Aktien von US-Bildungseinrichtungen bescheren Anlegern seit Jahren satte Gewinne – Deutsche Anbieter dürften folgen
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Bildung wird immer wichtiger, aber auch immer teurer. Da die öffentlichen Kassen die Kosten jedoch kaum mehr tragen können, drängen immer mehr private Anbieter auf den Bildungsmarkt. Dass von solchen Projekten nicht nur Studenten, sondern auch Börsianer profitieren, zeigt ein Blick auf den amerikanischen Markt.

DÜSSELDORF. Denn die Erfahrungen in den USA lehren, dass mit Bildung durchaus Geld zu verdienen ist. „Es wird immer mehr Zeit und Geld in zusätzliche Fähigkeiten investiert“, erklärt Natalie Walrond von der US-Investmentbank Pacific Growth. Neben einer guten Schulausbildung, gewinnt auch die berufliche Weiterbildung an Bedeutung, „Dann zählt nicht mehr der Berufseinstieg, sondern die weitere Karriere“, meint Gary Bisbee, Anlageexperte bei Lehmann Brothers. Folge: Die vollen Klassen füllen die Kassen der Anbieter und lassen deren Aktienkurse steigen.

Den eindrucksvollsten Beleg dafür liefert der Branchenprimus Apollo Group, der sich auf die berufsbegleitende Weiterbildung spezialisiert hat. Seit dem Börsengang 1994 legten die Papiere um 9 000 Prozent auf mittlerweile 65 US-Dollar zu. Bisbee hält die Aktie trotzdem noch nicht für ausgereizt. „Bisher haben die privaten Anbieter erst einen Marktanteil von etwa 5 Prozent. Da ist noch jede Menge Raum für weiteres Wachstum“, so der Finanzexperte. Auch Jerry Hermann von Legg Mason sieht noch kein Ende der Rally. Mit einem Kursziel von 71 US-Dollar rät er weiterhin zum Kauf.

Das gleiche Anlagevotum gibt Bisbee für den größten Konkurrenten Corinthian Colleges ab, der schon seit knapp vier Jahren regelmäßig mit den vorgelegten Zahlen die Erwartungen der Analysten übertrifft. Allein seit Anfang des Jahres sind die Papiere um 70 Prozent gestiegen und notieren derzeit bei rund 60 US-Dollar. Ein weiterer Vorzeigeschüler an der Börse ist Career Education. Die Börsenwert der Gesellschaft, die derzeit 78 Universitäten, Colleges und Schulen unterhält und deren Aktien an der Nasdaq notieren, legte im den vergangenen zehn Monaten trotz der jüngsten Verluste nach einer von einem ehemaligen Mitarbeiter eingereichten Klage über 100 Prozent zu.

Die aktuellen Kursgewinne der Bildungsaktien hält Walrond von Pacific Growth für gerechtfertigt. „Gemessen an der Qualität der Lehre, der Zahl der eingeschriebenen Studenten und deren späteren Chancen im Berufsleben stehen die privaten Einrichtungen staatlichen Universitäten und Schulen in nichts nach“, so die Analystin. Neuen Aufschwung verspricht sie sich vor allem von noch ausbaufähige Internetangebote. Als chancenreiches Beispiel nennt sie das von Apollo als University of Phoenix Online gestartetes Internetportal, das bereits vor drei Jahren an die Börse gebracht wurde.

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