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Die Vorzüge der Vorzüge

Vorzugsaktien gelten unter Anlegern als aussterbende Art. Doch die Volkswagen-Porsche-Story holt die kaum beachtete Gattung aus ihrer ökologischen Nische. Warum die prähistorischen Papiere jetzt wieder neue Aufmerksamkeit erhalten - und warum Experten dringend zum Kauf raten.

FRANKFURT. In dem Übernahmekampf zwischen VW und Porsche hat die Staatsanwaltschaft gestern den Fokus auf Porsche-Chef Wendelin Wiedeking gelegt. In den Fokus der Anleger sind mit dem möglichen Abstieg der VW-Stammaktien aus dem Dax die Vorzugsaktien gerückt. Kurioserweise könnten sie die Stämme im Dax ersetzen. Experten empfehlen deshalb fast unisono, Vorzüge zu kaufen und Stammaktien abzustoßen. Dabei galten Vorzugsaktien bereits als Relikt aus einer längst vergangenen Zeit, dem nur noch geringe Überlebenschancen eingeräumt wurden.

Meist ging es um die Frage warum es neben den Stämmen, die ein Stimmrecht in der Hauptversammlung (HV) enthalten, überhaupt die stimmrechtslosen Vorzugsaktien noch gebe, für die der Anleger im Gegenzug etwas mehr Dividende bekommt. Viele Unternehmen aus der zweiten Börsenreihe wie Rhön-Klinikum, Krones, Südzucker oder Rheinmetall haben deshalb bereits vor Jahren ihre Aktiengattungen zusammengefasst.

Weil keine neuen Vorzugsaktien mehr an den Markt kamen - die Börsenneulinge der vergangenen Jahre gaben in der Regel Stammaktien aus -, wurde ihnen ein schleichender Tod prophezeit. Zumal es sich bei Vorzügen um ein weitgehend deutsches Phänomen handelte.

Zwar ziehen Aktionärsschützer grundsätzlich die Stämme den Vorzügen vor. Das Stimmrecht sei höher einzuschätzen als eine leicht höhere Dividende bei den Vorzügen, heißt es. So argumentieren auch Großinvestoren. Dennoch scheint der Negativtrend gegenüber Vorzügen gestoppt. "Vorzugsaktien rücken durch den Sonderfall VW wieder in den Fokus", sagt Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut (DAI). Anlass dafür gibt auch die Kursentwicklung von Fresenius und Henkel, die als prominenteste Vertreter der Vorzugsaktien am deutschen Aktienmarkt die Krise der vergangenen beiden Jahre erstaunlich gut überstanden.

Tatsächlich ist man aber von einem Comeback der Vorzüge weit entfernt. "Dafür müssten erst wieder neue Vorzugsaktien emittiert werden, was ich im Moment nicht sehe", sagt Leven.

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