedenen Assetklassen für die kommenden Monate prognostizieren", gibt Mathias Habbel vom Vermögensverwalter Habbel Pohlig & Partner zu.

Wie sollten Anleger aktuell verfahren? Da die Marktentwicklung aktuell kaum kalkulierbar ist, sollten sie auf keinen Fall alles auf ein Pferd setzen. "Eine Risikostreuung im Depot wird aktuell noch wichtiger", sagt Marcus Griephan, Abteilungsdirektor Private Banking der Privatbank Donner & Reuschel. Für Handelsblatt Online analysierte sein Institut, welche Auswirkung eine Diversifikation auf mehrere Anlageklassen in den vergangenen zwanzig Jahren hatte.

Wer etwa nur auf den Dax gesetzt hatte, musste bei einem Verkauf während der Börsencrashs 2001 und 2008 Verluste von bis zu 40 Prozent hinnehmen. Teilweise dauerte es viele Jahre, bis alte Einstandsniveaus wieder erreicht wurden. Die maximale Gewinnspanne lag bei 47 Prozent. "Eine Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen sorgte im Zeitverlauf nachweisbar für sinkende Risiken bei trotzdem interessanten Renditen", sagt Griephan.

Ein offensives Depot mit 50 Prozent Dax-Werten, 20 Prozent Gold und 30 Prozent Renten schaffte in den vergangenen zwei Dekaden zwar nur eine maximale Steigerung um 34 Prozent. Das maximale Verlustrisiko lag aber nur bei 18 Prozent. In nur 20 von 200 möglichen Ein- und Ausstiegsszenarien mussten Anleger negative Renditen in Kauf nehmen. Zum Vergleich: Beim Dax liegt dieser Wert doppelt so hoch.

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  • Nun, ich schliesse mich an - die URALTE LEiER "wir muessen diversifizieren" kann ich auch schon nicht mehr hoeren ! Der asbach-uralte Markovnikoff oder wie der Mensch hiess wird immer und immer wieder zitiert.

    Dabei wussten das schon die Juden vor 5000 Jahren ! 1/3 Gold, 1/3 Anteile an Unternehmen, 1/3 immobilien... so simpel und gilt vermutlich auch heute noch !

  • Es wird immer und immer wieder das Gleiche erzählt. Hier mal etwas Neues: Der Anleger, der u.a. Anleihen in seinem Depot hält, sollte darauf achten, wer der Schuldner ist. Dies ist in der jetzigen Zeit nicht nur wichtig im Hinblick auf die bonität des Schuldners, sondern mittlerweile auch wichtig im Hinblich darauf, wo der Schuldner seinen Firmen-Sitz hat. beispiel: Daimler North America begibt Euro-Anleihen aus den USA heraus. Wenn in den nächsten 5 Jahren der Euro scheitert, in welcher Währung wird zurückgezahlt? Die Experten hier im Handelsblatt und anderswo kauen immer längst bekannte (jedenfalls für deren Leser) langweilige Dinge wider. ich empfehle hinsichtlich des o.g. Problems nur noch Emittenten von Anleihen aus dem "Nord-Euro-block" bzw. aus Deutschland heraus; d.h. bezogen auf das beispiel: Anleihen der Daimler AG! Diese Anleihe müßte dann in D-Mark, oder wie immer die Nachfolge-Währung des Euro in Deutschland heißt, zurückgezahlt werden. Daimler North America sucht sich möglicherweise einen währungsschwachen "Währungs-Korb" aus! Die Euro-Mafia sagt natürlich, daß der Euro nicht scheitert und um jeden Preis gerettet wird. Wer es glaubt. Nach Stalingrad wurde auch der Endsieg und der totale Krieg ausgerufen, nur genutzt hat es nichts. Das ist ein Tipp, der ausnahmsweise mal etwas "wert" ist bzw. sein kann!

  • Guten Tag,... ich bin vom Donner geruehrt. Was um alles in der Welt will der Mann uns sagen ? besten Dank

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