Aktienmärkte
In Russland noch keine Entwarnung

Den russischen Anlegern stecken die vergangenen Tage noch in den Knochen: Gut sieben Prozent büßte der russische Aktienindex RTS auf Dollarbasis ein. Zu Wochenbeginn rutschte der Index um weitere fünf Prozent ab. Eine leichte Erholung am Montag und ein positiver Start in den gestrigen Handel geben in Moskau aber noch längst keine Entwarnung.

MOSKAU. Die Kurse dürften weiter stark schwanken, befürchten Experten. Die Gefahr weiterer Korrekturen sei nicht völlig gebannt. Die Deutsche UFG erwartet, dass der RTS die Marke von 1 700 Punkten testen könnte. Zuletzt lag er bei rund 1 760 Punkten. „Obwohl die Wirtschaft derzeit stark wächst und liquide ist und russische Aktien relativ günstig sind, dürfte Russland nicht zum sicheren Hafen für Anleger werden, solange sich der globale Trend nicht dreht“, glaubt Christopher Weafer, Chefstratege der Alfa Bank. Die Frage sei derzeit nur, ob die Korrektur ähnlich wie die im vergangenen Juni bei 30 Prozent liegen werde, oder ob die Anleger mit einem Minus von 15 Prozent davon kämen. Weafer erwartet, dass die Kursschwankungen hoch bleiben werden.

Dazu passt, dass die meisten Anleger in Moskau nur kurzfristig agieren. Vor allem das Ausbleiben der lang erwarteten Rentenreform, die dazu beitragen dürfte, dass längerfristige Investitionen attraktiv werden, lässt die „Zocker“ den Markt kontrollieren. Selbst eine kleine Korrektur führt daher schnell dazu, dass zu viele Anleger versuchen zu schnell zu verkaufen – der russische Aktienmarkt neigt daher leicht zu Übertreibungen.

Dennoch: Wer sich vor zwei Jahren in russische Aktien eingekauft hat, dürfte auch den aktuellen Kursrutsch verkraften – seither liegt der Leitindex RTS gut 150 Prozent im Plus. Alexej Sabotkin von Deutsche UFG geht sogar einen Schritt weiter: Auch wenn es heiße, man solle nicht „in ein fallendes Messer greifen“ – wer mit volatilen Kursen leben könne, für den sei derzeit ein guter Zeitpunkt, in russische Aktien einzusteigen, schätzt der Analyst.

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