Handelssaal der Börse in Frankfurt

Nach den jüngsten Kursverlusten notiert der Dax inzwischen so tief wie im März 2015.

(Foto: dpa)

Aktienmarkt Diese Dax-Titel bieten nun Erholungspotenzial

Das jüngste Börsenbeben verunsichert Investoren. Mit einem Online-Tool können Anleger prüfen, ob ihren Depotwerten weiteres Ungemach droht.
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FrankfurtEs ist die Furcht vor dem Ende des Aufwärtstrends an den Börsen, die nach den jüngsten Kurseinbrüchen selbst Optimisten lähmt – und auch hierzulande Aktien verkaufen lässt. Doch eine aktuelle Handelsblatt-Studie signalisiert, dass die meisten Dividendenpapiere aus Deutschlands erster Börsenliga inzwischen wieder mehr Chancen als Risiken bieten.

Um mehr als 13 Prozent ist der Dax seit seinem im Januar erreichten Allzeithoch eingebrochen. Zurück auf nur noch knapp über 11.800 Punkte. Damit tritt der deutsche Bluechip-Index unter dem Strich seit drei Jahren auf der Stelle - und dies, obwohl die Gewinne der 30 enthaltenen Börsenschwergewichte stärker sprudeln als jemals zuvor: Mit knapp 96 Milliarden Euro haben die Dax-Konzerne im vergangenen Jahr so viel verdient wie noch nie – 68 Prozent mehr als 2016.

„Die politische Unsicherheit, die aggressivere Haltung der US-Notenbank, Stress am Kreditmarkt, die schlechten Nachrichten um die Besteuerung von Technologieunternehmen durch die EU und Facebooks Probleme mit privaten Daten haben einen Giftcocktail entstehen lassen“, sagt Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets.

Experten schließen zwar nicht aus, dass die Notierungen zunächst tatsächlich weiter nachgeben könnten. „Der Dax kann in dieser Gemengelage durchaus deutlich unter die Marke von 11.000 rutschen“, warnt etwa Martin Hüfner, Chefökonom des Vermögensverwalters Assenagon. Doch mittelfristig dürften mutige Investoren, die jetzt auf heimische Bluechips setzen, wieder Geld verdienen.

Das geht hervor aus einer aktuellen Studie auf Basis des Analystencheck-Tools, das Handelsblatt-Lesern zur Verfügung steht. In der Online-Anwendung werden laufend neue Analysten-Empfehlungen und Kursziele aller namhafter Banken sowie unabhängiger Research-Institute ausgewertet. Demnach rechnen Fachleute bei den 30 Aktien im Dax in den kommenden zwölf Monaten mit einem Ertragspotenzial von durchschnittlich 18 Prozent.

Nach Einschätzung der DZ Bank spricht vieles dafür, dass sich der Aktienmarkt ab April vom aktuellen Rücksetzer erholen sollte. „Idealerweise treiben die steigenden Unternehmensgewinne die Aktienmärkte dann wieder im Frühsommer in Richtung der alten Hochs“, so die Strategen des Geldhauses.

Laut dem Analystencheck-Tool scheint allerdings das Erholungspotenzial der einzelnen Aktien innerhalb der deutschen Standardtitel extrem ungleich verteilt zu sein: Während demnach zahlreiche Dax-Aktien in den kommenden Monaten weiterhin auf der Stelle treten dürften, weil sie die langfristigen Kursziele der Analysten bereits erreicht haben, bieten andere gute Aufwärtschancen.

So haben nach den jüngsten Börsenverlusten derzeit vor allem auffällig viele Gesundheits- und Chemiekonzerne Kurspotenzial. Glaubt man den Experten, so könnte etwa der Wert der Merck-Aktie binnen Jahresfrist auf über 100 Euro steigen. Dies entspricht gegenüber dem aktuellen Kurs von 75,70 Euro einem Plus von rund einem Drittel für die Anteilsscheine des Pharmaunternehmens. Unter den Dax-Mitgliedern trauen Analysten nur der Telekom-Aktie noch etwas bessere Renditeaussichten zu.

Wichtig: Das Analysten-Tool, das Handelsblatt-Nutzern kostenlos angeboten wird, zeigt ein gewichtetes Kursziel an: Dabei beeinflussen aktuelle Analysen das ermittelte Konsenskursziel stärker. Ältere Studien, die sich dem Ende ihres Zeithorizonts nähern, werden im Gegenzug nur noch marginal gewertet.

Die Profis des US-Analysehauses Bernstein Research sind beispielsweise mit Blick auf die Merck-Aktien derzeit besonders optimistisch eingestellt. „Die Produktpalette des Chemie- und Pharmakonzerns wird oft unterschätzt“, betont Analyst Wimal Kapadia. Besonders interessant sei ein spezielles Medikament gegen Lungen- und Leberkrebs. In den kommenden 12 bis 18 Monaten werde es Nachrichten zur Weiterentwicklung geben, die Investoren von den Fähigkeiten von Merck überzeugen könnten. Daher empfiehlt er Investoren, bei den Aktien zuzugreifen.

Ein eindeutiges Kaufsignal liefert hier auch das Verhältnis von Kauf- zu Verkaufsempfehlungen, das ebenfalls von dem Handelsblatt Analysten-Tool ermittelt wird: Von 42 Experten, die den Spezialchemie- und Pharmakonzern unter der Lupe haben, raten derzeit nur zwei zum Verkauf der Dividendenpapiere.

Fast genauso viel Spielraum nach oben wie bei Merck attestieren die Analysten momentan den Anteilsscheinen von Bayer und Fresenius. Die Differenz zwischen der aktuellen Notierung und dem gewichteten, arithmetischen Mittel aller Analysten-Kursziele beträgt hier ebenfalls knapp ein Drittel.

Laut Berenberg-Analyst Tom Jones hätten Sorgen mit Blick auf den Generikamarkt, den deutschen Krankenhausmarkt und der noch unsicheren Übernahme des US-Konzerns Akorn die Fresenius-Aktie belastet. Doch nun sei sie für werteorientierte Investoren wieder attraktiv. Aus drei Gründen: Wegen ihrer defensiven Qualitäten, der breiten Aufstellung des Konzerns und seiner Erfolgsgeschichte sowie des guten Wachstumsprofils.

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