Aktien
Versprochen, gebrochen!

Die Globalisierung hat so ihre Tücken. Wegen der starken Schwankungen auf den Absatzmärkten müssen immer mehr deutsche Unternehmen ihre Prognosen korrigieren. Eine Branche enttäuscht dabei besonders häufig.

Auch in diesem Jahr dürfte so manche ad-hoc-Meldung den Puls der Anleger in die Höhe treiben. Denn die Zahl der nach oben oder unten revidierten Gewinn- und Umsatzprognosen bleibt auf Rekordhöhe, hat die Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) analysiert.

Nachdem 2014 die Warnungen auf 80 und damit auf den höchsten Stand seit 2011 gestiegen seien, hätten die Unternehmen auch 2015 erneut 80 mal eingestehen müssen, dass ihre Planungen Makulatur waren und sie an schlechteren Planzahlen nicht mehr vorbeikommen, geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung hervor.

Besonders häufig enttäuschten die Konzerne aus der Automobilbranche die Anleger. Fast jeder zweite börsennotierte Kfz-Zulieferer oder Hersteller von Automobilen reduzierte im vergangenen Jahr seine Gewinnprognose. Auf Kurs blieben dagegen die Unternehmen aus den Bereichen Immobilien, Medien und Telekommunikation.

Allerdings gab es nicht nur negative Überraschungen. Ganz im Gegenteil: Insgesamt 130 im Prime Standard der Frankfurter Börse notierte Firmen veröffentlichten sogenannte Gewinn- und Umsatzerwartungen, im Jahr zuvor waren es nur 30 gewesen, die ihre Planzahlen aufwärts revidierten.

130 positiven Meldungen standen somit 80 negative Ausblicke gegenüber – keine schlechte Bilanz aus Sicht der Investoren. Fest steht, dass sich die Anleger wahrscheinlich auch 2016 auf eine anhaltend hohe Zahl solcher Korrekturen einstellen müssen. „Immer weniger Unternehmen schaffen es, ihre Prognosen tatsächlich einzuhalten“, stellt Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY fest.

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