Aktienabstoß: Experten sehen Warnsignal
Top-Manager werden vorsichtiger

Deutsche Top-Manager werden skeptischer, zumindest was die Aktien der eigenen Unternehmen angeht. Tendenziell werden mehr Anteile verkauft als gekauft. Ob die Verkäufe von großen Aktienpaketen durch Insider jedoch ein Vorbote von Kursverlusten sind, ist ungewiss.

FRANKFURT. Deutschlands Top-Manager werden im Hinblick auf die Aktien ihrer Unternehmen skeptischer. Vom Pessimismus ihrer US-Kollegen, bei denen das Verhältnis von Aktienverkäufen zu -käufen auf dem niedrigsten Stand seit 1987 liegt, sind sie jedoch noch weit entfernt. Das geht aus dem neuesten Insider-Barometer hervor, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking für das Handelsblatt erstellt.

Aktuell liegt das Insider-Barometer bei 111 Punkten und zeigt noch knapp eine Tendenz zu Gunsten der Käufe. Zum Vergleich: Der neutrale Bereich liegt zwischen 90 und 110 Punkten. „Dass die Manager, die sich in diesem Jahr bereits reichlich mit Aktien eingedeckt haben, allerdings tendenziell weiter in Kauflaune sind, überrascht“, sagt Fifam-Experte Olaf Stotz. Zumal bei langfristiger Betrachtung von Insiderseite – das sind Führungskräfte und deren nahe Angehörige – generell mehr verkauft als gekauft wird. Optionsprogramme oder große Aktienpakete aus Zeiten vor dem jeweiligen Börsengang führen dazu, dass sich diese Gruppe nicht noch zusätzlich am Markt mit Aktien der eigenen Firma eindeckt. Von einem moderaten Kursanstieg, den die Mehrzahl der Aktienstrategen bei Banken und Fondshäusern im kommenden Jahr erwartet, gehen damit auch die Manager aus.

Schillerndstes Beispiel dafür waren zuletzt die beiden Vorstände von Air Berlin, Joachim Hunold und Johannes Zurnieden. Beide haben die Kursschwäche um den Monatswechsel herum genutzt, um ihre Bestände aufzustocken. Dass sie damit ein gutes Händchen bewiesen, zeigte die anschließende Kursentwicklung. Ende letzter Woche haben die Analysten von Morgan Stanley wegen der zuletzt angehobenen Gewinnprognosen ihr Kursziel für die Aktie von 14,70 auf 20 Euro angehoben. Gegenüber dem aktuellen Kurs bedeutet dies ein Potenzial von über 20 Prozent.

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