Aktienmärkte
China: Wenn die Börsenblase platzt

Droht dem chinesischen Aktienmarkt der Kollaps? In den vergangenen Tagen knickten die Kurse in China ein, heute verlor der Leitindex erneut vier Prozent. Anlagestrategen glauben dennoch weiter an das Märchen aus Fernost und werben für Investments in China.

FRANKFURT. Der chinesische Aktienmarkt hat in diesem Jahr deutlich zugelegt. Doch jetzt deutet sich eine Wende an. Heute fiel der chinesische Leitindex, der Shanghai Composite, um vier Prozent. In den vergangenen zwei Wochen verlor er damit 20 Prozent und rutschte unter 3 000 Zähler.

„Es gibt die Sorge in den Märkten, dass die positiven Effekte der staatlichen Konjunkturprogramme langsam ausgehen und ob es im nächsten Jahr eine nachhaltige Erholung geben wird“, sagt Hiroaki Osakabe von Chibagin Asset Management.

Erinnerungen an das vergangene Jahr werden wach. Damals stürzte der Shanghai-Index fast ungebremst ab – von gut 5 500 Punkten auf 1 700 Punkte.

Die Anleger hoffen, dass die Regierung diesmal eingreift, um die Märkte zu stützen. Doch es ist fraglich, ob Peking über die beschlossenen Maßnahmen hinaus noch ewtas tun kann. Um die heimische Wirtschaft anzukurbeln, hatte man bereits ein Konjunkturpaket im Volumen von umgerechnet gut 410 Mrd. Euro geschnürt. Außerdem sollte eine laxe Geldpolitik dazu beitragen, dass Unternehmen leichter an Kredite kommen.

Aus dem Fernen Osten selbst sind Stimmen zu hören, wonach Banken die Mittel missbrauchten, um ihre Rendite aufzupolieren. Statt Kredite zu vergeben, könnten einige das Geld in den Aktien- und Immobilienmarkt umgeleitet und damit die nächste Blase aufpumpt haben.

Nachdenklich stimmt auch, wie überhitzt der Markt für Börsengänge inzwischen ist. Ein Beispiel: Anfang der Woche feierte der Broker China Everbright Securities sein Börsendebüt in Shanghai. Die Aktie stieg am ersten Handelstag um 32 Prozent. Doch nicht wenige Börsianer hielten das für enttäuschend. Andere Unternehmen hatten im vorigen Monat eine bei ihrem IPO viel mehr zugelegt und waren am ersten Tag um 100 Prozent gestiegen. Schon am nächsten Tag stürzten die Titel von China Everbright Securities bis zum Limit um zehn Prozent ab.

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