Aktien vor einer Hausse
Die Bullen-Tipps der Charttechniker

Charttechniker sagen für viele große US-Aktien mit hohem Börsenwert Kurssteigerungen von bis zu 200 Prozent vorher. Außerdem empfehlen sie Gold.

Der Aktienmarkt bietet derzeit ein groteskes Bild: Obwohl die Börse seit mehr als vier Jahren fast stetig steigt und ein Rekordhoch nach dem anderen erklimmt, gibt es anscheinend nur Enttäuschte. Zum einen wimmelt es von frustrierten Pessimisten. Sie weissagen schon seit Monaten, manche seit Jahren, das baldige Aus des aktuellen Börsenbooms. Dazu führen sie stets griffige und plausible Argumente ins Feld – und werden von den steigenden Kursen regelmäßig eines Besseren belehrt. "Die Pessimisten werden nicht so bald Genugtuung erhalten", meint John Roque, Marktstratege für Technik beim Brokerhaus Natexis Bleichroeder, "die Markttechnik deutet nicht auf einen größeren Einbruch hin."

Zugleich ist der Bullenmarkt der Jahre 2003 bis 2007 übervoll mit unzufriedenen Optimisten. Das sind jene Anleger, die es bereuen, zu früh ihre Gewinne mitgenommen zu haben. Zum Beispiel in den Korrekturen vom Februar 2007 oder vom August 2006. "Es rennt fast keiner herum und schreit Hurra vor Begeisterung über die fetten Gewinne", beobachtet Roque. Dahinter steckt die verbreitete Angst der Anleger, der Markt könne zu weit gelaufen sein und man werde wie 2001 und 2002, nach der letzten großen Hausse, wieder büßen müssen für die satten Gewinne von heute. Vom "irrationalen Überschwang", der den Markt vor rund einem Jahrzehnt im Zuge der allgemeinen Internet- und High-Tech-Euphorie erfasst hatte, ist bei dieser Hausse nichts zu spüren. Den Begriff hatte der damalige Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan, geprägt – auch heute einer der eifrigsten und prominentesten Warner.

Nicht nur die privaten Anleger, auch die Profis sind vorsichtiger geworden als im vorherigen Boom. Charttechniker – Leute also, die Kursbilder und Handelsdaten nach Hinweisen auf interessante Aktien durchforsten – gehörten 1995 bis 2000 zu den größten Euphorikern. Heute wechseln sie bei jeder Gelegenheit ins Lager der Warner. Genauso handhaben es ihre Kollegen aus dem Bereich der Fundamentalanalyse, die Unternehmensergebnisse und Bilanzen zu den Kursen in Beziehung setzen. Beide Lager betrachten die Gewinne der vergangenen Wochen und Monate mit großer Skepsis. Vor rund zwei Wochen versammelten sich mehr als 100 Anhänger der technischen Analyse, um den Ausführungen von Roque und anderen Meistern dieser Zunft zu lauschen. Bei den Vorträgen und Diskussionen ging es vor allem um die Anlagechancen in zurückgebliebenen Aktien, die sich gegenwärtig mit der technischen Analyse orten lassen, inmitten der langen und zähen Rally.

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