Aktien und Fonds

Der Anleger als Lemming

Die Deutschen verhalten sich bei der Geldanlage völlig falsch. Sie kaufen zu Höchstpreisen und verkaufen nach dem Crash. Eine aktuelle Studie zeigt: Privatanleger haben aus den vergangenen Krisen nichts gelernt.
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Quo vadis Geldanleger? Die Deutschen kaufen zu Höchstkursen und verkaufen nach dem Crash. Quelle: Reuters

Quo vadis Geldanleger? Die Deutschen kaufen zu Höchstkursen und verkaufen nach dem Crash.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfGeldanlage ist vor allem Psychologie. Wenn die Börsen neue Rekorde feiern, wird der Erfolg der Aktienstrategie sichtbar. Dann steigen auch immer mehr Privatanleger ein. Wenn die Höchstkurse dann einbrechen, sind die Anleger enttäuscht und meiden in Zukunft Aktien.

Eine aktuelle Studie des Deutschen Aktieninstituts zeigt: Im ersten Halbjahr 2011 stieg die Zahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfondsanteilen um 136.000 auf 8,3 Millionen. 3,7 Millionen Deutsche hatten Aktien im Depot. Das waren gut 5,7 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2010. Die Zahl der Fondsbesitzer stieg um 117.000 auf 6,1 Millionen. Viele Anleger stiegen also sowohl bei Einzelwerten wie auch bei Fonds ein. Doch viele Investoren dürften sich bei dem Crash in den vergangenen Wochen die Finger verbrannt haben. Das macht Anlagen in Aktien nicht attraktiver.

"Privatanleger tendieren dazu, bei Kurseinbrüchen Aktien zu verkaufen", sagt Professor Rüdiger von Roosen vom Deutschen Aktieninstitut. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase sank die Aktienquote um ein Drittel. Bei fallenden Kursen haben die deutschen Anleger in den vergangenen fünf Jahren Papiere im Wert von 52 Milliarden Euro verkauft - und nur für einen Milliarde zugekauft.

Die Folge: Aktien werden immer unbeliebter. "Die deutschen Privatanleger haben seit Jahren per saldo nicht mehr in Aktien investiert", sagt Rosen. Seit Ende 2006 haben Privatanleger Aktien im Wert von 71,7 Milliarden Euro verkauft. Nur in fünf der untersuchten 21 Quartalen gab es Nettozuflüssen in den Aktienmarkt.

Erste Marktdaten nach dem Crash Anfang August zeigen: Auch bei dem letztem Einbruch gab es Verkäufe. Bei der Fondsgesellschaft Deka gab es etwa Abflüsse in Höhe eines dreistelligem Millionenbetrages. Auch die DWS verzeichnet Abflüsse im Millionenbereich. Vor allem Aktien - und Anleihefonds stehen auf der Verkaufsliste ganz oben.

  • jha
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6 Kommentare zu "Aktien und Fonds: Der Anleger als Lemming"

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  • Der Anleger war schon immer so. Ob in der Vergangenheit oder auch jetzt. Bei Kursen über 7200 Punkten haben die Großen geklingelt und die Kleinanleger sind gefolgt. Das nennt man die Phase der Distribution. So war es auch diesmal.

    Artikel: http://www.start-trading.de/blog/2011/04/29/taxifahrer-wollen-aktien-kaufen/

    An der Börse heißt es richtig: Wenn die Taxifahrer in den Aktienmarkt einsteigen wollen, dann ist das Ende des Aufwärtstrends nicht mehr weit.

  • Der Schäfer findet es gut, wenn seine Schafe beim scheeren stillhalten

  • Sagen wir mal so,

    ein sicheres Stop-Loss sollte gesetzt werden.

  • Die Kleinanleger vertrauen den Empfehlungen ihrer Bank. Der Berater macht es sich einfach und empfiehlt STOP LOSS-Markierungen. Im Crash-Fall ist dies ein verstärkender Effekt für die Kurseinbrüche.
    Das sind trotzdem keine Gründe, sich generell aus den Aktienmärkten zu verabschieden.

  • Wer jetzt nicht verkauft macht gar keine Verluste!
    Sie sollten sich den Artikel nochmals durchlesen (und verstehen!)

  • Der Crash hat erst begonnen!
    Wer jetzt nicht verkauft dem drohen noch weitere Verluste.
    Aktien sind momentan wie aufgeblasene Luftballons, schneller als man denkt ist bei der nächsten Crash Nadel die Luft draussen ^^

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