Aktien in Brasilien und Argentinien sind in diesem Jahr schon um mehr als 100 Prozent gestiegen
Lateinamerika begeistert die Analysten

Historische Höchststände sind an den Aktienbörsen in Brasilien, Argentinien und Mexiko zurzeit nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel. Fast vergessen scheint, dass noch vor gut einem Jahr in Brasilien die Furcht vor dem Wahlsieg des jetzigen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva grassierte.

abu/ang/keh/rp SAO PAULO/ MEXIKO-STADT/BUENOS AIRES. Und für die Anleger an der Börse in Buenos Aires spielen offenbar die nach wie vor bestehende Zahlungsunfähigkeit des Landes und der Streit Argentiniens mit den internationalen Anleihegläubigern keine Rolle. Vor diesem Hintergrund drängt sich allerdings die Frage auf, ob der steile Kursanstieg der Börsen überhaupt gerechtfertigt ist.

Zumindest an der Bovespa in São Paulo scheint die Luft dünner zu werden: Mit Werten von zeitweise über 19 000 Punkten hat der Börsenindex dieses Jahr auf Dollarbasis mehr als 100 Prozent zugelegt. Freilich halten Experten weitere Kursgewinne für möglich. Ihren positiven Ausblick bestätigt eine Untersuchung von Thompson Financial. Nach Ansicht der Experten des Finanzdienstleisters verdoppeln sich die Gewinne der 54 Kapitalgesellschaften des Ibovespa-Index in diesem Jahr gegenüber 2002. Zudem hilft Exportunternehmen und Konzernen, die im Ausland verschuldet sind, die Stärke des Reals. Die Währung hat 2003 zum Dollar 19 Prozent zugelegt.

Auch die Rahmenbedingungen bleiben für weitere Indexgewinne günstig: Brasilien hat ein Abkommen mit dem IWF ausgehandelt, welches die Investoren weiter beruhigte. Die Risikobewertung durch die Ratingagentur Fitch unterstützt das steigende Vertrauen ausländischer Kapitalgeber. Gleichzeitig mehren sich Anzeichen, dass die Wirtschaft im nächsten Jahr vier Prozent wachsen könnte. Und soeben hat die Zentralbank die Leitzinsen um 1,5 Prozentpunkte auf 17,5 Prozent gesenkt. Dies ist der tiefste Stand seit zwei Jahren.

Banken erwarten laut Thompson Financial einen Anstieg des Ibovespa binnen zwölf Monaten auf 21 400 Punkte. Auch die Analysten der brasilianischen Economatica sehen starkes Kurspotenzial: Zwar hat der Index sein historisches Hoch vom Juli 1997 übertroffen, auf Dollarbasis habe sich der Index bisher aber nur auf die Hälfte des Indexwerts von vor sechs Jahren erholt.

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