Aktien und Börsen Was den Bullenmarkt stärker macht

Seit 2009 bewegen sich die Börsen nach oben. Doch mittlerweile haben die Investoren Angst, dass der Aufwärtstrend nicht anhalten wird. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen aber, dass das Gegenteil der Fall sein dürfte.
Die Skulptur des Bullen auf dem Platz vor der Börse vor den Blüten von Zierkirschen. Quelle: dpa
Schöne Aussichten

Die Skulptur des Bullen auf dem Platz vor der Börse vor den Blüten von Zierkirschen.

(Foto: dpa)

New York„Wie weit können die Aktienkurse noch fallen?“ fragte sich das Wall Street Journal am 9. März 2009, nachdem die Finanzkrise Billionen Dollar an Marktwert bei amerikanischen Aktien vernichtet hatte. Der Kurseinbruch war der heftigste seit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren.

Aber dieser Tag war auch der Tiefpunkt des Bärenmarktes. Es setzte eine Aufwärtsbewegung ein, die inzwischen seit sieben Jahren anhält. In diesem Zeitraum haben US-Aktien 14 Milliarden Dollar an Wert gewonnen, der Standard & Poor’s 500 Index hat rund 200 Prozent zugelegt.

Die glücklichsten und traurigsten Zocker aller Zeiten
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Die erfolgreichsten Trades - Platz 5: Jesse Livermore

Er war der Crash-Prophet des 20. Jahrhunderts. Jesse Livermore hat sowohl die Börsenpanik von 1907 als auch den Schwarzen Freitag von 1929 vorhergesagt – und darauf gewettet. Die erste Krise brachte ihm damals drei Millionen Dollar ein (heutzutage umgerechnet 70 Millionen Dollar), die zweite Krise spülte sogar 100 Millionen Dollar auf sein Konto, was heutzutage sage und schreibe 1,2 Milliarden Dollar entsprechen würde. Livermore selbst war allerdings kein gelernter Börsianer. Er hat auf eigene Faust investiert und ist für viele Spekulanten bis heute ein Vorbild.

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Platz 4: Andy Krieger

Der Optionshandel hat Andy Krieger reich gemacht. Als Händler der Bankers Trust Company wettete Krieger 1987 gegen den Neuseeländischen Dollar. Er war der Ansicht, dass der „Kiwi“ überbewertet sei. Seine Wette ging auf und bescherte dem Geldhaus Einnahmen in Höhe von 300 Millionen Dollar. Krieger selbst erhielt dafür von der Bank einen Bonus in Höhe von drei Millionen Dollar.

George Soros
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Platz 3: George Soros

Seine Wetten gegen das britische Pfund haben das Ansehen der Bank of England zerstört. Star-Investor George Soros hat 1992 mit riesigen Geldsummen gegen das Pfund gewettet. Wie Krieger fünf Jahre zuvor beim Neuseeländischen Dollar war auch Soros beim Pfund davon überzeugt, dass die Währung überbewertet sei. Nach mehreren Versuchen, das Pfund zu stabilisieren, musste die Bank of England letztlich klein beigeben. Die englische Währung verlor gegenüber dem Dollar 25 Prozent, Soros verdiente etwa eine Milliarde Dollar.

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Platz 2: Michael Hasenstab

Mit der Krise Geld verdienen – Michael Hasenstab von Templeton Global Bond Fund hat 2011 gezeigt, wie das geht. Entgegen der allgemeinen Stimmung kaufte Hasenstab irische Staatsanleihen in Milliardenhöhe. Die Position machte rund acht Prozent des gesamten Portfolios des Templeton Global Bond Fund aus. Mit der irischen Zustimmung zu den Troika-Bedingungen machte sich das Investment bezahlt. Denn nur so konnte die Pleite von Irland abgewehrt werden. Hasenstab erzielte mit dieser Anlagestrategie einen Gewinn von rund 2,5 Milliarden Dollar.

To match Special Report HEDGEFUNDS/PAULSON
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Platz 1: John Paulson

Die Subprime-Krise hat die Weltwirtschaft bedrohlich ins Wanken gebracht. Banken gingen pleite, Menschen mussten ihre Häuser aufgeben – nur einer hatte während der Krise gut lachen. John Paulson. Der Amerikaner wettete als einer der ersten gegen den Hypothekenmarkt, was ihm letztlich einen unbeschreiblichen Gewinn von 15 Milliarden Dollar bescherte. 2007 verdiente Paulson umgerechnet zehn Millionen Dollar pro Tag. Das war in etwa genauso viel wie J.K. Rowling, Oprah Winfrey und Tiger Woods verdient haben – zusammen.

NICK LEESON ARRIVES AT WATFORD MAGISTRATES COURTS
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Die schlechtesten Trades - Platz 5: Nick Leeson

Wegen ihm ist die Barings Bank, die bis dahin älteste Investmentbank Englands, pleitegegangen. Nick Leeson hat 1995 mit Call-Optionen auf den Nikkei sage und schreibe 1,4 Milliarden Dollar verbrannt. Zum Verhängnis wurde ihm ein Erdbeben in Kobe, das den Kurs des Nikkei fallen ließ. Um die Verluste wieder wettzumachen, setzte Leeson im Anschluss auf eine schnelle Erholung des japanischen Leitindex, die allerdings nicht eintrat. Nach einer Flucht über Brunei, Bangkok und Abu Dhabi wurde Leeson in Frankfurt am Main festgenommen und nach Singapur ausgeliefert, wo er seine Geschäfte tätigte. Dort wurde er wegen Urkundenfälschung und Betrug zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

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Platz 4: John Meriwether

Eine wagemutige Wette auf russische Staatsanleihen hat das Long Term Capital Management an den Rand der Pleite gebracht. Zu verantworten hatte diese Wette der Manager und Mitgründer des Fonds John Meriwether. Mit einem Hebel von 100 (!) pumpte er Geld in die Anleihen des postsowjetischen Staates. Zwischenzeitlich beliefen sich die Verluste des Fonds auf 4,8 Milliarden Dollar. Danach schritt die Fed ein, da befürchtet wurde, dass das internationale Finanzsystem zusammenbrechen könne. Am Ende betrug das Minus rund 1,9 Milliarden Dollar.

Doch jetzt haben die Investoren Angst, dass der Aufwärtstrend nicht anhalten wird. Sie sorgen sich über sinkende Unternehmensgewinne, eine Konjunkturabkühlung in China und die Unsicherheit hinsichtlich der Zinsen. Sie handeln ihrer Einschätzung gemäß und ziehen so schnell Gelder aus Aktien ab wie fast noch nie. Und das nicht ohne Grund, hat der S&P 500 doch über die vergangenen 18 Monate gerade einmal 0,5 Prozent gewonnen.

Wenn jedoch die frühere Entwicklung eine Orientierung bietet, dann ist genau dieser Rückzug ein deutliches Anzeichen dafür, dass die Hausse weitergehen wird. Solche Aufwärtsbewegungen enden meist erst, wenn es übertriebenen Optimismus gibt - und der ist nirgendwo in Sicht.

„Dieser allgegenwärtige Pessimismus, die Skepsis und die fehlende Bereitschaft, in Aktien annähernd so stark zu investieren wie in den vergangenen Bullenmärkten, ist ein klares Merkmal“, kommentiert Liz Ann Sonders, Chef-Investmentstrategin bei Charles Schwab & Co. Diese gegenläufige Stimmung bilde „die Wand aus Sorgen, die Aktienkurse gerne hochklettern“, führte sie aus.

In den vergangenen zwölf Monaten haben Investoren annähernd 140 Mrd. Dollar aus Aktien-Investmentfonds und börsennotierten Fonds abgezogen, mehr als doppelt so viel wie die stärksten Abflüsse über alle vergleichbaren Zeiträume während der weltweiten Finanzkrise.

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Wenn Anleger Geld abziehen, steigen meistens die Kurse
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