Aktien-Seismograf
Graben nach spannenden Werten

Der Computer hat sein Urteil gefällt: 20 Aktien aus einem Anlage- Universum von über 3 000 Werten weltweit hat er ausgespuckt, bei denen demnächst überdurchschnittlich häufig extreme Kursausschläge nach oben wie nach unten zu erwarten sind. Der Handelsblatt-Aktienseismograf erlaubt der Masse der Anleger erstmals den Einblick in die Welt der quantitativen Analyse.

FRANKFURT. Herausgekommen ist eine bunte Mischung aus Titeln unterschiedlichster Branchen und Nationen, deren Kurse sich mit einer deutlichen höheren Wahrscheinlichkeit als die breite Masse künftig stark verändern werden. Diese in der Finanzwelt immer beliebtere Form der Aktienanalyse bezieht sich im Gegensatz zur Fundamentalanalyse auf die Auswertung von Zahlen. „Die Kunst des quantitativen Investments ist es, im eigenen Modell möglichst viele Ideen umzusetzen, auf die andere noch nicht gekommen sind“, sagt Margit Steiner, die bei Invesco den Aktien-Seismografen mitentwickelt hat. Untersucht werden die drei kurzfristigen Indikatoren Gewinnrevisionen, Dynamik der Gewinnrevisionen und kurzfristige Trendumkehr sowie die drei langfristigen Auffälligkeiten externe Finanzierung, langfristige relative Stärke sowie die erwartete Gewinnrendite. Nur wer bei mindestens drei der sechs Bereiche auffällig geworden ist, erscheint auf der Liste.

Wenig überraschend ist, dass ein Schwerpunkt bei den auffälligen Werten zurzeit bei US-Aktien und obendrein im Finanzsektor liegt. So findet sich unter den 20 Werten, die Invescos Rechenmaschinen herausgefiltert haben, der kriselnde Anleiheversicherer MBIA ebenso wie die Online-Bank E-Trade oder CIT Group, die größte unabhängige Kundenkreditbank. Deren Aktienkurs ist in den vergangenen zwölf Monaten von 60 auf knapp zwölf Dollar gefallen, weil das Unternehmen Verluste mit faulen Hypotheken erlitten hatte.

Allerdings liegen die Analystenempfehlungen zu CIT nach wie vor weit über dem aktuellen Kurs, im Durchschnitt bei gut 23 Dollar. Einen höheren Abstand zwischen Kurs und Kursziel weisen im S&P 500 nur zwei Aktien auf. Vorstandschef Jeffrey Peek hatte zuletzt angekündigt, über Verkäufe von Geschäftsbereichen bis zu sieben Mrd. Dollar erzielen zu wollen. „Eine bessere Option wäre es aber, das ganze Unternehmen zu verkaufen“, sagt Analyst Christ Brendler von Stifel Nicolaus, der die Aktie zum Kauf empfiehlt.

Das gilt für eine Reihe weiterer Titel auf der Liste der auffälligen Werte ebenfalls. So empfehlen nach Bloomberg-Informationen 14 von 15 Analysten die Aktie der kanadischen Lundin Mining zum Kauf. Auch die amerikanische Solarfirma First Solar kommt mit 22 Kaufempfehlungen sehr gut weg. Bei der britische Premier Foods raten zwölf von 17 Experten zum Kauf. Als einziger deutscher Titel unter den 20 Aktien ist der Rohstoff-Wert K+S auf der Invesco-Liste vertreten. Die im MDax gelistete Aktie hat sich seit zwei Jahren vervierfacht.

Bei den Gewinnrevisionen und deren Dynamik sowie bei der langfristigen relativen Stärke gab es gleich drei positive Auffälligkeiten.

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