Aktien der Minengesellschaften legen enttäuschende Quartalsberichte vor – Papierhersteller Sappi verliert am US-Markt
Gold-Schwäche belastet Südafrikas Börse

Die Börse in Johannesburg wird gleich von zwei Faktoren gebeutelt: dem südafrikanischen Rand und dem niedrigeren Goldpreis. So ist der Werdegang der Börse in den letzten Monaten oftmals ein Spiegelbild der Rand-Entwicklung gewesen.

KAPSTADT. Fällt der Kurs der südafrikanischen Währung, dann steigt der Gesamtindex normalerweise, weil sich die Erlöse der Exporteure vom Kap mehren. Gewinnt der Rand jedoch, geht es an der JSE wie zuletzt bergab. Gestern mussten für einen US-Dollar zeitweise wieder weniger als 7 Rand bezahlt werden. Noch vor rund zwei Wochen war die südafrikanische Währung bis auf 7,50 Rand gefallen.

Besonders herbe Verluste verzeichneten zuletzt zudem die Aktien der Goldminengesellschaften. Die Papiere büßten in den letzten zwei Wochen fast 10 % an Wert ein. Grund dafür ist die schwache Preisentwicklung des Edelmetalls, dass zu Wochenbeginn abermals unter die psychologisch wichtige Marke von 400 $ pro Feinunze rutschte. Noch zu Jahresbeginn war das Edelmetall zum ersten Mal seit 15 Jahren auf über 430 $ pro Unze gestiegen.

Aber auch die insgesamt enttäuschenden Quartalsergebnisse drücken die Kurse der Goldförderer. Als letztes der drei großen Unternehmen vom Kap hatte am Wochenende Anglogold sein Ergebnis für das vierte Quartal 2003 präsentiert. Wie schon im September übertrumpfte der weltweit zweitgrößte Goldproduzent dank seiner breiten geographischen Streuung auch diesmal seine Erzrivalen Gold Fields und Harmony. Zwar verringerte sich auch Anglogolds Reingewinn von 729 Mill. Rand (rund 85 Mill. Euro) auf nun 611 Mill. Rand, doch war der Rückgang mit 16 % erheblich geringer als bei Gold Fields, dessen Profit im Vergleich zum Septemberquartal gleich um 34 % fiel. Der überraschende Gewinnanstieg von Harmony erklärt sich hingegen aus dem Verkauf einer Reihe strategischer Vermögenswerte. Ansonsten hätte Harmony ein noch schlechteres Ergebnis als Gold Fields geschrieben. Während Anglogold inzwischen nur noch knapp 60 % seiner Vermögenswerte in Südafrika hat, sind es bei Gold Fields fast 75 % und im Fall von Harmony sogar rund 90 %. Entsprechend groß ist die Abhängigkeit der beiden Unternehmen von der Rand-Entwicklung.

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