Aktienkultur
Aktienanlage ist Kopfsache

Die Deutschen und die Aktie – keine einfache Beziehung. Im Gegenteil. Sie ist geprägt von Missverständnissen, Vorurteilen und Unsicherheit. Das beweist einmal mehr eine neue Studie. Doch sie zeigt auch Überraschendes.
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DüsseldorfUnsicher, riskant, kompliziert und nur für Reiche – Missverständnisse, Vorurteile und Unsicherheit prägen das Verhältnis der Deutschen zur Aktienanlage. Und das führt dazu, dass die fleißigen Sparer von Aktien lieber die Finger lassen. Das zeigt einmal mehr eine Studie des Deutschen Aktieninstituts und der Börse Stuttgart, in der die Einstellung der Deutschen zur Aktie untersucht wurde.

Besonders hartnäckig halten sich die Vorurteile, dass die Aktienanlage gute beziehungsweise ausgeprägte Kenntnisse erfordert (74 Prozent der 2019 Befragten), bei kleinen Anlagebeträgen nicht sinnvoll ist (55 Prozent), nicht einfach ist (50 Prozent) sowie unsicher und riskant (44 Prozent).

„Trotz Höchstständen an den Börsen, rekordhoher Dividendenausschüttungen der Unternehmen und historisch niedriger Zinsen meiden die Deutschen die Aktienanlage weitgehend,“ sagt Michael Völter, Vorsitzender des Vorstands der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse. Dabei seien die Vorteile von Aktien im Vergleich zu Zinspapieren in diesem Umfeld offensichtlich.

Aber auch langfristig kann sich die Rendite durchaus sehen lassen, allen Kursschwankungen und Crashs zum Trotz. Und schaut man sich die Entwicklung des Dax von 1965 bis 2014 an, dann verschwindet das Risiko von Verlusten ab einem Anlagehorizont von 13 Jahren vollständig. Unter allen 41 möglichen Zehn-Jahreszeiträumen seit 1965 waren überhaupt nur zwei Perioden mit einem Verlust in einer breit gestreuten Aktienanlage - nämlich Ende 1998 bis Ende 2008 sowie Ende 1999 bis Ende 2009. Die Durchschnittrendite aller Zehn-Jahreszeiträume lag dagegen bei jährlich 8,1 Prozent. Anleger konnten also innerhalb von nur zehn Jahren ihr Vermögen mehr als verdoppeln.

Doch deutsche Anleger mit ihrem Hang zu Spareinlagen wollen davon nichts hören. Die langfristigen Chancen an der Börse sind unter dem Eindruck zweier schwerer Kurseinbrüche in den vergangenen 15 Jahren völlig in den Hintergrund getreten. Unsicher und riskant sind Aktien, kurzfristige Kursschwankungen wiegen mehr als langfristige Kursgewinne.

Gerade einmal gut 8,4 Millionen besitzen noch Aktien oder Aktienfonds. Damit fristet die Aktie in den Depots nach wie vor ein Nischendasein. Nur gut sieben Prozent des Geldvermögens der Deutschen liegt in Aktien. Im vergangenen Jahr haben sogar wieder eine halbe Millionen Anleger der Börse den Rücken gekehrt. Aktien sind scheinbar ‚out‘. Das Niedrigzinsumfeld und die jahrelange Rally haben am Anlageverhalten nichts geändert.

Kommentare zu " Aktienkultur: Aktienanlage ist Kopfsache"

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  • ""Trotz Höchstständen an den Börsen, ... meiden die Deutschen die Aktienanlage weitgehend,“ ...."

    Nien, WEGEN der Höchststände meide ich (und alle Freunde, darunter auch ein Bankerund ein Betriebswirt) momentan den Aktienmarkt und denken eher an Verkauf als an Kauf.

    Nebenbei: Aktien werdenim Beratungsprotokoll jeder Bank offiziell als "spekulativ" (=hohes Risiko) eingestuft.

  • Ja, da hat die Kollegin Schwarzer wieder mal einen schönen Artikel geschrieben.
    Nur wer verfasst die Studie, wer schreibt darüber und wer liest das?
    Leider die, die sowieso diesem Thema offen gegenüberstehen.

    Jeder der das Thema im Bekanntenkreis diskutiert hat, kann sich oft über die Vorurteile gegenüber uns Aktienspekulaten und Zockern wundern.
    Dennoch, viel Erfolg bei der Öffentlichkeitsarbeit. Leider kann man eben nur Leute überzeugen die sich überzeugen lassen wollen.

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