Aktienmärkte
Zypern, na und?

Zypern steht vor der Pleite. Die Euro-Krise flammt wieder auf. Doch die Anleger scheint das kaum zu stören. Der Dax nimmt Kurs auf sein Allzeithoch. Es gibt da etwas, dass die Börse mehr interessiert als eine Insel im Mittelmeer.
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DüsseldorfDie Finanzwelt kennt im Moment kein anderes Thema: Zypern. Wird die kleine Insel im Mittelmeer noch vor der Pleite bewahrt? Wenn ja, woher soll das Geld kommen? Von zyprischen Sparern, von Steuerzahlern aus dem Rest Europas, aus Russland? Auch eine ungeordnete Insolvenz ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen.

Die Warnungen der Experten lassen eine bevorstehende Apokalypse befürchten. Europa habe mit Dynamit hantiert, sagte Mohamed El-Erian, Chef des Anleiheinvestors Pimco. Mit dem Plan, zyprische Bankkunden für die Rettung zur Kasse zu bitten, sei die „Heiligkeit“ von Sparguthaben angetastet worden. Im schlimmsten Fall drohe eine Kapitalflucht aus Südeuropa.

An den Börsen reagierten die Anleger deutlich gelassener. Der Dax hat Verluste von Anfang der Woche fast schon wieder ausgeglichen. Heute kletterte der Index über 8.000 Punkte. Damit liegt das Allzeithoch bei 8.151,57 Punkten weiterhin in Reichweite.

Es ist nicht so, dass die Börsianer das Geschehen in Zypern nicht aufmerksam verfolgen. Ein gewisses Unwohlsein wird keiner am Markt verneinen. Allerdings ist das bislang eher ein Gefühl, kein konkreter Anlass zur Sorge. Noch hoffen die Anleger, dass die Probleme auf Zypern, das gerade einmal 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung der Euro-Zone ausmacht, begrenzt bleiben.

Schon nach der chaotischen Wahl in Italien schüttelten die Anleger die Sorgen schnell wieder ab. In den folgenden Tagen legte der Dax um fast 400 Punkte zu und erreichte seinen Jahreshöchststand.


Der Grund ist einfach: Die Investoren können sich auf einen Retter in der Not verlassen. Dieser wird sich am Mittwochabend erneut äußern. Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank, wird erklären, dass seine Federal Reserve weiter Gas geben wird. An den Leitzinsen und den monatlichen Anleihekäufen in Höhe von 85 Milliarden Dollar wird sich so schnell nichts ändern.

Auch die Zentralbanken in England und Japan werden weiterhin Geld in den Markt pumpen. Und die EZB, die sich unter der Ägide ihres Präsidenten Mario Draghi im Vergleich zu den anderen Notenbanken noch zurückhält, könnte künftig ebenfalls aggressiver vorgehen. Das erwartet zumindest die Mehrheit an den Märkten. Noch nie zuvor haben die Zentralbanken die Welt mit so viel Geld überschwemmt. Ein großes Experiment. Ausgang offen. Klar ist nur, dass ein Teil des Geldes an den Finanzmärkten versickert, und unter anderem die Kurse von Aktien treibt.

Kommentare zu " Aktienmärkte: Zypern, na und?"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Es liegt in der Natur der Junkies, dass sie den Totalzerfall des Gesamtorganismus überhaupt nicht wahrnehmen, sondern nur von einer Dosis zur nächsten zittern.

  • Schlachtfest
    Klar, kein Problem fuer Banken und Spekulanten, sofern die Banken Auf Zypern mit Hilfe von Pluenderungen der Sparkonten gerettet werden! Denn dieser Praezedenzfall gibt Anlass zur Hoffnung, dass dies demnaechst auch die von Staats- & EU-wegen einzuleitende Massnahme sein wird, wenn die Banken im Rest- bzw auch im Kern-Europapleite gehen,z.B. aufgrund der Immobilienblase in Deutschland, neben jener in den Ballungszentren und Hauptstaedten von Kerneuropa!
    Dann sind wir hier in Deutschland ebenso dran wie in die Sparer, nicht die Investoren und Zocker....!
    beim 1. Mal ging die Rechnung an die Steuerzahler definiert als Buergschaft! Das war der Testlauf!
    Im weiteren Durchgang, also im ERNSTFALL, da wird der Staat aussen vor gelassen, denn der ist eh pleite!Lt. Schaeuble - im DLF- ist indiesem Falle anders vorzugehen:
    Dann geht's im wahrsten Sinn ans Eingemachte, an den Flaschenkeller! wenn dies nicht reicht an die Einzahlungen der LV's !

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