Aktienkurse profitieren vom starken Wirtschaftswachstum – Experten erwarten weitere Börsengänge in Polen
Börsen in Mittelosteuropa haben Chancen

Die Aktienmärkte der neuen EU-Staaten Polen, Ungarn und Tschechien sind in bester Verfassung. Der Budapester Aktienindex BUX etwa hat die Hürde von 14 000 Punkten übersprungen; die Kurse sind seit Jahresbeginn um 45 Prozent gestiegen. Ähnlich sieht es beim Prager Index PX 50 aus. Und der WIG in Warschau verbesserte sich um 34 Prozent.

rev/rp WARSCHAU. Analysten wie Jakub Papierski von der polnischen Bank Pekao erwarten, dass der Trend stabil bleibt. Zuversichtlich ist auch Angelika Millendorfer. Die Senior Fondsmanagerin von Raiffeisen Capital Management (RCM) schätzt die fundamentale Situation in den mittelosteuropäischen Ländern als weiterhin gut ein. Das Wirtschaftswachstum sei unverändert stark in der Region und einiges deutet daraufhin, dass „2005 noch einmal ein sehr gutes Jahr wird“. Dies schlage sich in der Situation vieler Unternehmen nieder. Hinzu komme, dass die Landeswährungen relativ stark sind, wodurch der Ertrag für Investoren auf Euro-Basis zusätzlich steige.

Papierski begründet seinen Optimismus insbesondere mit den stark steigenden Gewinnen großer börsennotierter Gesellschaften. Die Kursgewinne sind Folge der rasch steigenden Produktivität und niedriger Steuern.

Die treibenden Kräfte am ungarischen Aktienmarkt sind der Energiekonzern MOL und die Bank OTP. So hat MOL den Reinertrag in den ersten neun Monaten 2004 mit 153 Mrd. Forint (620 Mill. Euro) gegenüber der Vorjahreszeit mehr als verdoppelt. Bei Merrill Lynch traut man der MOL-Aktie bis Jahresende einen Kursanstieg von aktuell rund 12 000 auf 13 000 Forint zu. Auch die OTP hat hervorragende Zahlen vorgelegt.

In Polen hat vor allem der erfolgreiche Börsengang der PKO, Polens größter Bank, den Aktienmarkt beflügelt und den Appetit auf weitere profitable Privatisierungen gesteigert. Neue Börsengänge sind Experten zufolge zu erwarten. Deren Volumen könnte nach Ansicht der Bank Pekao mindestens 1,5 Mrd. Zloty (350 Mill. Euro) betragen. Die PKO hat derweil durchgreifende Rationalisierungen ankündigt. „Wir werden in den nächsten Jahren 1 200 bis 1 500 Arbeitsplätze jährlich abbauen“, kündigte PKO-Chef Andrzej Podsiadlo an. Fondsmanagerin Millendorfer ist dennoch zurückhaltend. „In Polen sind wir im Bankenbereich stark untergewichtet“, sagt sie, denn „die Bewertungen sind hier schon recht hoch“.

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