Aktienmarkt
Die Zeit der leichten Gewinne ist vorbei

Der Dax notiert über 7 000 Punkten. Seit seinem Tief hat der Index rund 90 Prozent gewonnen. Analysten betonen trotzdem, Aktien seien immer noch unterbewertet. Das ist nicht ganz falsch, aber auch nicht die ganze Wahrheit. Wer jetzt noch Schnäppchen finden will, muss dafür deutlich höhere Risiken eingehen. Nichts für schwache Nerven.
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FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt hat eine beeindruckende Rally hinter sich. In diesem Jahr stieg der Dax um knapp 20 Prozent. Ausgehend vom Tiefpunkt im März 2009 steht sogar ein Plus von 90 Prozent zu Buche. Wer die Rally verpasst hat, fragt sich: Lohnt es sich, jetzt noch einzusteigen? Das Handelsblatt hat die Aktien aus dem HDax, also die 110 größten börsennotierten Unternehmen genauer unter die Lupe genommen und geschaut, welche Papiere - gemessen an wichtigen Kennziffern - zum Kauf locken.

Um einzuschätzen, ob Aktien günstig oder teuer sind, hilft zuerst ein Blick auf die Unternehmensgewinne. Die können sich sehen lassen. Die Firmen verdienen fast schon wieder so gut wie in ihren besten Zeiten. "Das Niveau der Gewinne liegt inzwischen nur noch knapp sieben Prozent unter dem Rekord vom ersten Quartal 2008", schreibt Markus Wallner von der Commerzbank in einer Studie.

Der Gewinn allein hilft allerdings nicht weiter. Für Anleger wird es erst dann interessant, wenn er in Relation zum Aktienkurs gesetzt wird. Die Kennzahl, die dabei herauskommt, ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Erscheint der Kurs im Verhältnis zu den erwarteten Gewinnen niedrig, könnte es sich um ein Schnäppchen handeln. Als Faustregel für Anleger gilt: Je niedriger das KGV, desto günstiger eine Aktie. Das trifft aktuell auf die Deutsche Bank zu. Deutschlands größtes Geldinstitut kommt auf ein KGV von rund sieben - die Bank ist also an der Börse mit dem siebenfachen eines Jahresgewinns bewertet. Das KGV ist aber auch deshalb so niedrig, weil der Kurs in diesem Jahr um fast 20 Prozent gefallen ist.

Offenbar fürchten viele Anleger, dass die Finanzkrise für die Banken noch nicht ausgestanden ist. Die Schuldenkrise europäischer Staaten führe zu strukturellen Schwierigkeiten für die Banken, schreibt Ronit Ghose von der Citigroup in einer Branchenstudie. Insbesondere die deutschen Institute sieht der Analyst skeptisch. Zum einen profitierten diese nicht in vollem Maße von der Konjunkturbelebung, da die Nachfrage nach Krediten schwach sei. Zum anderen seien die Margen im Kreditgeschäft aufgrund des harten Wettbewerbs recht niedrig.

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