Aktienmärkte
Comeback der Crash-Propheten

Amerikanische Aktien notieren nahe ihrer historischen Höchststände. Doch die Party könnte bald enden, prominente Schwarzmaler warnen vor dem Absturz. Dem Dax geht nach seinem Rekordhoch bereits die Puste aus.
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DüsseldorfDroht ein empfindlicher Börsencrash? Glaubt man bekannten Börsenexperten, ist es an der Zeit, die satten Gewinne der mehr als fünfjährigen Rally ins Trockene zu bringen. Die kritischen Stimmen werden immer lauter. Gerade erst hat Alan Greenspan, immerhin Ex-Chef der amerikanischen Notenbank und ehemals „Magier der Märkte“, vor einer signifikanten Korrektur gewarnt. Auch der Anleihekönig Bill Gross rät zur Vorsicht.

Schon vor einigen Wochen hat Marc Faber seinem Namen als Dr. Doom mal wieder alle Ehre gemacht. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir in den nächsten zwölf Monaten einen Crash wie 1987 erleben. Und ich befürchte, es wird sogar noch schlimmer“, prophezeite er in einen Interview mit dem US-Fernsehsender CNBC.

„Dieses Jahr, da bin ich mir sicher, wird der S&P-500-Index 20 Prozent fallen - eventuell von einem höheren Niveau aus.“ Nach kurzem Innehalten korrigierte er sein Prognose sogar noch: „Ich denke doch eher, dass es 30 Prozent werden.“ Auf den promovierten Wirtschaftswissenschafter zu hören, war in der Vergangenheit oft richtig. Er sagte den Crash 2009 bereits ein Jahr zuvor voraus. Und auch den Einbruch der Schwellenländer-Börsen zwei Jahre später prognostizierte der bekennende Schwarzseher. Seine negativen Prognosen verkündet Faber normalerweise über seinen Börsenbrief „The Boom, Gloom and Doom Report“ – zu Deutsch: Aufschwung, Finsternis und Untergang.

Max Otte malt ebenfalls schwarz: „Große ökonomische Verwerfungen – und wir haben die Krise von 2008 noch nicht überwunden – können irgendwann auch zu politischen Verwerfungen führen“, sagt der Bestsellerautor und Crash-Prophet. „Derzeit brennt es an der Welt an vielen Stellen und ich sehe nicht, dass jemand die Feuer löscht. Im Gegenteil.“ Er geht sogar noch weiter: „Der Welt könnte schlimmeres bevorstehen als ‚nur‘ der nächste Finanzcrash“, befürchtet Otte. „Dieser ist aber auch nicht auszuschließen, da die Verschuldung weiter gestiegen ist.“

Und nicht nur die Schwarzmaler sind pessimistisch eingestellt, auch vorher „bullish“ eingestellte Experten sehen die Lage nun zumindest kritischer. Dass den Börsen der Untergang bevorsteht, so weit will Robert Halver zwar nicht gehen. Aber auch der Experte der Baader Bank sieht durchaus Risiken. „Wenn die Ukraine-Krise dramatisch eskaliert, die Lage im Irak sich maximal zuspitzt oder die US-Notenbank schockartig die Zinsen erhöhen würde, dann kann es natürlich turbulent an den Märkten werden“, sagt er. Geopolitische Krisen seien schlecht einzuschätzen, es gebe keine historischen Blaupausen.

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