Aktienmärkte Angst vor Rezession? Ach was!

Aktien sind derzeit die attraktivste Anlageklasse. Dennoch trauen sich die Deutschen nicht ran. Sie fürchten sich vor Rezession und Börsencrash. Dabei ist die Angst unbegründet - wenn man es geschickt anstellt.
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Die konjunkturellen Aussichten verschlechtern sich. Aber das muss nicht der Weltuntergang sein. Quelle: Getty Images

Die konjunkturellen Aussichten verschlechtern sich. Aber das muss nicht der Weltuntergang sein.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfSoll ich jetzt Aktien kaufen? Oder lasse ich es lieber bleiben? Jeder, der etwas Geld übrig hat, das er anlegen möchte, wird sich diese Frage stellen. Selbst wer noch nie oder seit Jahren nicht mehr an der Börse unterwegs war, kommt ins Grübeln. Nicht weil die Deutschen auf einmal ihre Liebe zu Aktien entdecken, sondern weil gewinnbringende Alternativen nicht in Sicht sind.

Die Zinsen sind historisch niedrig. Mit Anleihen oder anderen Zinspapieren lässt sich nichts verdienen. Mit Aktien haben Anleger in diesem Jahr sehr gut verdient. Der Dax ist um knapp 20 Prozent gestiegen, auch die Dividendenrendite – bei Dax-Aktien gibt es im Schnitt immerhin 3,5 Prozent – sieht verlockend aus.

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Wohin mit dem Ersparten?

Vergleich durchschnittlicher Renditen


Das Problem ist nur: Die meisten trauen dem Braten nicht – und trauen sich nicht, ihr Geld in Aktien zu stecken. Sie fürchten einen neuerlichen Einbruch der Weltwirtschaft. Die Schuldenkrise in Europa, der Haushaltsstreit in den USA und schwächere Wachstumszahlen in China bilden ein gefährliches Gemisch. Die Wahrscheinlichkeit für eine weltweite Wirtschaftskrise wird von Experten – zum Beispiel Jeff Hochman von Fidelity oder Leon Cornelissen von Robeco – auf  25 Prozent geschätzt. Das Risiko ist also nicht unausweichlich, aber auch nicht zu verachten.

Die Wirtschaft der Euro-Zone steckt jetzt schon in der Rezession. Selbst Volkswirtschaften, auf die bisher Verlass war, geraten in die Krise. Der nächste Krisenkandidat ist bereits ausgemacht: Frankreich. Das Wirtschaftsmagazin „Economist“ nennt das Land die „Zeitbombe im Herzen Europas“. Deutschland ist bisher glimpflich davongekommen, kann sich aber nicht auf Dauer abkoppeln. Michael Hüther, der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), sagt, die deutsche Wirtschaft bewege sich „am Rand der Stagnation“. Man beobachte eine „tiefsitzende Verunsicherung“ in den Chefetagen der Unternehmen, die die Wirtschaftsentwicklung bremsen dürfte, auch wenn Deutschland vorerst nicht in die Rezession abrutschen werde.

Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis die Unternehmen die Krise zu spüren bekommen, bis die Gewinne abbröckeln und damit auch die Aktienkurse. „Unter den makroökonomischen Gegebenheiten halte ich es für riskant, ausschließlich auf steigende Aktienkurse zu spekulieren“, sagt Andreas Utermann, Chefanlagestratege von Allianz Global Investors. Die Volatilität an den Aktienmärkten werde auch im kommenden Jahr hoch bleiben.

Rezessionsjahre sind die besten Börsenjahre
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16 Kommentare zu "Aktienmärkte: Angst vor Rezession? Ach was!"

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  • Zustimmung- bis auf die Ausführung Daxstand. Ich meine, dass nicht der Index die Kaufentscheidung beeinflussen sollte, sondern einzelne Papiere, die sich sicher erholen werden, nur möglicherweise nicht in wenigen Monaten. Viel Glück bei der Auswahl!

  • Aber in schlechten Zeiten steigen die Kurse, weil da sGeld nicht für Investitionen benötigt wird.

  • Ok. Aber Gold zahlt keine Dividende. Wie sieht das Ergebnis aus, wenn die Dividenden eingerechnet werden?

  • Die momentane Situation ist sehr komplex. Die Gelddruckorgien der Notenbanken werden sicherlich die Kurse an den Börsen weiter anfeuern (Liquiditätsrally). Für große Investoren führt kaum ein Weg an der Aktie vorbei, da viele Assetklassen tot sind. Andererseits kann jederzeit eine der zahlreichen Krisen (Banken, Staatsschulden, Weltwirtschaft, Immobilien, China) ausbrechen und dann rauschen die Börsen kräftig und ungebremst bergab, denn die Globlal Player werden den Märkten in kurzer Zeit Milliarden entziehen. Gold und gute Aktien sind zur Zeit die einzigen lohnenswerten Investments. Ob aber bei einem Dax-Stand von 7200-7500 Neuanleger unbedingt einsteigen sollten? Eher nicht. Warten sie Rückschläge ab und steigen sie dann ein. Wir werden auch noch einmal kräftig unter die 7000 rutschen.
    P.S. Liebes HB: Die Anleiherenditen von 3,5% halte ich für einen Witz! Die meisten CBs im Investmentgrade rentieren bei 0-2%p.a. Hier ist für die Anleger schon lange der Zug abgefahren.
    Na und wer sich doch noch traut in diesem Lande auf Aktien zu setzen, sollte wissen, daß der Staat es den Anlegern in den letzten Jahren ganz schön schwer gemacht hat: Abschaffung der Spekulationsfrist, Abschaffung des HEV, Abschaffung der Anrechnung der Körperschaftssteuer, Abschaffung der Berücksichtigung von Kapitalkosten als Werbungskosten, Streichung der Verrechnung von Altverlusten ab 2013, usw. Wer dann noch die Kurse von ehemals soliden Unternehmen schmelzen sieht(Commerzbannk, Eon, RWE, Telekom) oder ganz vom Markt verschwinden sieht (Karstadt, HRE), der fragt sich, ob er dies für eine Dividendenrendite von 3,5% p.a. in Kauf nehmen will.
    Aber: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

  • Ps: Sie betrachten Aktien als Spekulationsobjekt. Aktien sind aber Sachkapital/-werte für eine langfristige Investition. Entweder man gründet selber eine Firma, oder man beteiligt sich an erfolgreichen Unternehmen. Kursgewinne brauchen nur Spekulanten.

  • Da muss ich sie leider enttäuschen. Meine Familie und ich leben nach über 40 Jahren Erstkäufen in deutschen Qualitäts-Aktien heute ausschließlich von Dividendeneinkünften.

  • @stockpicker1
    >>Und wenn man 20 und mehr Jahre in Aktien investiert ist, lebt man auskömmlich von den Dividenden. Kurssteigerungen sind dann nur noch eine nette Nebensache<<.

    Es ist genau umgekehrt. Die Aktienanlage wird durch den Kursgewinn lukrativ und nicht durch die Dividende. Und dann der Spruch: Kursverluste sind ja nur Buchverluste. Echt lustig. Haben Sie sich schon mal überlegt, dass Ihr Kapital dadurch Jahrelang festliegt und Sie quasi finanziell bewegungslos werden.
    Sie sollten Finger von Aktien lassen. Sie haben anscheinend diese Anlageform nicht verstanden.

  • an Gaffel.....das war doch ein Volltreffer, nicht wahr? Sagen Sie mal, wie naiv sind Sie? Haben doch alles für bare Münze gesehen, nicht wahr? Nun, das was ich geschrieben habe, muß auch mal sein. Nur so viel. Sollten Sie weiter so reagieren, dann haben Sie zu den individuellen Beiträgen in diesem Forum eine falsche Wahrnehmung. Ihnen trotzdem alles Gute von Froelich.

  • In einer Hyperinflation können es auch Billionen Punkte sein. Schade, dass man dann trotzdem kaum etwas dafür kaufen kann. Währungsreform 1.000.000.000.000 15. November 1923 10.000.000.000,00 M = 1 RPf 4.200.000.000.000 M = 4,20 RM = 1,00 Dollar 12 Tage http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Inflation_1914_bis_1923#Die_Hyperinflation_der_Jahre_1922_und_1923
    Ein wesentlicher Teil der Mittelschichten – gewohnt, ihr Leben ohne Hilfe des Staates zu gestalten, ja Feinde des Sozialstaates – fand sich in Armut wieder. Ihre finanziellen Rücklagen schmolzen in der Inflation bis auf kümmerliche Reste dahin.
    Und die hatten auch Aktien. Wollen sie es ausprobieren? Bitte, viel Spass. Ach, und einzige Anlageform, die noch was bringt. Man darf wohl lachen.
    Am 02.01.2008 ging:

    1. Der Dow Jones mit 13.043,96 Punkten aus dem Handel.
    2. Notierte Gold bei USD 846,75 pro Unze.
    3. Lag Silber bei USD 14,93 pro Unze.

    Und, wie haben sich diese Werte nun entwickelt? Schauen wir uns einfach die Kurse an, mit denen diese Werte am Freitag den 16.03.2012 aus dem Handel gingen:

    1. Der Dow Jones lag bei 13.232,62 Punkten (+1%).
    2. Gold wurde mit USD 1.658 pro Unze gehandelt (+96%).
    3. Silber wurde mit USD 32,27 pro Unze gehandelt (+116%).
    Die Langzeitperformance der letzten 10 Jahre toppt keine Aktie der Welt und die Dauerhaftigkeit sowieso nicht. Seit es Menschen gibt sind Metalle Zahlungsmittel.

  • Den Autor dieses Beitrags sollte man aktuell mal in die Verkaufsbereiche der Automobil-Konzerne senden. Danach würde er wohl keinen solchen "Mainstream"-Unfug mehr veröffentlichen. Die Gesamtwirtschaftliche Lage ist unverändert ernst; - die Rahmenbedingungen der EU-Krise können jederzeit (!!!) einen Kollaps hervorrufen. Wer dies nicht vorsorglich und kritisch in seine Berichterstattung einfliessen läßt, hat die Bezeichnung "Wirtschaftsredakteur" nicht verdient.

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