Aktien-Seismograf: Berg- und Talfahrt bei Europas Aktien erwartet

Aktien-Seismograf
Berg- und Talfahrt bei Europas Aktien erwartet

Das Jahr 2009 bringt gleich die erste Trendwende am Aktienmarkt: US-Werte werden künftig weit weniger stark schwanken als noch zum Ende des vergangenen Jahres. Dafür ist die Zahl der europäischen und japanischen Aktien deutlich gestiegen, die laut den Computern der Fondsgesellschaft Invesco in nächster Zeit deutlich nach oben wie nach unten ausschlagen werden.

FRANKFURT. Auf der Liste der auffälligen Werte finden sich jetzt jeweils etwa gleich viele Werte aus Europa, den USA und Japan. Quantitative Analysen wie diese, die einen Gegenpol zur Fundamentalanalyse darstellen, haben in den vergangenen Jahren stets an Bedeutung gewonnen. Konzentrieren sie sich doch rein auf das verwertbare Zahlenwerk eines Unternehmens und lassen dabei Daten wie Produkt- und Managementqualität völlig außer Acht.

Für den Aktien-Seismograf, den das Handelsblatt jeweils zu Beginn des Monates veröffentlicht, werten die Computer von Invesco aus einem Universum von 3 000 Aktien weltweit diejenigen aus, die in mindestens drei von sechs Kriterien Auffälligkeiten zeigen und deshalb in den kommenden Monaten wohl überdurchschnittliche hohe Kursausschläge zeigen. Untersucht werden jeweils die drei kurzfristigen Kriterien Trendumkehr, Gewinnrevisionen sowie deren Dynamik und die drei langfristigen Indikatoren externe Finanzierung, relative Stärke und erwartete Gewinnrendite.

"Per Saldo überwiegen weiterhin die negativen Indikatoren, so dass bei den auffälligen Aktien eher mit Ausschlägen nach unten als nach oben zu rechnen ist. "Bei den einzelnen Kriterien belasten Gewinnrevisionen wieder etwas stärker als im Vormonat, ebenso das mittelfristige Momentum und das Finanzierungsverhalten der Unternehmen", sagt Portfolio-Manager Alexander Tavernaro. Positives gibt es hingegen beim Kriterium der kurzfristigen Trendumkehr. Hier geht es darum, dass sich heftige Kursausschläge kurzfristig häufig ins Gegenteil umkehren.

Aus Branchensicht sind - wie schon im vergangenen Jahr - Finanztitel überdurchschnittlich oft auf der aktuellen Liste vertreten. Bekannteste Neuzugänge sind die beiden japanischen Geldhäuser Nomura und Shinsei. Die Kurse beider Banken sind seit dem vergangenen Sommer kräftig eingebrochen. Ob beide damit bereits das Ende der Leidensgeschichte erreicht haben und damit wieder Spielraum nach oben ist, darüber sind die Experten uneins. In seiner zu Jahresbeginn veröffentlichten Studie zu Nomura gibt Analyst Natsumo Tsujino von JP Morgan nur das Urteil "neutral" ab, traut der Aktie also bestenfalls so viel wie dem Gesamtmarkt zu. Ähnlich verhält es sich bei den Aussagen zu Shinsei, deren Aktie ebenfalls nur wenige Analysten schon wieder zum Kauf empfehlen.

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